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Wien, 14.11.2018, 08:11   DEUTSCH / ENGLISH




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Leitartikel


DER WIENER PSYCHOANALYTIKER möchte nicht nur bereits international etablierten Psychoanalytikern/Innen, sondern auch noch unbekannten Psychoanalytikern/Innen die Gelegenheit geben einen selbstverfassten, bisher noch nicht publizierten Artikel auf der Titelseite unseres Onlinemagazins zu posten!

Im Forum werden dann dazu alle User Stellung nehmen, Fragen formulieren und kommentieren können. Wir wollen dadurch einen bisher so noch nicht dagewesenen, internationalen Gedankenaustausch zwischen Psychoanalyse-Interessierten ermöglichen.
Aktuelle Textsprache ist Deutsch und/oder Englisch.

Bei Interesse, Ihre Zusendungen bitte an:
leitartikel@derwienerpsychoanalytiker.at


(Werden Personenbezeichnungen aus Gründen der besseren Lesbarkeit lediglich in der männlichen oder weiblichen Form verwendet, so schließt dies das jeweils andere Geschlecht mit ein.)

Transgenerationales Trauma (Teil II)

Autor/in: Silvia Prosquill (DWP)

(23.05.2018)

Trauma als Identifizierungsprozess

Bohleber beschreibt die transgenerationelle Weitergabe eines Traumas mit dem Prozess der Identifizierung und führt für diesen Identifizierungsprozess fünf „allgemeine Charakteristika“ an, die diesen Typus von Identifizierungen von anderen Formen unterscheidet. Erstens bezieht sich die Identifizierung auf ein vergangenes Ereignis. Zweitens handelt es sich bei diesen Prozessen um primitive und totale Identifizierungen mit dem Elternteil. Die traumatisierten Eltern benötigen eine „Regulierung ihres prekären narzisstischen Gleichgewichts und sie bemächtigten sich in dieser Not psychisch ihres Kindes“, indem sie die abgespalteten, „totgesagten“ Anteile unbewusst auf das Kind projizieren.
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Transgenerationales Trauma (Teil I)

Autor/in: Silvia Prosquill (DWP)

(16.05.2018)

„Trauma ist ansteckend“ – so lautet das Postulat von Judith Herman. Mit diesen Worten hat die Autorin auf den Zusammenhang des Erleidens und der Weitergabe von schweren seelischen Belastungen innerhalb diverser Beziehungsstrukturen hingewiesen. Freud hat sich bereits mit transgenerational weitergegebenen, emotionalen Prozessen in seiner Arbeit „Totem und Tabu“ befasst. So postuliert er, dass wir

„[…] annehmen [dürfen], daß keine Generation imstande ist, bedeutsamere seelische Vorgänge vor der nächsten zu verbergen. Die Psychoanalyse hat uns nämlich gelehrt, daß jeder Mensch in seiner unbewußten Geistestätigkeit einen Apparat besitzt, der ihm gestattet, die Reaktionen anderer Menschen zu deuten, das heißt, die Entstellungen wieder ..."
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(09.05.2018)

Mit „Normopathie“ ist eine gesellschaftliche Fehlentwicklung bezeichnet, deren kollektive Pathologie nicht mehr wahrgenommen oder akzeptiert wird, weil eine Mehrheit der Bevölkerung bezogen auf gesellschaftlich vorherrschende Werte übereinstimmend denkt und handelt. Es dominiert dabei ein primitiver Abwehrvorgang: „Was alle machen, kann ja nicht falsch sein!“ >> weiter


(10.01.2018)

Zusammenfassung: Ich biete hier meine Überlegungen über den aktuellen Stand und die Zukunft der Psychiatrie ausgehend von der letzten Internationalen Konferenz für Psychiatrie und Philosophie an, die in Madrid (November 2017) veranstaltet wurde. Diejenigen, die die philosophische Natur der Psychiatrie ernst nehmen, sind empfindlicher für das anhaltende Gefühl der Frustration, durch die Pattsituation in der sie steckt. In der Tat haben einige offen ihre Frustration ausgedrückt. >> weiter


(27.07.2016)

Intersubjektivität in der Psychoanalyse

Infolge der Auseinandersetzung mit der Theorie und Technik der Psychoanalyse bin ich auf die „Theorie der Intersubjektivität“ gestoßen, die mich näher an mein Ziel brachte. Ich möchte einen kleinen Einblick ermöglichen. Eine Definition, die ich gelungen finde, rückt den Patienten und Analytiker in den Mittelpunkt des Verstehens und zeigt, dass „die Psychoanalyse Phänomene zu erhellen versucht, die innerhalb eines spezifischen psychischen Feldes auftauchen, welches durch die Überschneidung zweier Subjektivitäten – der des Patienten und der des Analytikers - konstituiert wird“ (Atwood und Stolorow in Donna M. Orange at al. 2001, 11).

Subjektivität wird in der Theorie der Intersubjektivität vorausgesetzt. Präziser gesagt, geht es um zwei oder mehrere unterschiedliche Subjektivitäten und die Wechselwirkung zwischen diesen (vgl. Donna M. Orange at al. 2001,11). Es geht darum, zu verstehen, dass wir nur innerhalb des intersubjektiven Feldes psychoanalytisch arbeiten und verstehen können, das heißt, wir „müssen die Theorie, die Vorurteile und Grundannahmen überprüfen, die unsere eigene Subjektivität prägen“ (Donna M. Orange at al. 2001, 13). Es wird die Ansicht vertreten, “daß sich relationale Kontexte wechselseitig konstituieren: Wie Literaturtheoretiker manchmal sagen, erschafft der Schriftsteller den Leser, und der Leser läßt den Schriftsteller entstehen“ (Donna M. Orange at al. 2001, 13). >> weiter


(20.07.2016)

Ferenczis Beitrag

Auf die Frage, was Psychoanalyse ist, antwortete Freud einmal: „Ein Gespräch zwischen zwei… Personen. […] Es geht nichts anderes zwischen ihnen vor, als daß sie miteinander reden" (Freud in Haynal, 2000, 11).

Es sollte sich bald herausstellen, dass diese Definition mehr als unzureichend war, vor allem in Bezug auf die Technik. „Freud hat sich leidenschaftlich für die theoretische Erforschung eingesetzt, doch die Technik, die Praxis und die einzigartige Beziehung standen nicht immer im Mittelpunkt seines Interesses“ (Haynal, 2000, 13).

André Haynal stellte in seinem Buch dar, dass es Probleme in Verbindung mit der Technik gab und diese eine doppelte Zweideutigkeit aufwiesen: „In seinen technischen Schriften stellt er Regeln auf, während er diese an anderer Stelle zu entwerten scheint und sagt, diese Regeln seien wie Brücken für >Anfänger< […] Die zweite Zweideutigkeit – scheinbar oder real – liegt bei Freud in dem Widerspruch zwischen seiner Praxis, wie sie uns durch seine Fallbeschreibungen und aus Zeugenaussagen bekannt ist, und seiner >offiziellen< Position, wie sie in seinen Schriften über die Technik erscheint" (Haynal, 2000, 1). >> weiter



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