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Leitartikel


DER WIENER PSYCHOANALYTIKER möchte nicht nur bereits international etablierten Psychoanalytikern/Innen, sondern auch noch unbekannten Psychoanalytikern/Innen die Gelegenheit geben einen selbstverfassten, bisher noch nicht publizierten Artikel auf der Titelseite unseres Onlinemagazins zu posten!

Im Forum werden dann dazu alle User Stellung nehmen, Fragen formulieren und kommentieren können. Wir wollen dadurch einen bisher so noch nicht dagewesenen, internationalen Gedankenaustausch zwischen Psychoanalyse-Interessierten ermöglichen.
Aktuelle Textsprache ist Deutsch und/oder Englisch.

Bei Interesse, Ihre Zusendungen bitte an:
leitartikel@derwienerpsychoanalytiker.at


(Werden Personenbezeichnungen aus Gründen der besseren Lesbarkeit lediglich in der männlichen oder weiblichen Form verwendet, so schließt dies das jeweils andere Geschlecht mit ein.)

IM GESPRĂ„CH MIT

Autor/in: TAMARA TREBES / DWP

(13.04.2016)
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In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Tamara Trebes aus Wien, Österreich zu begrüßen:

Geboren 1987 in Deutschland, Oberfranken.
Studium der Psychotherapiewissenschaft an der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien seit 2011.
09/2015 – 02/2016 Co-Therapeutin einer Kinder-Adipositas- Gruppe im Rahmen des Projekts „Enorm in Form“ (WGKK)
seit 05/2015 Psychotherapeutin i.A.u.S. mit praktischer Tätigkeit an der Sigmund-Freud-Universitätsambulanz und für das      Institut für Verhaltenssüchte, geleitet von Dr. Dominik Batthyány
05/2015 Bakkalaureat der Psychotherapiewissenschaft, SFU Wien
Titel der Abschlussarbeit: „Tod durch Schokolade.
Experimentalhermeneutische Reflexion zur Psychodynamik der Bulimia nervosa mithilfe des Psycho-Text-Puzzle (P-T-P)“
seit 10/2014 Anstellung beim Weltverband für Psychotherapie
08/2014 Praktikische Tätigkeit im Bezirkskrankenhaus Bayreuth (D), Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik; sozialtherapeutische Akutstation A6
03/2014 – 07/2014 Praktische Tätigkeit im AKH, Psychoonkologie Team
01/2014 – 07/2014 Wissenschaftliche Assistentin bei Univ-Prof. Dr. Alexander Gaiger, psychoonkologische Basisdiagnostik
05/2006 – 07/2006 Praktische Tätigkeit im Haus am Rosenberg, Wohnheim und Außenwohngruppen für psychisch kranke Menschen, Kronach (D)



DWP: Was brachte Sie zur Psychoanalyse?

Tamara Trebes: Ich wusste schon recht früh, dass ich gerne Psychotherapeutin werden wollte und ich erinnere mich daran, wie bei näherer Beschäftigung mit dem Thema, all diese Figuren der Psychoanalyse eine irrsinnige Anziehungskraft und Magie auf mich ausgeübt haben. Letzten Endes war es wohl zugleich eine rationale Entscheidung, nämlich die, die Psychotherapie von „Grund auf“ zu lernen, als auch eine intuitive Entscheidung aufgrund einer Art von Zugehörigkeitsgefühl und Stimmigkeit.


DWP: Wenn Sie die Gelegenheit zu einem Gespräch mit Sigmund Freud hätten, was würde wohl zum Thema werden. Gibt es konkrete Fragen?

Tamara Trebes: Ich würde mich liebend gerne mit ihm unterhalten, glaube aber nicht, dass ich ihm technische Fragen stellen würde. Vielmehr würde ich mit ihm über das Leben philosophieren wollen. Wissen, was er für ein Mensch war - abseits des Bildes, das er möglicherweise selbst kreiert hat bzw. das wir heute von ihm haben.


DWP: Stoff- oder Ledercouch?

Tamara Trebes: Bitte gemütlich. Stoff.


DWP: Ganz nach Bruno Bettelheim, der auf die Bedeutung vom Märchen hinwies. Verraten Sie uns Ihr Lieblingsmärchen? Und erkennen Sie Parallelen zur Entwicklung Ihres Lebens?

Tamara Trebes: Die Schöne und das Biest.

Die Parallelen, die ich sah und sehe, haben sich über die Zeit aber doch sehr verändert.


DWP: Ich träume…

Tamara Trebes: … auch im Wachzustand. Manchmal auf Papier.


DWP: Was finden Sie an der Psychoanalyse gut bzw. besonders gut und gibt es etwas was Sie an ihr nicht mögen?

Tamara Trebes: Ich liebe den Tiefgang und ich liebe die Symbole und Metaphern, die Art, wie man mit Sprache umgeht, was es in ihr zu entdecken gibt, wenn man mit dem „dritten Ohr“ zuhört. Das ist etwas, wofür ich wirklich eine Leidenschaft hege.

Im Zuge der Weiterentwicklung der Psychoanalyse ist sie um so viel liberaler und offener geworden. Wenn man sie also nicht zwanghaft dogmatisch versteht, gibt es für mich nichts, was ich an ihr nicht mag.


DWP: Welchen Herausforderungen mussten Sie sich während Ihrer analytischen Ausbildung stellen?

Tamara Trebes: Die analytische Ausbildung ist sicher keine einfache, aber genau das macht sie auch unheimlich interessant und lohnenswert. Man ist nicht nur kognitiv, sondern auch emotional sehr gefordert und ich denke, es geht gerade auch oft darum, diese beiden Aspekte gleichermaßen zu koordinieren und in Übereinstimmung zu bringen. Man lernt viel über sich selbst; das ist ein großes Geschenk, aber es hat auch einen Preis und es bringt viel Verantwortung mit sich.


DWP: Haben Sie ein Lieblingszitat von Freud?

Tamara Trebes: "Wo ich auch hingehe, da ist vor mir schon ein Dichter gewesen."


DWP: Außer Sigmund Freud, gibt es Psychoanalytiker mit denen Sie sich auch gerne auseinandersetzen?

Tamara Trebes: Es gibt so viele großartige Psychoanalytiker und Psychoanalytikerinnen und ich hoffe, die  Auseinandersetzung mit all diesen faszinierenden Persönlichkeiten und ihren Ideen, Theorien und Gedanken wird niemals ein Ende finden.


Herzlichen Dank für dieses Gespräch, wir freuen uns bereits jetzt Alle auf Ihren Leitartikel!



Kontakdaten der Autorin:
Tamara Trebes


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