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Wien, 14.11.2018, 08:00   DEUTSCH / ENGLISH




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Leitartikel


DER WIENER PSYCHOANALYTIKER möchte nicht nur bereits international etablierten Psychoanalytikern/Innen, sondern auch noch unbekannten Psychoanalytikern/Innen die Gelegenheit geben einen selbstverfassten, bisher noch nicht publizierten Artikel auf der Titelseite unseres Onlinemagazins zu posten!

Im Forum werden dann dazu alle User Stellung nehmen, Fragen formulieren und kommentieren können. Wir wollen dadurch einen bisher so noch nicht dagewesenen, internationalen Gedankenaustausch zwischen Psychoanalyse-Interessierten ermöglichen.
Aktuelle Textsprache ist Deutsch und/oder Englisch.

Bei Interesse, Ihre Zusendungen bitte an:
leitartikel@derwienerpsychoanalytiker.at


(Werden Personenbezeichnungen aus Gründen der besseren Lesbarkeit lediglich in der männlichen oder weiblichen Form verwendet, so schließt dies das jeweils andere Geschlecht mit ein.)

(08.08.2018)

In diesem Artikel sollen die besonderen Umstände untersucht werden, welche die Trauerarbeit bei Verwandten der Desaparecidos - Menschen, die während der letzten zivilen Militärdiktatur in Argentinien verschwunden wurden, zu berücksichtigen hat.

Ich werde untersuchen, wie die Abwesenheit des Körpers einer geliebten Person eine andere Annäherung an den psychischen Apparat und den Trauerprozess erfordert. Wie trauert man um eine vermisste Person? >> weiter




(09.05.2018)

Mit „Normopathie“ ist eine gesellschaftliche Fehlentwicklung bezeichnet, deren kollektive Pathologie nicht mehr wahrgenommen oder akzeptiert wird, weil eine Mehrheit der Bevölkerung bezogen auf gesellschaftlich vorherrschende Werte übereinstimmend denkt und handelt. Es dominiert dabei ein primitiver Abwehrvorgang: „Was alle machen, kann ja nicht falsch sein!“ >> weiter


(07.03.2018)

Das Ritual als Container oder als Rahmen zum Ausleben des Verbotenen

Im Zentrum des Filmausschnitts, der die Zerstörung des Lenin-Denkmals am Majdan 2013/2014 dokumentiert (Techynskyi / Solodunov / Stoykov 2014, 16:37–25:00) ist eine Gruppe von Menschen, die sich um die bereits gefallene Lenin-Statue versammelt haben und sich daran machen, diese mit einem Hammer zu zerschlagen.

Die Szene ist mehrfach von Ambivalenzen durchtränkt.

Die ersten Gefühle, die beim Anschauen der Filmsequenz auftauchen, sind Abscheu und Ekel: vor dem „nationalistischen“ Mob, vor den nationalistischen Parolen, vor Gewalt als Form des Protests, vor dem „Lynchmob“. Im Laufe der Filmsequenz baut sich Spannung auf, die zum Teil als körperliches Zittern wahrgenommen wird. >> weiter




(28.02.2018)

Zur Zerstörung der Denkmale in Umbruchszeiten am Beispiel der Revolution der Würde 2013/2014 in der Ukraine


Die Einleitung

Ein altes russisches Sprichwort besagt: „Zerstören ist nicht bauen.“ Für die Lebenserfahrung eines Menschen ist beides: Zerstören wie Kreativsein, Bauen – immanent. Die Problemlage menschlicher Psyche kündigt sich oft und abermals als folgendes Interpunktionsproblem an: „Zerstören, nicht bauen?“ oder „Zerstören nicht, bauen?“. >> weiter




Lässt sich die Politik psychoanalysieren?

Autor/in: Sabrina Zehetner (DWP)

(06.12.2017)

Der Status Quo des Zusammenspiels zwischen Psychoanalyse und Politik - Dr. David Bell und Dr. Martin Engelberg sind mit beiden Welten vertraut.

Psychoanalyse in der Öffentlichkeit

Die Wahl Donald Trumps hat viele Hobby-Psychoanalytiker und Journalisten dazu motiviert sein Verhalten bis ins kleinste Detail zu analysieren. Bis jetzt wurde er als narzisstisch, größenwahnsinnig und sogar faschistisch bezeichnet. Politische Führungspersönlichkeiten auf der öffentlichen Couch zu platzieren ist kein neues Phänomen. Körpersprache und Rhetorik im Kontext der Politik wurden seit jeher Analysen unterzogen, sind diese jedoch tatsächlich Teil und Aufgabe der Psychoanalyse? >> weiter


(12.07.2017)

Was unterscheidet politische von ökonomischer Leitung und können Personen des öffentlichen Lebens wie Trump analysiert werden? Wir haben den in den U.S.A. lebenden Professor und Experten für Persönlichkeitsstörungen getroffen, um Führung und den fundamentalen Unterschied zwischen Persönlichkeit und Verhalten zu diskutieren.

Sie haben in Ihrem Vortrag Merkmale einer Führungspersönlichkeit diskutiert und sind auch auf den Einfluss von Intelligenz in Form eines Weitblicks eingegangen. Was fördert diesen Weitblick und wie bekommt man diesen? Durch Bildung, oder Erfahrung…?

Otto Kernberg: Intelligenz ist eine komplexe Funktion, die unterschiedliche Fähigkeiten miteinschließt. Wenn wir „Intelligenz“ sagen, dann sprechen wir von einer Summe von kognitiven Fähigkeiten, die wir praktisch auf dem Niveau der Abstraktionsfähigkeit messen und die Abstraktionsfähigkeit ist für uns die beste Indikation von allgemeiner Intelligenz, aber es gibt unterschiedliche Arten wie Erkenntnisse aufgenommen und dann integriert werden. Es gibt eine emotionale Intelligenz, eine soziale Intelligenz, eine mathematische Intelligenz. Das sind verschiedene Funktionen. Zuerst einmal ist Intelligenz genetisch bestimmt und das drückt sich natürlich in der Struktur des zentralen Nervensystems aus, besonders in der Struktur der Hirnrinde.


Intelligenz ist also teilweise determiniert...

Otto Kernberg: Ja teilweise, aber teilweise hängt sie genauso auch von den kognitiven Erfahrungen der ersten Lebensjahre ab – besonders der Art, in der ein Kind Interesse am eigenen Denken entwickelt, und indem die Umwelt das Interesse am eigenen und emotionalen Denken stärkt, so dass das Interesse für ihr emotionales und geistiges Innenleben gezeigt wird, und die Möglichkeit gegeben wird darüber mit den Eltern zu sprechen. Dadurch wird ihre Intelligenz auch in vielerlei Hinsicht entwickelt und ist im Grunde genauso wichtig wie angeborene Fähigkeiten. Es ist wirklich eine Kombination von Fähigkeiten, die sowohl von Genetik und Konstitution stammt als auch Umwelteinflüssen und zwischenmenschlichen Beziehungen der ersten Lebensjahre, die sich dann weiterentwickelt. Die besondere Fähigkeit, Schlüsse von jetzigem Verhalten auf zukünftige Entwicklungen zu ziehen, ist eine spezielle Funktion, die auch entwickelt und gelernt werden kann, und wie ich gestern schon sagte – Je länger die Spanne des Einflusses der jetzigen Entscheidungen auf die Zukunft ist, desto höher ist diese institutionell wichtige Intelligenz. Diese erlaubt es leitende Funktionen in Organisationen und im politischen Leben zu entwickeln. >> weiter




(22.02.2017)

“Come with me”
“Let’s go with the princess”
“Yes, I am a princess”

[“Kommt mit mir”
“Lasst uns mit der Prinzessin gehen”
„Ja, ich bin eine Prinzessin]

Das Ankommen ist nicht das Letzte, das sie überbewältigen müssen. Es ist nur eines der vielen Hindernisse, die sie überwinden müssen, um Freiheit zu erlangen, ihre Freiheit. Diese Freiheit, das Ziel für diese Jugendliche, ist die Freiheit ohne Probleme leben zu können. „Ich bin ein Jugendlicher, ich weiß nicht was mit mir passiert. Mein Körper, meine Gedanken, alles verändert sich. Trotz Veränderungen und Krieg, ich muss überleben!“ Sie sind auf der Flucht: vor Krieg, Hunger, Durst, Gewalt, Missbrauch, ohne Hoffnung und dem sich näherndem Tod. Sie verlassen ihre Familie und Freunde. Sie sind nicht mehr sicher. Ihre wunderschönen Städte wurden zerstört, überwältigt von Hass. Die Art von Hass, der weit über Zeit hinaus Anhaltet und absolut keinen Raum übrig lässt. Kein Raum für irgendetwas, nicht einmal für Leichen. „Ich könnte eine dieser Leichen sein/werden, es ist besser wegzurennen!“. Einmal Angekommen, sind manche Desorientiert, ihre Augen sind voll von Terror. Dieser Terror, der ihre Hirne und Herzen infiziert hat, während der Monaten langen, letzten Reise. Ihre Augen sind leblos, dank der physischen und mentalen Torturen, die ihnen sowohl an Bord sowie auf Land zugefügt wurden. Andere kommen an mit den Traum einen Verwandten oder Freud wiederzufinden, der es „durch Europa geschafft hat!“. Sizilien, wir sind fast da! Ja, ich sah sie. Ich hatte die Ehre zu beobachten und sie auf ihrer letzten Etappe zu begleiten: für die Inspektion nach der Landung. Wie sie in den Hafen meiner Stadt angekommen sind, erinnere ich mich an die Szenen, die die Nachrichten ausstrahlten und ich kann bestätigen, dass sie so sind, wie sie uns im Fernsehen gezeigt wurden.



Trauma senza fine: giovani migranti in “fuga” dalla realtà
“Andiamo con la principessa”

“Venite con me”
“Andiamo con la principessa”
“Si, sono una principessa”


Lo sbarco non è l’ultima fatica che devono affrontare, è soltanto uno dei tanti ostacoli che devono superare per raggiungere la libertà, la loro libertà, quella a cui tutti i ragazzi aspirano, quella del vivere liberi dai problemi e godersi la vita: “Perché sono un adolescente, perché non so cosa mi sta succedendo, qui cambia tutto, il mio corpo cambia, cambiano i miei pensieri. Ma c’è la guerra, devo sopravvivere, intanto continuo a cambiare, ma devo sopravvivere!”. Scappano, scappano dalla fame, dalla sete, dalle violenze, dai maltrattamenti, dagli abusi, dalla morte dietro l’angolo, dalle speranze distrutte, dagli affetti, dagli amici, non sono più al sicuro. Le loro bellissime città sono distrutte, annientate dall’odio, quello che persiste nel tempo e non lascia spazio, non c’è spazio per nessuno, non c’è più spazio nemmeno per i cadaveri.  “Tra i cadaveri potrei esserci io, allora, Sì scappiamo!”. Arrivano disorientati, alcuni hanno gli occhi spenti dal terrore, quello che ha pervaso le loro menti e il loro cuore durante i mesi di viaggio, occhi spenti dalle torture fisiche e psicologiche subite in mare e in terra. Altri, arrivano con gli occhi sognanti, sognano di poter raggiungere un parente o un amico che “ce l’ha fatta”, è riuscito ad arrivare in Europa. Sicilia, ci siamo quasi! Si, io li ho visti, ho avuto l’onore di guardarli, di accompagnarli pochi minuti durante l’ennesima fatica, i controlli post-sbarco. Mentre li vedevo arrivare, scesi, dal gommone che dalla nave che li conduce dentro i confini del porto della mia città, ricordavo le scene che che mandano in tv, sì sono come li vediamo in tv. >> weiter



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