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Wien, 14.11.2018, 07:22   DEUTSCH / ENGLISH




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Leitartikel


DER WIENER PSYCHOANALYTIKER möchte nicht nur bereits international etablierten Psychoanalytikern/Innen, sondern auch noch unbekannten Psychoanalytikern/Innen die Gelegenheit geben einen selbstverfassten, bisher noch nicht publizierten Artikel auf der Titelseite unseres Onlinemagazins zu posten!

Im Forum werden dann dazu alle User Stellung nehmen, Fragen formulieren und kommentieren können. Wir wollen dadurch einen bisher so noch nicht dagewesenen, internationalen Gedankenaustausch zwischen Psychoanalyse-Interessierten ermöglichen.
Aktuelle Textsprache ist Deutsch und/oder Englisch.

Bei Interesse, Ihre Zusendungen bitte an:
leitartikel@derwienerpsychoanalytiker.at


(Werden Personenbezeichnungen aus Gründen der besseren Lesbarkeit lediglich in der männlichen oder weiblichen Form verwendet, so schließt dies das jeweils andere Geschlecht mit ein.)

WER SCHÜTZT DIE SCHUTZENGEL?

Autor/in: Sophia Benedict

(23.08.2017)

Was für Überraschungen bringt manchmal das Leben! Jahrzehntelang lebt man mit einem Menschen in einer Stadt und begegnet ihm nie auf der Straße, während der andere nur einmal in deine Stadt kommt, und man plötzlich in einer Wegunterführung aufeinanderstößt. So sah auch ich plötzlich in einem Abteil einen Menschen, den ich nur einmal im Leben gesehen hatte. Diese Frau hat mir vor ihrer Abreise aus Wien ihre Tagebücher überreicht, mit dem Angebot, ein Buch daraus zu machen. Dabei hat sie allerdings ihren richtigen Namen nicht genannt. Jetzt saß sie mir gegenüber im Abteil eines Zuges, der uns aus Moskau weit nach Osten forttrug. Nach einer kurzen Ungeschicklichkeit, begann das Gespräch so leicht, wie es nur in Zügen und nur unter Russen üblich ist. Sie sah gut aus, gepflegt und glücklich.

„Ach, ich muss nichts vor Ihnen verbergen“, sagte sie, „doch haben Sie an meinem Manuskript über die Geschichte meiner Psychoanalyse gearbeitet…“

„Schade, ich wusste nicht, dass wir uns treffen, sonst hätte ich für Sie ein Exemplar des Buches mitgenommen. Es ist bereits erschienen.“

„Keine Sorge, ich habe das schon gesehen. Danke, dass Sie meinen Buchtitel nicht geändert haben.“



КТО ХРАНИТ АНГЕЛА-ХРАНИТЕЛЯ?

Что за сюрпризы преподносит порой жизнь! Десятилетиями живешь с человеком в одном городе и ни разу не встретишь его на улице, а другой лишь однажды приедет в твой город, и вот вы уже столкнулись нос к носу в подземном переходе. Так и я, оказалась вдруг в одном купе с человеком, которого видела всего раз в жизни. Эта женщина, уезжая из Вены, вручила мне свои дневники, предложив сделать из них книгу, и при даже не назвав своего настоящего имени. И вот она сидит напротив, в купе поезда, уносящего нас из Москвы далеко на восток. Выглядит она прекрасно – ухоженная, счастливая. После краткой первой неловкости разговор завязался легко и просто, как это бывает только в поездах и только среди русских.

– Ах, мне нечего от вас скрывать, – говорила женщина, – ведь вы работали над моей рукописью, над историй моего психоанализа….

– Жаль, я не знала, что мы с вами встретимся, а то прихватила бы для вас экземпляр. Книга как раз вышла из печати.

– Не беспокойтесь, я ее уже прочла. Спасибо, что вы не изменили ее заглавие. >> weiter




(30.12.2015)

Das Problem der Sexualität ist, als eines der Hauptthemen der Psychoanalyse bekannt. Philosophen, die im Kontext der Psychoanalyse denken, sind es leid, ständig zu bekräftigen, dass die von Freud entwickelte Sexualtheorie, nicht dazu da ist, die Fragen im Zusammenhang mit der menschlichen Sexualität zu lösen, im Gegenteil, sie ist in sich selbst eine Art, eine Frage zu stellen. In der Tat, die psychoanalytische Theorie der Sexualität sagt nichts Neues über Sex aus, Lacan selbst sagt: "Sie [die Psychoanalyse] bedeutet keine Anerkennung von irgendeiner Substanz dessen, auf dem sie behauptet, zu arbeiten, auch die der Sexualität. Mit der Sexualität, in der Tat, arbeitet sie sehr wenig. Sie lehrt uns nichts Neues über den Vorgang von Sex"[1]. Nach der Theorie der Psychoanalyse, ist die Sexualität kein verborgener Sinn unseres inneren Lebens, sondern ist selbst von einem bestimmten Sinn beraubt.

Um die Bedeutung der psychoanalytischen Theorie der Sexualität zu verdeutlichen, sollten wir uns Freuds "Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie" zuwenden. Alenka Zupančič fasst die, in diesem Werk angegebene Theorie, wie folgt zusammen: "Sexualität ist ein Paradox, eine geschüttelte Abweichung von einer Norm, die nicht existiert" [2].



Ламелла без кота, или психоаналитическая теория сексуальности

Вопрос сексуальности, как известно, является основным вопросом психоанализа. Размышляющие в контексте психоанализа философы уже устали повторять, что выдвинутая Фрейдом теория сексуальности не призвана разрешать проблемы, связанные с сексуальностью человека, напротив, она сама по себе является способом постановки проблемы. Психоаналитическая теория сексуальности не говорит ничего нового о самом сексе — Лакан утверждает, что “никакой субстанции, на которую он (психоанализ) претендовал бы воздействовать, в том числе субстанции сексуальной, он, даже молчаливо, не признает… О том, как работает сексуальность, мы от него ничего нового не узнали” [1]. В соответствии с теорией психоанализа, сексуальность также не является неким скрытым смыслом нашей внутренней жизни, она сама лишена какого-либо определенного смысла.

Чтобы прояснить значение психоаналитической теории сексуальности, нам следует обратиться к “Трем очеркам по теории сексуальности” Фрейда. Аленка Зупанчич, ведущий представитель Люблянской школы психоанализа, следующим образом суммирует изложенную в этой работе теорию: “сексуальность — это основанное на парадоксе отклонение от нормы, которой не существует” [2]. >> weiter




IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: JULIE RESHE / DWP

(23.12.2015)

In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Julie Reshe zu begrüßen:

Sie ist ein hervorstechende junge Philosophin, Intellektuelle und Künstlerin. Sie ist zurzeit eine der Direktoren des Instituts für Psychoanalyse (The Global Center for Advanced Studies). Durch Erkenntnisse aus der Philosophie, Psychoanalyse, Neurowissenschaften und der Kunst, fokussiert sie ihren multidisziplinären Ansatz auf Fragen des kulturellen Posthumanismus. Artikulation des nicht-menschlichen, des Subjekt-Übergreifenden und des Modifizierbaren, beanstandet ihre Kritik die traditionelle Lebensweise. Ihre Forschungsinteressen umfassen sowohl die Evolution der Sprache und der Kultur, Bildung, Studien über Kindheit, als auch Gender und Sexualität. Julie Reshe veröffentlicht regelmäßig in Mainstream-Zeitschriften und geschätzten Fachzeitschriften. Sie hat einen MA-Abschluss in Philosophie von der Nationalen Taras-Schewtschenko-Universität Kiew. Julie studierte auch Kulturtheorie an der Nationalen Universität Kiew-Mohyla Akademie. Sie erhielt ihren Doktortitel in Philosophie und Psychoanalyse in Slowenien, wo sie unter der Aufsicht von Alenka Zupančič am Institut für Philosophie der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste studierte.


Жюли Реше – незаурядный молодой философ, интеллектуал и фотограф. В настоящее время она является директором Института психоанализа Глобального центра передовых исследований. Исходя из философии, психоанализа, нейронауки и теории искусства, ее междисциплинарный подход сосредоточен на теме культурного постгуманизма. Артикулируя не-человеческое, транс-субъективное и модифицируемое, ее критика оспаривает традиционные способы жизни. Ее научные интересы включают эволюцию языка и культуры, теорию образования, а также исследования детства и сексуальности. Жюли регулярно публикуется как в публицистических, так и в научных изданиях. Она имеет степень магистра философии Киевского национального университет имени Тараса Шевченко. Жюли также изучала теорию культуры в Национальном университете "Киево-Могилянская академия" . Она получила докторскую степень в области философии и психоанализа в Словении, где она училась под руководством Аленки Зупанчич в Институте философии Словенской академии наук и искусств. >> weiter


(26.08.2015)

Durch gesellschaftliche Veränderungen haben Traditionen und Konventionen ihren Einfluss weitgehend eingebüßt. Vieles ist ungewisser geworden, die Zukunft offener. Anders als früher ist der Einzelne im Arbeitsleben unablässig mit Wandlungen konfrontiert, denn um nicht zu veralten muss der Mensch mobil und flexibel sein (vgl. Busch, 2009, S.35).

Die schöne neue Welt bietet viele Möglichkeiten, allerdings fordert sie auch ihren Tribut in Form von massiver Symptombildung ein:

-) Depression und Antriebslosigkeit: Das Individuum verliert aufgrund des unaufhörlichen Drucks, sich als selbst auf dem Markt anbieten zu müssen, seine Motivation. Infolge dessen wird es antriebslos, was letztlich Depression und Handlungsunfähigkeit als Folge nach sich zieht (vgl. Busch, 2009, S.39).

-) Dumpfheit und Apathie: Bedingt durch die Beziehungsarmut, die empfunden wird, erfolgt eine Förderung von Dumpfheit und Apathie. Somit wird ermöglicht, dass die Arbeitswelt unberührt mit vollzogen oder zumindest über sich ergehen gelassen wird. „Bei Krankheits - und Todesfällen fragen wir nicht selten als Erstes: Was hat derjenige falsch gemacht?“ (ebd., 2009, S.47)



Современный прекрасный новый мир:проблемы и походы к их решению

В результате изменения обществ традиции и конвенции потеряли их влияние. Многое стало неизвестно, так как и будущее стало открыто. В отличие к прошлому, появилось вынуждение быть мобильным и гибким человеком, чтобы не являться устаревшим кадровым ресурсом (см. Буш, 2009, стр.35).

Прекрасный новый мир предоставляет много возможностей, но он также призывает к их дани в качестве массивного образования симптомов:

-) Депрессия и апатия: Из-за напряжения, которое исходит из-за постоянной потребности предлагать себя и свои услуги на рабочем рынке, человек теряет мотивацию. В результате появляется равнодушие к событиям окружающей действительности, что в конечном итоге приводит к депрессии и к неспособности действовать (см. Буш, 2009, стр.39).

-) Затмение и апатия: недостаток в отношениях вызывает затмение и апатию. Таким образом появляется возможность присутствовать рабочей практики нетронутым, по крайней мере подчиниться под нее. Первый вопрос, который возникает при заболевании/смерти: «что тот сделал не так»(там же, 2009, стр.47)? >> weiter


IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: LOUISA ABRAMOV / DWP

(19.08.2015)

In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Louisa Abramov aus Wien, Österreich zu begrüßen:

Abgeschlossenes Studium der Betriebswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien, abgeschlossenes Studium der Psychotherapiewissenschaften an der Sigmund Freud Universität, Ausbildung zur Psychoanalytikerin am PSI Innsbruck, OPD-2 Zertifizierung (Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik). Psychoanalytikerin in freier Praxis, Finanzvorstand der Akademie Löwengasse, Assistentin im Lighthouse – Verein für Menschen in Not.


Магистр делового администрирования - Венский университет экономики, магистр научной психотерапии - университет Зигмунд Фрейд, психоаналитик - ПСИ Инсбрук, ОПД-2 сертификация (оперативная психодинамическая диагностика). Психоаналитик в частной практике, финансовый директор Академии Лёвенгассэ, сотрудник Лайтхаус Вена - организация для людей, нуждающихся в помощи. >> weiter



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