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Leitartikel


DER WIENER PSYCHOANALYTIKER möchte nicht nur bereits international etablierten Psychoanalytikern/Innen, sondern auch noch unbekannten Psychoanalytikern/Innen die Gelegenheit geben einen selbstverfassten, bisher noch nicht publizierten Artikel auf der Titelseite unseres Onlinemagazins zu posten!

Im Forum werden dann dazu alle User Stellung nehmen, Fragen formulieren und kommentieren können. Wir wollen dadurch einen bisher so noch nicht dagewesenen, internationalen Gedankenaustausch zwischen Psychoanalyse-Interessierten ermöglichen.
Aktuelle Textsprache ist Deutsch und/oder Englisch.

Bei Interesse, Ihre Zusendungen bitte an:
leitartikel@derwienerpsychoanalytiker.at


(Werden Personenbezeichnungen aus Gründen der besseren Lesbarkeit lediglich in der männlichen oder weiblichen Form verwendet, so schließt dies das jeweils andere Geschlecht mit ein.)

GUTEN RUTSCH INS NEUE JAHR!

Autor/in: DWP

(31.12.2014)
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Liebe Leser!


Zum Ende des Jahres 2014, knapp vor Beginn des Jahres 2015, möchten wir Sie gerne auf zwei Gedichte aufmerksam machen, die Sigmund Freud an Wilhelm Fließ schrieb.


Das erste Gedicht wurde von Freud am 29. Dezember 1899, anlässlich der Geburt von Conrad, dem zweiten Sohn von Wilhelm Fließ, geschickt, dessen Geburtstag zufälligerweise mit dem Geburtstag seines älteren Bruders Robert zusammenfiel.


Heil
Dem wackeren Sohn, der auf des Vaters Geheiß
zum richtigen Zeitpunkt erschienen,
ihm Gehilfe zu sein und Mitarbeiter der heiligen Ordnung.
Heil aber auch dem Vater, der kürzlich vorher sich in der Rechnung
gefunden,
die Macht zu dämmen des Frauengeschlechts
und sein Teil Gesetzesfolgschaft zu tragen;
nicht mehr bezeugt durch den sinnlichen Schein wie die Mutter,
ruft die höheren Mächte er auch für sein Anrecht, den Schluß, den
Glauben und Zweifel;
also steht kraftgerüstet, dem Aufwand des Irrtums gewachsen,
am Ausgang der Vater von unendlich gereifter Entwicklung.
Stimmen möge die Rechnung, als Arbeitserbe vom Vater
sich übertragen dem Sohn und durch der Jahrhunderte Scheidung
knüpfen zur Einheit im Geist, was im Wechsel des Lebens zerfällt.


Das zweite Gedicht, ein Wintergedicht, sendete Sigmund Freud am 1. Jänner 1901, zu Beginn des neuen Jahres, an Wilhelm Fließ. Verfasst wurde das Gedicht aber von Martin Freud, den Fließ sehr schätzte.


Winter

Es glänzen die Straßen so flaumig und weiß*,
Und auf den Plätzen liegt Schnee.
Gefroren sind zu glänzendem Eis,
Der Weiher, der Teich und der See.

* Erster Schnee heuer, natürlich erst gestern abends.

Es bläst so schaurig und kalt der Wind,
Er bläst von Osten und Nord,
Es weint vor Kälte manch armes Kind
und suchet nach Schutz und nach Hort.
Ich geh’ in die Schule wohlgemut**,
Geh’ heut nicht zum ersten Mal,
Auf meinem Rücken das Ränzel ruht,
Im Arme steckt das Lineal.


** Natürlich gelogen. Er geht sehr ungern.



DER WIENER PSYCHOANALYTIKER wünscht ALLEN einen Guten Rutsch ins Jahr 2015!


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