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Leitartikel


DER WIENER PSYCHOANALYTIKER möchte nicht nur bereits international etablierten Psychoanalytikern/Innen, sondern auch noch unbekannten Psychoanalytikern/Innen die Gelegenheit geben einen selbstverfassten, bisher noch nicht publizierten Artikel auf der Titelseite unseres Onlinemagazins zu posten!

Im Forum werden dann dazu alle User Stellung nehmen, Fragen formulieren und kommentieren können. Wir wollen dadurch einen bisher so noch nicht dagewesenen, internationalen Gedankenaustausch zwischen Psychoanalyse-Interessierten ermöglichen.
Aktuelle Textsprache ist Deutsch und/oder Englisch.

Bei Interesse, Ihre Zusendungen bitte an:
leitartikel@derwienerpsychoanalytiker.at


(Werden Personenbezeichnungen aus Gründen der besseren Lesbarkeit lediglich in der männlichen oder weiblichen Form verwendet, so schließt dies das jeweils andere Geschlecht mit ein.)

IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: KATRIN HOFER / DWP

(18.05.2016)
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In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die AutorInnen der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Lesern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Katrin Hofer aus Wien, Österreich zu begrüßen:

Seit 10/2015 in freier Praxis, 1090 Wien
Seit 10/2015 Anstellung bei der Vereinigung Österreichischer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten
Seit 10/2015 Doktorat an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien mit dem vorläufigen Arbeitstitel „Träume in der Schwangerschaft - eine psychoanalytische Betrachtung der Bedeutung der Schwangerschaft für die Frau“
2015 Abschluss Magistra Psychotherapiewissenschaften an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien “Wünsche und Ängste in Träumen von Schwangeren. Versuch einer psychoanalytischen Interpretation”
Seit 06/2013 im Status Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision (Psychoanalyse)
2012 Abschluss Bakkalaurea Psychotherapiewissenschaften an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien “Persönlichkeitsstörungen bei Jugendlichen und Kindern. Die Wichtigkeit des frühen Erkennens, um richtig zu intervenieren und die Problematik des Diagnostizierens”



DWP: Was brachte Sie zur Psychoanalyse?

Katrin Hofer: Anfangs war es schlichtweg ein Gefühl. Durch mein Studium der Psychotherapiewissenschaften, welches ich ebenfalls durch mein starkes positives Gefühl gewählt habe, zog es mich in den ersten Semestern immer mehr zur Psychoanalyse hin. Ich dachte immer, wenn ich mich schon mit der Psyche des Menschen befasse, dann aber tiefgründig. Ich möchte zu den Ursachen eines Symptoms gelangen und nicht nur das Symptom verschieben. Verstehen anstatt zu erklären.
 

DWP: Wenn Sie die Gelegenheit zu einem Gespräch mit Sigmund Freud hätten, was würde wohl zum Thema werden. Gibt es konkrete Fragen?

Katrin Hofer: Was würde Thema werden… wenn ich das jetzt schon wüsste, hätte die Herangehensweise an das Gespräch für mich nichts analytisches und so stelle ich mir die Begegnung mit Sigmund Freud jedoch vor. Schauen was kommt und was mich in diesem Moment bewegt zu fragen.
 

DWP: Stoff- oder Ledercouch?

Katrin Hofer: Stoff.
 

DWP: Ganz nach Bruno Bettelheim, der auf die Bedeutung vom Märchen hinwies. Verraten Sie uns Ihr Lieblingsmärchen? Und erkennen Sie Parallelen zur Entwicklung Ihres Lebens?

Katrin Hofer: Wenn ich an ein Märchen denke fällt mir zu aller erst Schneewittchen ein. Parallelen zur Entwicklung meines Lebens gibt es womöglich allein durch die Tatsache, dass sie von zu Hause wegläuft und tief in den Wald hinein läuft. Mir fällt dazu sofort der Weg zur Psychoanalyse ein, tief hinein ins Unbewusste und schauen was kommt...
 

DWP: Ich träume…

Katrin Hofer: belebt und sehr viel.
 

DWP: Was finden Sie an der Psychoanalyse gut bzw. besonders gut und gibt es etwas was Sie an ihr nicht mögen?

Katrin Hofer: Ich liebe die Intensität des Fühlens wenn man sich mit der Psychoanalyse beschäftigt. Die tiefgründige Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte - und Träume, die der Weg dorthin sind. Die konflikthafte Besetzung der Psychoanalyse in der Gesellschaft halte ich für nicht besonders gut. Die Psychoanalyse wirkt als starr, veraltert und langwierig. Doch in diesen eingesessen Sichtweisen wird vollkommen übersehen, wie lebendig die Psychoanalyse heute ist.
 

DWP: Welchen Herausforderungen mussten Sie sich während Ihrer analytischen Ausbildung stellen?

Katrin Hofer: Die Frage ist wohl auch, wo fangen diese Herausforderungen an und wo hören sie auf, denn eine analytische Ausbildung zu absolvieren bedeutet für mich an sich eine große Herausforderung. Man beschäftigt sich intensiv mit dem eigenen Leben, dem eigenen Empfinden und hinterfragt gerade zu Beginn der Ausbildung womöglich zu viel, was ich bestimmt auch immer wieder als hinderlich empfunden habe, aber auch das gehört zum Prozess in den man sich begibt, wenn man eine analytische Ausbildung durchläuft, die wohl auch nie endet..


DWP: Haben Sie ein Lieblingszitat von Freud?

Katrin Hofer: „So haben wir mit dem Geborenwerden den Schritt vom absoluten selbstgenügsamen Narzißmus zur Wahrnehmung einer veränderlichen Außenwelt und zum Beginn der Objektfindung gemacht, und damit ist verknüpft, daß wir den neuen Zustand nicht dauernd ertragen, daß wir ihn periodisch rückgängig machen und im Schlaf zum früheren Zustand der Reizlosigkeit und Objektvermeidung zurückkehren.“

 
DWP: Außer Sigmund Freud, gibt es Psychoanalytiker mit denen Sie sich auch gerne auseinandersetzen?

Katrin Hofer: Eine Menge.. Da ich mich immer wieder gern mit neuen Sichtweisen auf die Psychoanalyse auseinandersetze. Zur Zeit setze ich mich intensiver mit Donald W. Winnicott, Erik Erikson und jenen PsychoanalytikerInnen auseinander, die sich vorwiegend mit dem Thema Schwangerschaft und Mutterschaft beschäftigen, wie etwa Marie Langer.


Herzlichen Dank für dieses Gespräch, wir freuen uns bereits jetzt Alle auf Ihren Leitartikel!



Kontakdaten der Autorin:
Katrin Hofer


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