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Wien, 14.11.2018, 07:38   DEUTSCH / ENGLISH




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Leitartikel


DER WIENER PSYCHOANALYTIKER möchte nicht nur bereits international etablierten Psychoanalytikern/Innen, sondern auch noch unbekannten Psychoanalytikern/Innen die Gelegenheit geben einen selbstverfassten, bisher noch nicht publizierten Artikel auf der Titelseite unseres Onlinemagazins zu posten!

Im Forum werden dann dazu alle User Stellung nehmen, Fragen formulieren und kommentieren können. Wir wollen dadurch einen bisher so noch nicht dagewesenen, internationalen Gedankenaustausch zwischen Psychoanalyse-Interessierten ermöglichen.
Aktuelle Textsprache ist Deutsch und/oder Englisch.

Bei Interesse, Ihre Zusendungen bitte an:
leitartikel@derwienerpsychoanalytiker.at


(Werden Personenbezeichnungen aus Gründen der besseren Lesbarkeit lediglich in der männlichen oder weiblichen Form verwendet, so schließt dies das jeweils andere Geschlecht mit ein.)

Yasemin (Teil II)

Autor/in: Hale Usak

(26.09.2018)

Weiblichkeit – Mütterlichkeit – Weitergabe

Die Mütterlichkeit und die Weiblichkeit an sich als Beziehungen zwischen Mutter/mütterlichen Bezugspersonen und Tochter, zwischen Schwestern wie auch als Ehefrau sind im Film sehr sensibel dargestellt. Die noch sehr jung wirkende Mutter von Yasemin, die noch zwei Mädchen und einen Jungen als das jüngste Kind hat, wodurch Assoziationen vom langersehnten Sohn erweckt werden, wirkt sehr asexuell und mit der schwachen Rolle der Frau als Stereotyp der traditionellen türkischen Frau behaftet. „Du bist eine Frau, hast du noch nicht begriffen?“ (13 min. 6 sek.), fragt sie Yasemin in Bezug auf die väterlichen Verbote, definiert sie damit als Ihresgleichen und dämmt somit ihre Lebendigkeit ein. Gleichzeitig schürt sie die Enge noch mehr, indem sie Yasemin wie ihr kleines Baby liebkost („Amanda Anasının Kuzusu!“, „Ach, du Mamas Lämmchen!“ (13 min. 15 sek.). >> weiter




Yasemin (Teil I)

Autor/in: Hale Usak

(19.09.2018)

Weibliche Adoleszenz in der Zweiweltlichkeit.

Zur Aktualität des Historischen in psychoanalytischen Psychotherapien

Es war im Jahre 1988. Vermutlich ein Samstagabend, an dem meine Eltern mit uns Kindern eine befreundete „Gastarbeiterfamilie“ in der Nachbarschaft besuchten. Ich kann mich an eine lebendige Gesellschaft erinnern, an einen vom hellen Licht der Deckenleuchte durchdrungenen Raum, in dem sich die Erwachsenen und die Kinder in ihren eigenen Lebenswelten unterhielten. Unsere Eltern saßen auf den − damals in sogenannten „Gastarbeiterheimen“ gängigen – „Sitzliegen“ und plauderten, während die Kinder am Boden in ihre Spiele vertieft waren. Wir waren eingehüllt in türkische ... >> weiter




„Wenn Du von einem Dieb träumst,..."

Autor/in: Omnia El Shakry

(07.02.2018)

„Wenn Du von einem Dieb träumst, wirst du einen Gast bekommen.“
Bekanntes ägyptisches Sprichwort


Wenn der Traum ein Bilderrätsel oder ein Rebus ist, wie Freud uns erinnert, was ist dann der Status kollektiver Träume oder bekannter Sprüche? Das bekannte ägyptische Sprichwort "Wenn du von einem Dieb träumst, wirst du einen Gast bekommen", argumentierte Najib Badawi 1950, könnte tatsächlich mit der Psychoanalyse in Einklang gebracht werden. Indem Badawi das Sprichwort nach seiner Symbolik und seiner prädiktiven Kraft aufteilte, plädierte er für eine Anpassung der Freud’schen Methodologie in der Traumdeutung an das kollektive Unbewusste des Populären, das durch Mythen oder Sprüche ausgedrückt wird. >> weiter


Das Tabu

Autor/in: Silvia Prosquill (DWP)

(27.12.2017)

Freud bezeichnet in seinem Werk „Totem und Tabu“ (1913) bereits eine etymologische Begriffserklärung als schwierig. So entstamme das Wort Tabu aus dem polynesischen Sprachraum, allerdings fehle uns der damit bezeichnete Begriff. Die Suche der Begriffsherkunft aus dem Römischen („sacer“ – heilig, verflucht), dem Griechischen (άγος [hagos] – abscheulich, ἅγιος [hagios] – heilig) und Hebräischen hebt er die in den Begriffen immer enhaltene, entgegengesetzte Mehrdeutigkeit hervor. So findet sich in der Wortbedeutung jeweils einerseits „heilig und geweiht“ und andererseits „verboten und gefährlich“, dem Freud den abendländischen Begriff der „heiligen Scheu“ gegenüberstellt. >> weiter


(28.11.2017)

Noch ein Schritt zurück: Ich frage mich, warum Souleymane uns an jenem Abend diese Verwandlungs- und Wiedergeburtsgeschichte präsentierte. Welchen symbolischen Platz nimmt sie für Souleymane selbst ein? Ich weiß nicht mehr wie wir uns diesem Thema annäherten. Möglicherweise habe ich ihm über Psychoanalyse und den im Dogonland forschenden Ethnopsychoanalytiker Paul Parin erzählt. >> weiter




(22.11.2017)

Prolog
Dieser Essay ist 2011 im Anschluss an einen mehrwöchigen Aufenthalt in Mali/Westafrika entstanden. Gemeinsam mit meiner Familie besuchte ich ein in Bandiagara arbeitendes, befreundetes Ehepaar. Bandiagara ist eine Kleinstadt im Südosten Malis am Rande einer felsigen Klippenzone, der Falaise, welches 1989 mit seinen rund 300 Dörfern als Weltkultur- und Weltnaturerbe in die Unesco-Liste aufgenommen wurde. Die Felsen um Bandiagara wurden im Laufe des 14. Jahrhunderts vom Volk der Dogon – ... >> weiter




(09.08.2017)

Indonesien ist ein Land mit vielen verschiedenen Stämmen und Traditionen. Das ist einer der Gründe warum das Land so reich an Mythologie und Symbole von antiken Zivilisationen ist, die man durch historische Relikte sehen kann, wie zum Beispiel Tempel, Reliefs, Stupas usw. Einer der bekanntesten Mythologien stammt von Sunda. Genaugenommen vom westliche Java, vor allem Sangkurian. Es handelt sich um einen jungen Mann der seinen Vater ermordet und der seine Mutter liebte. Natürlich erinnert uns die Geschichte von Sangkurian sofort an die griechische Mythologie, speziell die vom Ödipus. Und es ist so, die Geschichte von Sangkurian hat eine ähnliche Handlung, wie die Geschichte vom Ödipus, aber es gibt auch Unterschiede. Vor allem die Präsenz von symbolischen Elementen in ihr. Bevor wir das weiter diskutieren, würde ich gerne die LeserInnen einladen sich mit der Geschichte von der Sunda Mythologie genannt Sangkurian vertraut zu machen…

In längst vergangenen Zeiten lebte in Westjava eine wunderschöne Prinzessin namens Dayang Sumbi. Die Schönheit von Dayang Sumbi brachte viele Prinzen dazu um Sie zu streiten und in Folge dessen kam es an vielen Stellen zu Krieg. Es brachte schließlich Dayang Sumbi am Ende dazu, in Begleitung eines klugen Hundes namens Tumang tief in den Wald zu fliehen. In den Tiefen des Waldes leben Dayang Sumbi und Tumang zusammen in einer alten Hütte. Eines Tages als Dayang Sumbi gerade webte, verlor sie den Faden. Weil sie zu faul war, sprach sie ohne über ihre Worte nachzudenken: „Wer auch immer meinen Faden aufhebt, falls er männlich ist, soll er mein Ehemann werden und falls er weiblich ist, soll sie meine Schwester werden.“ Unerwarteter Weise hebte Tumang den Faden auf. Dayang Sumbi musste ihr Versprechen einhalten und heiratete Tumang. Aus dieser Ehe kam ein Sohn hervor, den sie Sangkuriang nannten. >> weiter


(22.03.2017)

Ich freue mich über die Gelegenheit, in Der Wiener Psychoanalytiker meine Erfahrung mit partizipativen Forschungsmethoden mit den Karen zu beschreiben und hoffe auf interdisziplinären Gedankenaustausch zu dem Thema. Es würde mich zum Beispiel interessieren, wie Psychoanalytiker die Zeichnungen ([siehe Abbildung 1] Die Autorin dankt ihrem Vater, Franz Vogler, für die technische Bearbeitung der Zeichnungen) der Kinder im Fließtext deuten würden. Ebenso wäre es wichtig zu erfahren, was Ethnopsychoanalytiker zu den Karen und ihrer kulturellen Symbolik zu sagen haben.

Als Sozialwissenschafterin an der Universität Oxford arbeite ich seit mehr als zehn Jahren mit dem Volksstamm der Karen. Die Karen leben vor allem im Hochland von Ost-Burma und Nordwest-Thailand. Aus wirtschaftlichen und kulturellen Gründen haben sie eine marginalisierte Position in der thailändischen Gesellschaft: zunächst leben die meisten Karen als Reisbauern im Hochland von Nordwestthailand wo es nur bedingte Möglichkeiten gibt, Geld durch Handel oder Dienstleistungen zu verdienen. Obwohl viele junge Karen eine Zeit in städtischen Bereichen verbringen um Geld zu verdienen, lebt der Großteil doch in ländlichen Gegenden und hat weniger Einkommen als die Mehrheitsbevölkerung. Kulturell unterscheiden sich die Karen von der Thai Bevölkerung da sie eine eigene Muttersprache haben und ihr Alltagsleben von anderen Höflichkeitsformen geprägt ist, als es bei der Mehrheitsbevölkerung üblich ist. Die Karen tragen auch eine andere Tracht als die Thais und essen andere Speisen. Im praktischen Alltag kommt es jedoch immer wieder zu Überschneidungen der Thai und Karen Kultur, nicht zuletzt da die Karen Kinder in staatliche Schulen gehen, wo Thailändisch gesprochen wird. >> weiter




(14.12.2016)

Über Psychoanalyse in Indonesien zu reden ist eine traurige Angelegenheit. Ich weiß nicht genau wann die Psychoanalyse nach Indonesien kam, aber meiner Meinung nach, kam die Psychoanalyse Hand in Hand mit der Psychiatrie und der Psychologie. Aber die Psychoanalyse ist der Ursprung von der Psychiatrie und der Psychologie.

Trotz ihrer unglaublichen Popularität und ihren legendären Wissen wird die Psychoanalyse von den Indonesiern kaum erkannt. Nur wenige Akademiker sind mit der Psychoanalyse vertraut. Aber genau da liegt das größte Problem. Psychoanalyse wird falsch beigebracht, sie wurde nur durch eine Theorie der Psychologie vermittelt und das auch nur für knapp zwei Stunden. Ja, nur knapp 2 Stunden werden zur Verfügung gestellt, um die Psychoanalyse zu verstehen. Ohne praktische Anwendung, nur Theorie. Was das Ganze noch schlimmer macht, ist, dass der Dozent, der diese Theorie unterrichtet, selbst nicht kompetent genug in der Psychoanalyse bewandert ist. Die psychoanalytische Theorie wurde mit der Hypnose vermischt. Durch die Unvertrautheit des Dozenten mit der Psychoanalyse, wird diese zur schwarzen Magie, weil sie von Sexualität und Unbewussten redet.

Viele Diffamierungen über die Psychoanalyse und Prof. Freud sind genau dank dieser Unvertrautheit der Dozenten entstanden. Wie zum Beispiel, dass das psychoanalytische Wissen nichts wert wäre, nicht wissenschaftlich und voll mit Pornografie sei. Als ob das nicht genug wäre, wird Prof. Freud verunglimpft, die Gerüchte behaupten, dass Prof. Freud die Hypnose verlassen hat, weil er nicht fähig war eine Beziehung aufzubauen, der Verräter, der schmierige Wissenschaftler.

Wir waren neugierig warum die Psychoanalyse in Indonesien nicht so bekannt ist und warum sie so missverstanden wird. Bei unserer Suche sind wir auf drei Aspekte gestoßen, die das erklären könnten: >> weiter




(31.08.2016)

Der 2009 verstorbene Jubilar wäre am 20. September 2016 hundert Jahre alt geworden. Zur Erinnerung an sein Werk und an seine liebenswerte Persönlichkeit finden in Wien und in Zürich mehrere Veranstaltungen statt, die sich mit den verschiedenen Aspekten seines Schaffens als Arzt, Neurologe, Psychoanalytiker, Ethnopsychoanalytiker und Schriftsteller auseinandersetzen. Wir nachgeborene PsychoanalytikerInnen sind ihm besonders für die Erneuerung der Psychoanalyse und für sein lebenslanges gesellschaftskritisches Engagement dankbar. Er war ein unerschrockener Kämpfer gegen Faschismus und Stalinismus und zugleich ein begnadeter Geschichtenerzähler.

Er habe bereits als Adoleszenter noch auf dem herrschaftlichen väterlichen Gut in Nowikloster in Slowenien Hitlers „Mein Kampf“ gelesen und fortan gewusst, was kommen werde. Kurze Zeit später erlebte er auf dem Gymnasium in Graz die ersten Judenverfolgungen. Nach dem Übertritt an die Universität studierte er die marxistischen Klassiker und wurde zum unorthodoxen Marxisten. Klarsichtig unterbrach er sein Medizinstudium noch vor dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland und übersiedelte als Auslandschweizer nach Zürich. Hier verkehrte er in antifaschistischen Kreisen und lernte seine aus Graz stammende spätere Frau Goldy Matthèy kennen, die nach dem Zusammenbruch der spanischen Republik, wo sie sich den Internationalen Brigaden angeschlossen hatte, ebenfalls flüchten musste. Es dauerte nicht lange, bis die beiden auf den gleichgesinnten jungen Schweizer Arzt Fritz Morgenthaler stiessen, woraus eine lebenslange Freundschaft hervorging. >> weiter



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