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Leitartikel


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(Werden Personenbezeichnungen aus Gründen der besseren Lesbarkeit lediglich in der männlichen oder weiblichen Form verwendet, so schließt dies das jeweils andere Geschlecht mit ein.)

Aggression von Frauen im psychoanalytischen Diskurs

Autor/in: Petra Roscheck

(27.02.2019)
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„Wenn die Gesellschaft in Gefahr ist, liegt das nicht an der Aggressivität des Menschen, sondern an der Verdrängung der persönlichen Aggressivität bei jedem einzelnen“ (Winnicott, 1991)

Die Wurzel des Wortes Aggression liegt im Lateinischen „aggredi“ (Deponens), was einerseits mit „angreifen, überfallen“, und andererseits mit „voranschreiten, (etwas) in Angriff nehmen“ übersetzt werden kann. Die erste Übersetzung streicht die Feindseligkeit (Destruktivität) dieses Begriffs heraus, während die andere das konstruktive Potential unterstreicht. Beide Varianten sind legitime Deutungen des Aggressionsbegriffs. Genau diese Mehrdeutigkeit ist es, die die Diskussion um die Aggression so delikat werden lässt. Die meisten Menschen assoziieren Aggression ausschließlich mit Destruktion und Antisozialität. Die Wahrnehmung eigener aggressiver Impulse verursacht Gefühle der Angst oder Schuld und muss verdrängt, abgespalten oder in Form von Widergutmachungshandlungen kompensiert werden.

Aber Aggression ist vor allem in Prozessen der Individuation notwendig: zur Abgrenzung, zur Selbstbehauptung und zur Vertretung eigener Interessen. Trägt ein Individuum einen starken inneren Konflikt mit seinen aggressiven Regungen aus, wird es in seiner expansiven Entwicklung bzw. seiner Selbstentfaltung gehemmt sein und neurotische Symptomen entwickeln. Vor allem Frauen scheinen Probleme mit der Verarbeitung ihrer aggressiven Gefühle zu haben.

In diesem Text möchte ich der Frage der „weiblichen“ Aggression“ im psychoanalytischen Diskurs nachgehen sowie die Wechselwirkungen dieses Diskurses mit gesellschaftlichen Prozessen untersuchen.

Wirft man einen Blick auf die Berufslandschaft unseres Landes, fällt auf, dass die höchsten leitenden Ämter nach wie vor von Männern bekleidet werden.

Frauen wird oft nachgesagt, sie seien nicht zielstrebig genug, es mangle ihnen an Durchsetzungsvermögen, sie würden sich zu sehr von ihren Gefühlen leiten lassen und seien daher für rationale Entscheidungen und hohe Ämter ungeeignet. Oder aber, die Frau würde durch eine (potentielle) Mutterschaft in einen Konflikt zwischen Kind und Karriere geraten, worunter sowohl ihre Arbeitsleistung als auch die Bindung der Kinder zur Mutter leiden würden. Sie müsse sich also zwischen ihrem Streben nach Macht und beruflicher Selbstverwirklichung, und dem Dasein als Mutter, die gut genug ist, entscheiden. Die Berufstrainerin Siegried Meuselbach meint in einem Interview in der Zeit (2015), Frauen hätten „von innen heraus“ oft weniger Interesse ganz oben mitzuspielen, weil sie soziale Kälte weniger gut aushielten. Sie hätten Schwierigkeiten den Wunsch aufzugeben, von allen geliebt zu werden [https://www.zeit.de/karriere/beruf/2015-03/frauen-fuehrungspositionen-erfolg] Die Begründung sehe sie in einem verinnerlichten Rollenbild, welches Frauen als naturgemäß prosozial, empathisch und an der Gemeinschaft interessiert beschreibt.

Tatsächlich sind in Sozialberufen mehr Frauen als Männer beschäftigt [https://derstandard.at/1319182484359/Boys-Day-in-Oesterreich-Soziale-Berufe-zu-76-Prozent-in-Frauenhand] Hier scheinen sich Rollenklischees zu bestätigen.  

Biologistische Perspektiven begründen eine erhöhte Bereitschaft zu aggressiven Verhaltensweisen bei Männern mit einem höheren Testosteronspiegel. Aber diese Kausalität greift zu kurz. Die Psychologin Dr. Jeannette Schmid (2002) [https://www.wissenschaft-und-frieden.de/seite.php?artikelID=0161 am 20.02.2019] sagt, dass zwar ein Zusammenhang zwischen Testosteron und Aggression bestehe (wenn sich eine Person ärgert, steigt der Testosteronspiegel kurzfristig an), jedoch sei Testosteron nicht als die Ursache für Aggression zu sehen (Schmid, 2002).

Die Psychoanalytikerin Tamara Musfeld (1997) stößt bei der Suche nach den innerpsychischen Gründen für das „Aggressionstabu“ von Frauen auf eine Vermischung von zwei verschiedenen Formen der Aggression in der Fantasie: Abgrenzung, Stärke und Machtdemonstration scheinen aufgrund von spezifischer Konfliktkonstellationen und gesellschaftlichen Bildern von Weiblichkeit mit destruktivem Hass und zerstörerischen Formen der Aggression verwechselt zu werden.

Es gibt einige Studien, die (Seiffge-Krenke, 2005 nach Frey 1992, 1998) in unterschiedlichen Kulturkreisen einen geschlechtsspezifischen Unterschied im Umgang mit Gefühlen der Aggression erkennen lassen. Mädchen und Frauen würden indirekte bzw. relationale Formen der Aggression (in Form von nörgeln, über andere tratschen, sie aus der sozialen Bezugsgruppe ausschließen etc.) häufiger wählen als Buben und Männer, die sich eher offen-aggressiv verhalten. Allerdings könne auf der Basis dieser einzelnen Studienbefunde nicht entschieden werden, ob ein Aggressionsausdruck tatsächlich eine geschlechtsspezifische Form hat. Es würden nämlich auch andere Studien existieren, die indirekte Formen des Aggressionsausdrucks überwiegend bei Jungen nachweisen, und wiederum andere repräsentieren ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis (ebd., S. 74). Laut Buchta mache es den Anschein, als würden sich die Ergebnisse der Studien nach dem jeweiligen Forschungsinteresse richten (2004). Einen guten Überblick über diverse Studien und deren Ergebnisse böte Rhode-Dachser/Menge-Hermann (1995), (ebd., S. 45).

 
Das Aggressionskonzept in der Psychoanalyse

Anfangs hat Freud keinen eigenen Aggressionstrieb angenommen. 1909 stellte er die sogenannten Ich- oder Selbsterhaltungstriebe den Sexualtrieben gegenüber, wobei sich jeder Trieb aggressiv (im Sinne von drängend) äußern könne (=erstes Aggressionskonzept). 1915 ordnete er die Aggression und ihr Gefühlsäquivalent, den Hass, eher der Ich-Erhaltung zu (=zweites Aggressionskonzept).1920 erfolgte durch seine Einführung des Todestriebs ein Umbruch im metapsychologischen Diskurs. Freud war zur Überzeugung gekommen, dass das Böse aus der Grundnatur des Menschen nicht auszuschließen sei, wobei die Grausamkeit des ersten Weltkriegs und der Verlust seiner Tochter vermutlich zu diesem Sinneswandel beigetragen haben (Musfeld, 1997 nach Grey, 1987). Der Umbruch führte innerhalb der psychoanalytischen Gesellschaft zu Irritationen und zur Formulierung unterschiedlicher Aggressionstheorien, in deren Rahmen sich die Psychoanalyse von einer‚ endogenen Triebtheorie’ zu einer Theorie der Objektbeziehungen (2004) entwickelte (vgl. Buchta, 2004). Kernberg konzipierte den Triebbegriff schließlich neu: Triebe seien nicht per se vorhanden, sondern würden innerhalb der psychischen Strukturen mit und durch deren Aufbau entstehen. In den Worten des Psychoanalytikers Hans Otto Thomashoff (2009) baue sich unsere psychische Struktur in Wechselwirkung mit unseren Umweltwahrnehmungen auf, die verinnerlicht werden. Besondere Bedeutung komme dabei den frühen Beziehungserfahrungen und den sie begleitenden Affekten zu. Destruktive Aggression und Hass entstünden dieser These nach immer dort, wo Aggression in ihrer frühen Entwicklung aufgrund früher Traumatisierung nicht in die Beziehung integriert werden konnte und abgespalten werden musste. Integrierte Aggression kann im Dienste des Ichs zur Selbstbehauptung und Abgrenzung genutzt werden. Je nach Kultur sind bestimmte Formen der Aggressivität erlaubt und andere tabuisiert, einschließlich des geschlechtsspezifischen Ausdrucks aggressiver Strebungen.


Weiblichkeitskonstruktionen und Aggression in der Psychoanalyse

Freud habe mit Frauen, die ihre aggressiven und selbstbehauptenden Impulse lebten, Schwierigkeiten gehabt, so Buchta (2004). In „Tabu der Virginität“ (1918) habe er die Angst beider Geschlechter vor einer derartigen Frau thematisiert.

Damit hat er dem patriarchalen Tenor der Jahrhundertwende entsprochen, der auf der Angst vor einer Feminisierung der Kultur gründete. Man denke an die Darstellung der Vagina Dentata in Otto Weiningers Werk „Geschlecht und Charakter“.

Über die psychosexuelle Entwicklung schrieb Freud, dass das Mädchen beim Entdecken des Geschlechtsunterschieds aufgrund seiner Penislosigkeit eine tiefe narzisstische Kränkung erlebe, für die es die Mutter verantwortlich mache (vgl. Freud, 1931). Enttäuscht wende es sich von ihr ab und dem Vater zu, in der Hoffnung, von ihm einen Penis oder als Ersatz später ein Kind zu bekommen. Weil sich das Mädchen als bereits kastriert erlebe, entwickle es keine Kastrationsangst. Ein schwaches Über-Ich, eine geringere Empfänglichkeit für Norm- und Rechtsgefühl sowie fehlende Selbstansprüche seien die ubiquitären Konsequenzen der psychosexuellen Entwicklung des Mädchens. Freud beschreibt damit die Geschichte der Frau als Geschichte des Mangels, des Neids und der Unzulänglichkeit, und schließt damit an die patriarchale Weiblichkeitskonstruktion seit Aristoteles an.

Weibliche Aggression ist in seinem Konzept nach innen gerichtet und drücke sich im Masochismus der erwachsenen Frau aus.  

In den zwanziger und dreißiger Jahren entbrannte eine Kontroverse der Weiblichkeitstheorien, die später durch den Nationalsozialismus wieder verstummte.

Getragen wurde diese von freudkritischen Psychoanalytikerinnen wie Ernest Jones und Karen Horney (1924). Letztere stellte sich mit ihrem Konzept der Identifizierung offen gegen Freuds Konzept der biologisch angelegten Minderwertigkeit der Frau. Laut Buchta (2004) sei diese daraufhin von Freud abgestraft worden, der ihr empfohlen habe, sie möge doch ihren eigenen Penisneid bearbeiten. Weniger kritische Psychoanalytikerinnen wie Helene Deutsch und Marie Bonaparte orientierten sich an Freuds phallokratischen Entwürfen und wurden von ihm rezipiert. Helene Deutsch ist jedoch die erste, die auf eine verlängerte präödipale Beziehung des Mädchens zur Mutter hinweist.

Erst in den siebziger Jahren entbrannte die Debatte um psychoanalytische Weiblichkeitstheorien gemeinsam mit der Frauenbewegung erneut. Feministische Ansätze gewannen an großer Bedeutung im Bemühen Freuds phallokratische Weiblichkeitskonstruktion zu dekonstruieren.

Chasseguet-Smirgel benannte und kritisierte den „phallische Monismus“ Freuds. Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter und ihre Auswirkung auf Frauen rückte diskursiv in den Vordergrund.

Rohde-Dachser (1990, nach Buchta, 2004) fasst diese Theorien unter dem Begriff „Psychoanalytische Sozialisationstheorien“ zusammen. Die Vertreterinnen (z.B. Chodorow, Olivier, Gilligan) würden sich auf die Asymmetrie der Geschlechterverhältnisse in der Kindererziehung der bürgerlichen Kleinfamilie beziehen: Da die primären Bezugspersonen der Kinder weiblich seien, weil sich hauptsächlich die Mütter um die Kinder kümmern würden, würde das Kind in einer asymmetrischen Geschlechterordnung sozialisiert werden. Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter sei von Gleichheit geprägt, während die Beziehung zwischen Mutter und Sohn auf Differenz beruhe. Der Junge würde dadurch in seinem Autonomiebestreben besser gespiegelt werden, während das Mädchen aufgrund seiner „Gleichheit“ von der Mutter unbewusst dazu aufgefordert werde, sich in sie einzufühlen. Aus diesen Unterschieden in der frühen Sozialisation der Kinder würden sich unterschiedliche Identifizierungen und Persönlichkeitsstile entwickeln. Die weibliche Persönlichkeit entwickle sich in Richtung Verbindung und Gleichheit, die männliche in Richtung Differenz und Autonomie.

An diesen psychoanalytischen Sozialisationstheorien kritisiert Buchta (2004), dass sie die weibliche Bindungsfähigkeit sowie eine innige lebenslange Beziehung zwischen Mutter und Tochter idealisieren. Sie sucht nach der Bedeutung der Aggression in der Mutter-Tochter-Beziehung in diesem Konzept:

„Die kleine Tochter spürt natürlich, dass die Mutter sich „mit ihr eins wähnt“ und dass sich abzulösen und ein selbstständiges Individuum zu werden das Gleichgewicht der Mutter bedrohen. Sie wird sich danach richten. So kann ein fehlendes Ablösungserlebnis von Generation zu Generation weitergegeben werden.“ Denn die Tochter sei so im Zusammenspiel mit der Mutter auf das Ideal der Mütterlichkeit verpflichtet, dem Tabu der Aggression zwischen Frauen inbegriffen (Buchta, 2004, S. 89).   

Rohde-Dachser, die die Beiträge zur Geschlechterdifferenz 1989 mittels tiefenhermeneutischer Methodik auf ihren latenten Inhalt untersucht hat, formuliert die These, dass innerhalb des theoretischen Geschlechtsdiskurses unbewusste Verluste und Kränkungen, die durch den Geschlechterdifferenz entstünden, abgewehrt würden. Denn die Entdeckung des Geschlechtsunterschieds bedeutet auf beiden Seiten den Verlust einer fantasierten Omnipotenz, in der man zugleich Kinder zeugen und gebären könne (Teuber, S.39).

Sie erkennt in den feministische Objektbeziehungstheorien unbewusste Wünsche nach Mutter-Tochter-Beziehungen, in denen es nie zum Bruch käme. Die freudsche Perspektive sei die unbewusste Fantasie eines Jungen, der für seine Mutter der einzige sei, und die immer bei ihm bleiben würde, weil sie abhängig von seinem Penis sei. Während die „männliche Theorie“ dabei den Unterschied betone, seien es in der „weiblichen“ Theorie die Ähnlichkeit, die dem Kind die Mutter sichere (vgl. Teuber, S.38).


Fazit

„Die Aufteilung der Welt in beziehungsfähige Frauen und durchsetzungsfähige Männer zerreißt den Zusammenhang von Autonomie und Bindung. Wenn Beziehungsfähigkeit an einen Teil der Menschheit delegiert und auf den Bereich der persönlichen Bindung reduziert wird, konstituiert sich der Bereich von Weltaneignung und Politik komplementär: als bindungslos und unpersönlich (...) Es muss aber um einen dritten Weg gehen, der Bindung nicht mit Undifferenziertheit und Autonomie nicht mit Bindungslosigkeit verwechselt. (...) Um die Verantwortung für ihr Leben und die Welt, in der sie leben, wahrnehmen zu können, müssen Frauen sich auf diese Fähigkeit zur Aggression positiv beziehen: in Form von Selbstbewusstsein, in Form von Auseinandersetzung, durch Forderung nach Teilhabe an der Macht und auch durch unüberhörbares, lautes Einmischen. (...) Zur Anerkennung eines Menschen eines anderen Menschen gehört auch die Fähigkeit, Grenzen zu ziehen, Widerstand zu bieten und Widerstand zu leisten.“ (Musfeld, S.289)

Ich denke, dass der Stellenwert, welcher Aggressionen von Frauen im psychoanalytischen Diskurs eingeräumt wird, viel darüber aussagt, wie aggressiv („zupackend“) eine Frau in der gegenwärtigen Gesellschaft sein darf, ohne dass ihr aggressives Voranschreiten mit der gegenwärtigen Konstruktion von Weiblichkeit in Konflikt kommt. Die Lebensweise jüngerer Frauen unterscheidet sich in vielem von jenen in den 1960er-Jahren. Trotzdem sind wir von tatsächlicher Geschlechtergleichstellung noch weit entfernt. Das zeigt sich vor allem an der Gehaltsschere (Gender Pay Gap), der daraus resultierenden weiblichen Altersarmut,  der geringen Anzahl von Frauen in Führungspositionen und der Aufteilung der „Familienarbeit“ (Kindererziehung, Haushalt etc.), für die meistens noch immer die Frauen Verantwortung übernehmen.

„Dies kann, neben der Sicherung weiblicher Identität, allerdings noch einem weiteren, verborgenen Ziel dienen, nämlich dem Versuch, auf weibliche Weise Macht und Großartigkeit zu erlangen.“ (Buchta, S. 132 nach Hagemann-White, 1992)

„Es handelt sich jedoch um eine Phantasie, die die realen Einschränkung verbergen soll und die notwendig zu sein scheint, um das Problem der fehlenden symbolischen Repräsentanz für aktive, selbstbewusste Weiblichkeit zu kompensieren.“ (Buchta, S. 132 nach Musfeld, 1997)
 
Es gibt zwei Wege der Veränderung die miteinander in Wechselwirkung stehen:

Auf individueller Ebene ist das die Aufarbeitung der eigenen innerer Konflikte mit Aggression bzw. der Beziehung zur Mutter im Rahmen einer Psychoanalyse. So werden diese Konflikte nicht unbewusst an die Tochter weitergegeben, und sie kann in ihrer Individuation unterstützt werden. Die andere Maßnahme liegt in den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und dem Anregen eines öffentlichen Diskurses, so dass eine symbolische Repräsentanz für aktive Weiblichkeit gefunden werden kann.


Literatur:
- Buchta, Anneliese: Aggression von Frauen. Entwicklungspsychologie, Psychodynamik und Psychotherapie, Stuttgart (Kohlhammer) 2004
- Freud, S.: Einige psychische Folgen des anatomischens Geschlechtsunterschieds in Sexuelleben. Studienausgabe Band 5, Frankfurt am Main (Fischer) 2009
- Seiffge-Krenke, Inge: Aggressionsentwicklung zwischen Normalität und Pathologie, Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht) 2005
- Freud, S.: Über die weibliche Sexualität. 1931, Studienausgabe Band 5, Frankfurt am Main (Fischer) 2009
- Seiffge-Krenke, Inge: Aggressionsentwicklung zwischen Normalität und Pathologie, Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht) 2005
- Freud, S.:. Tabu der Virginität, Studienausgabe Band 5, Frankfurt am Main (Fischer) 2009
- Seiffge-Krenke, Inge: AggressionsentwicklungÜbe zwischen Normalität und Pathologie, Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht) 2005
- Musfeld, Tamara: Im Schatten der Weiblichkeit. Über die Fesselung weiblicher Kraft und Potenz durch das Tabu der Aggression, Tübingen (edition diskord) 1997
- Mitscherlich, M. & Rohde-Dachser, C. (Hg.): Psychoanalytische Diskurse über die Weiblichkeit von Freud bis Heute, (Verlag Internationale Psychoanalyse)
- Teuber, Nadine: Rätsel und Botschaft. Psychoanalytische Geschlechtertheorien zwischen Beziehung und Gesellschaft in Busch, Dobben, Rudel, Uhlig (Hg.): Der Riss durchs Geschlecht. Feministische Beiträge zur Psychoanalyse, Gießen (Psychosozial-Verlag) 2018
- Thomashoff, Hans-Otto: Versuchung des Bösen. So entkommen wir der Aggressionsspirale, München (Kösel) 2009

Kommentare

DWP/TVP | 27-02-2019 10:49

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