A A A A
Wien, 23.09.2020, 20:19   DEUTSCH / ENGLISH




Angemeldet bleiben



Leitartikel


DER WIENER PSYCHOANALYTIKER möchte nicht nur bereits international etablierten Psychoanalytikern/Innen, sondern auch noch unbekannten Psychoanalytikern/Innen die Gelegenheit geben einen selbstverfassten, bisher noch nicht publizierten Artikel auf der Titelseite unseres Onlinemagazins zu posten!

Im Forum werden dann dazu alle User Stellung nehmen, Fragen formulieren und kommentieren können. Wir wollen dadurch einen bisher so noch nicht dagewesenen, internationalen Gedankenaustausch zwischen Psychoanalyse-Interessierten ermöglichen.
Aktuelle Textsprache ist Deutsch und/oder Englisch.

Bei Interesse, Ihre Zusendungen bitte an:
leitartikel@derwienerpsychoanalytiker.at


(Werden Personenbezeichnungen aus Gründen der besseren Lesbarkeit lediglich in der männlichen oder weiblichen Form verwendet, so schließt dies das jeweils andere Geschlecht mit ein.)

IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: NASSIM AGDARI-MOGHADAM / DWP

(03.12.2014)
Teilen:


In unserer neuen Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir ab nun kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Nassim Agdari - Moghadam zu begrüßen:

Geboren in Teheran, aufgewachsen in Wien, Studium der europäischen Wirtschafts- und Unternehmensführung, Studium der Psychotherapiewissenschaft. Psychoanalytikerin in privater Praxis und an der Ambulanz für Kinder – und Jugendpsychotherapie der Sigmund Freud Privatuniversität in Kooperation mit der Wiener Gebietskrankenkasse. Veröffentlichungen und Vorträge zum Messie-Syndrom.



DWP: Was brachte Sie zur Psychoanalyse?

Nassim Agdari-Moghadam: Ich war begeistert davon mit anderen Interessierten Freuds Fallgeschichten und Konzepte zu lesen und zu diskutieren. Und ich war fasziniert von dieser Methode, die es mir ermöglichte mehr über mich zu erfahren, mich besser kennenzulernen und meine Biographie zu verstehen.


DWP: Wenn Sie die Gelegenheit zu einem Gespräch mit Sigmund Freud hätten, was würde wohl zum Thema werden. Gibt es konkrete Fragen?

Nassim Agdari-Moghadam: Ich würde ihm einen Traum erzählen und seinen Deutungen lauschen.


DWP: Stoff- oder Ledercouch?

Nassim Agdari-Moghadam: Derzeit eine Stoffcouch.


DWP: Ganz nach Bruno Bettelheim, der auf die Bedeutung vom Märchen hinwies. Verraten Sie uns Ihr Lieblingsmärchen? Und erkennen Sie Parallelen zur Entwicklung Ihres Lebens?

Nassim Agdari-Moghadam: Es gibt vieles in Märchen, das mir gut gefällt, insbesondere, dass sie auf eine kluge Art all jene Themen mit denen wir alle beschäftigt sind, behandeln. Beispielsweise der ödipale Konflikt in Schneewittchen oder Geschwisterthemen in Aschenputtel.


DWP: Ich träume…..

Nassim Agdari-Moghadam: Wenn ich träume, dann ist das persönliches Kino. Meine Träume zu analysieren und zu verstehen, ermöglicht mir innere Entdeckungen.


DWP: Was finden Sie an der Psychoanalyse gut bzw. besonders gut und gibt es etwas was Sie an ihr nicht mögen?

Nassim Agdari-Moghadam: Das emanzipatorische Potential der Psychoanalyse; sie ermöglicht Freiheit und Selbstbestimmung.


DWP: Welchen Herausforderungen mussten Sie sich während Ihrer analytischen Ausbildung stellen?

Nassim Agdari-Moghadam: Da die Sigmund Freud Privatuniversität weltweit die erste Universität der Psychotherapiewissenschaft war, waren die Schwierigkeiten damals organisatorischer Natur. Die wirkliche Herausforderung war jedoch vor allem nicht nur Methodik und Theorie zu erlernen, sondern auch in der eigenen Analyse sie am eigenen Leib zu erfahren.


DWP: Haben Sie ein Lieblingszitat von Freud?

Nassim Agdari-Moghadam: “Soweit die Neurose Vorteile hat, ist das Ich wohl mit ihr einverstanden, aber sie hat nicht nur Vorteile. In der Regel stellt sich bald heraus, dass das Ich ein schlechtes Geschäft gemacht hat, indem es sich auf die Neurose einließ. Es hat eine Erleichterung des Konflikts zu teuer erkauft, und die Leidensempfindungen, welche an den Symptomen haften, sind vielleicht ein äquivalenter Ersatz für die Qualen des Konflikts, wahrscheinlich aber ein Mehrbetrag von Unlust.“ (GW Band XI, Die Gemeine Nervosität).


Herzlichen Dank für dieses Gespräch, wir freuen uns bereits jetzt Alle auf Ihren Leitartikel!



Kontakdaten der Autorin:
Nassim Agdari-Moghadam


Sigmund Freud Museum SFU Belvedere 21er haus stuhleck kunsthalle
warda network orange