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Leitartikel


DER WIENER PSYCHOANALYTIKER möchte nicht nur bereits international etablierten Psychoanalytikern/Innen, sondern auch noch unbekannten Psychoanalytikern/Innen die Gelegenheit geben einen selbstverfassten, bisher noch nicht publizierten Artikel auf der Titelseite unseres Onlinemagazins zu posten!

Im Forum werden dann dazu alle User Stellung nehmen, Fragen formulieren und kommentieren können. Wir wollen dadurch einen bisher so noch nicht dagewesenen, internationalen Gedankenaustausch zwischen Psychoanalyse-Interessierten ermöglichen.
Aktuelle Textsprache ist Deutsch und/oder Englisch.

Bei Interesse, Ihre Zusendungen bitte an:
leitartikel@derwienerpsychoanalytiker.at


(Werden Personenbezeichnungen aus Gründen der besseren Lesbarkeit lediglich in der männlichen oder weiblichen Form verwendet, so schließt dies das jeweils andere Geschlecht mit ein.)

IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: DARIUS WESNER ESTEVENSON / DWP

(19.10.2016)
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In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die AutorInnen der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Lesern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.

Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Darius Wesner Estevenson aus Case-Pilote, Martinique zu begrüßen:


Geboren 25/09/1975 in Port-au-Prince, Haiti
Verheiratet, drei Kinder.
Qualifikationen
2013-2012: Master 2 in der Psychoanalyse. Universität Paris 8.
2012-2011: Master 2 in Geisteswissenschaften/Philosophie und Kritik der zeitgenössischen Kultur. Universität Paris 8.
2006-2005: MA in Französisch als Fremdsprache. Universität der französischen Antillen und Guyana.
2003-1999: Diplom in moderner Literatur an der Hochschule Port-au-Prince.

 
Né le 25 /09/1975 à Port-au-prince, HAÏTI
Marié, 3 enfants.
Diplômes
2013-2012: Master 2 en psychanalyse. Université de Paris 8.
2012-2011: Master 2 en Sciences Humaines/Philosophie et Critique Contemporaine de la Culture. Université de Paris 8.
2006-2005: Maîtrise en Français Langue Étrangère. Université des Antilles et de la Guyane.
2003-1999: Diplôme en Lettres Modernes à l´École Normale Supérieure de Port-au-Prince.



DWP: Was brachte Sie zur Psychoanalyse? Comment en êtes-vous venu à la psychanalyse? 

Darius Wesner Estevenson: Ich kam zur Psychoanalyse durch die Übertragung genauer gesagt dank dem Einfluss von meinem Professor Pierre Bayard. Er kam, um einen Kurs über Psychoanalyse /Literatur an der Höheren Schule von Port-au-Prince während eines Philosophie-Masterprogramms zu unterrichten. Je suis venu à la psychanalyse par le transfert, précisément par l´influence de mon professeur Pierre Bayard. Il était venu enseigner un cours de psychanalyse/littérature à l’École Normale Supérieure de Port-au-Prince dans un programme master de philosophie.


DWP: Wenn Sie die Gelegenheit zu einem Gespräch mit Sigmund Freud hätten, was würde wohl zum Thema werden. Gibt es konkrete Fragen? Si vous aviez la possibilité de vous entretenir avec Sigmund Freud, quels sujets souhaiteriez-vous aborder ? Avez-vous des questions concrètes? 

Darius Wesner Estevenson: Ich möchte ihn über den Fall Dora befragen: es war ein Fehlschlag für ihn. Ich möchte mit ihm auch über den Anfang und das Ende der Analyse reden. Ich würde ihm diese Frage stellen: Ist für ihn eine Couch wirklich notwendig für eine Analyse? J´aimerais bien lui questionner sur le cas Dora : celui-ci a été un ratage pour lui. Je voudrais également m´entretenir avec lui sur le commencement et la fin de l´analyse. Je lui poserais cette question: Faut-il obligatoirement un divan pour faire une analyse ?


DWP: Stoff- oder Ledercouch? Canapé en cuir ou en tissu?

Darius Wesner Estevenson: Ich bevorzuge eine Stoffcouch. Je préfère le canapé en tissu.


DWP: Ganz nach Bruno Bettelheim, der auf die Bedeutung vom Märchen hinwies. Verraten Sie uns Ihr Lieblingsmärchen? Und erkennen Sie Parallelen zur Entwicklung Ihres Lebens? Bruno Bettelheim insistait sur la signification des contes. Quel est votre conte préféré ? Établissez-vous des parallèles avec l´évolution de votre propre vie? 

Darius Wesner Estevenson: Ich mag kein Märchen im besonderem. Als ich ein Schüler war, wurde mir selten Geschichten erzählt. Je n´ai pas précisément de préférence pour un conte. Quand j´étais élève, on me racontait rarement des contes.


DWP: Ich träume….. Je rêve de /que...                                                         

Darius Wesner Estevenson: Ich träume von Henkern, Brüdern, mit denen ich Streit hatte, Teufel, die mich verfolgen, Frauen, mit denen ich Beziehungen hatte. Gewalt und Liebe stehen im Mittelpunkt meiner Träume. Je rêve des bourreaux, des frères avec qui je me bat, des diables qui me persécutent, des femmes avec qui j´ai des relations. La violence et l´amour sont au centre de mes rêves.


DWP: Was finden Sie an der Psychoanalyse gut bzw. besonders gut und gibt es etwas was Sie an ihr nicht mögen? Quels sont les aspects positifs voire très positifs de la psychanalyse et quels sont ceux qui vous déplaisent? 

Darius Wesner Estevenson: Die Psychoanalyse hilft mir dabei, meine Phantasien und meine Komplexe zu deuten. Als ich die Bedeutung der Psychoanalyse durch den Transfer verstand, betrachtete ich mich als in Analyse. Diese Analyse hat noch nicht aufgehört. Das Lesen von psychoanalytischen Büchern hat oft in mir die Manifestation des Unterdrückten in meinen Träumen geweckt. Es half mir auch zu verstehen, dass kein politisches, oder philosophisches System mir Befriedigung als Subjekt beschaffen kann. Allerdings mag ich nicht das Psychoanalytische Design, das dazu neigt, die Analyse auf der Couch in irgendeinem Haus zu begrenzen. La psychanalyse m´aide à interpréter mes fantasmes et mes complexes. Quand j´ai connu l´importance de la psychanalyse par le transfert, je me considère en analyse. Cette analyse ne finit pas encore. La lecture des livres psychanalytiques suscitent souvent chez moi la manifestation du refoulé dans mes rêves. Par ailleurs, elle m´aide à comprendre qu´aucun système politique, philosophique ne peut me procurer du bonheur comme sujet. Toutefois, je n´aime pas la conception en psychanalyse qui tend à limiter l´analyse sur le divan et dans une chambre de maison.


DWP: Welchen Herausforderungen mussten Sie sich während Ihrer analytischen Ausbildung stellen? Quels défis avez-vous dû surmonter pendant votre formation analytique? 

Darius Wesner Estevenson: Meine Studien und Lektüren über die Psychoanalyse sind die ganze analytische Ausbildung, die ich habe. Ich habe noch nicht einmal eine traditionelle Analyse untergangen. Ich hoffe bald, eine zu tun, um meine Ausbildung abzuschließen. Darüber hinaus sind die größten Herausforderungen, mit denen ich konfrontiert bin, mein wahres Objekt der Begierde zu finden. Mes études et lectures en psychanalyse constituent ma formation analytique. Je ne fais pas encore une analyse traditionnelle. J´espère bientôt la faire pour compléter ma formation. Par ailleurs, le plus grand défis auquel je confronte est de trouver mon véritable objet de désir.


DWP: Haben Sie ein Lieblingszitat von Freud? Avez-vous une citation préférée de Freud?

Darius Wesner Estevenson: Mein Lieblingszitat von Freud ist “Räumt man das persönliche Anrecht auf dingliche Güter weg, so bleibt noch das Vorrecht aus sexuellen Beziehungen, das die Quelle der stärksten Mißgunst und der heftigsten Feindseligkeit unter den sonst gleichgestellten Menschen werden muß.“ (Das Unbehagen in der Kultur) Ma citation préférée de Freud est la suivante : « Si on fait disparaître le droit individuel sur les biens matériels, il restera encore le privilège formé par des rapports sexuels, qui entraînera inévitablement une jalousie des plus violente et summum d´hostilité entre les hommes, devenus égaux par ailleurs. » (Malaise dans la civilization)  


DWP: Außer Sigmund Freud, gibt es Psychoanalytiker mit denen Sie sich auch gerne auseinandersetzen? Mis à part Sigmund Freud, avec quels autres psychanalystes aimeriez-vous pouvoir échanger? 

Darius Wesner Estevenson: Ich würde mich gerne mit Wilhelm Reich und Jacques Lacan unterhalten. J´aimerais bien pouvoir échanger avec Wilhelm Reich et Jacques Lacan.


Herzlichen Dank für dieses Gespräch, wir freuen uns bereits jetzt Alle auf Ihren Leitartikel!


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