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Wien, 18.08.2017, 18:09   DEUTSCH / ENGLISH




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Leitartikel

DER WIENER PSYCHOANALYTIKER möchte nicht nur bereits international etablierten Psychoanalytikern/Innen, sondern auch noch unbekannten Psychoanalytikern/Innen die Gelegenheit geben einen selbstverfassten, bisher noch nicht publizierten Artikel auf der Titelseite unseres Onlinemagazins zu posten!

Im Forum werden dann dazu alle User Stellung nehmen, Fragen formulieren und kommentieren können. Wir wollen dadurch einen bisher so noch nicht dagewesenen, internationalen Gedankenaustausch zwischen Psychoanalyse-Interessierten ermöglichen.
Aktuelle Textsprache ist Deutsch und/oder Englisch.

Bei Interesse, Ihre Zusendungen bitte an:
leitartikel@derwienerpsychoanalytiker.at


(Werden Personenbezeichnungen aus Gründen der besseren Lesbarkeit lediglich in der männlichen oder weiblichen Form verwendet, so schließt dies das jeweils andere Geschlecht mit ein.)

IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: SOPHIA BENEDICT / DWP

(16.08.2017)

In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Sophia Benedict aus Wien, Österreich zu begrüßen:

Geboren 1945 in UdSSR
Beruf: Wissenschaftsjournalistin, Schriftstellerin, Übersetzerin, Fachautorin
Staatsbürg: Österreich (1984 nach Österreich geheiratet)
Ausbildung: Universität Kasan, Russland: Studien in Publizistik, Deutsch, Literatur und Geschichte; Diplom für Publizistik
Weiterbildung: Aus- und Weiterbildungen in Wien für Deutsch, Psychoanalyse, Pädagogik in der Erwachsenenbildung, Kommunikation, Sprechtechnik
Sprachen: a) Russisch (Muttersprache); b) Deutsch (sehr gut) c) Ukrainisch (gut) d) Englisch (Grundkenntnisse)
Kultur- und Bildungsreisen: England, Türkei, Bulgarien, Polen, Ungarn, Malta, Südafrika, Tunesien, Israel
Arbeit: 08.07.1966 – 15.09.1984 Journalistische Tätigkeit (Zeitungen, Zeitschriften, Radio TV) in der UdSSR (Kasan, Tiflis, Moskau)
02.01.1985 – bis jetzt Freiberufliche Journalistin, Übersetzerin, Dolmetscherin in Wien
Mitgliedschaft bei:
Pressclub „Concordia“, Österreichischer PEN-Club, Österreichischer Schriftstellerverband (ÖSV), Österreichische Gemeinschaft von ÜbersetzerInnen literarischer und wissenschaftlicher Werke, Wiener Sigmund Freud Gesellschaft
Interessen: Fotografie (nebenberuflich), Malerei, Bildhauerei
Über 20 veröffentlichte Bücher.

DWP: Was brachte Sie dazu sich mit der Psychoanalyse zu beschäftigen, beziehungsweise mit Freud und seinen Errungenschaften?

Sophia Benedict: Ich komme aus der UdSSR, wo die Psychoanalyse seit 1925 bis Mitte der 80-er Jahre unerwünscht war. Jeder weiß, wie süß die verbotene Frucht ist. Die wenigen Werke, die ich trotzdem gelesen habe, weckten mein Interesse und es wurde immer größer. Später als ich bereits in Wien lebte, habe ich ganz gierig fast alle Werke von Freud gelesen, ich besuchte die Vorträge über Psychoanalyse und nahm sogar als freie Zuhörerin an Vorlesungen von der Uni teil. Dann habe ich begonnen, Artikel und Bücher über Psychoanalyse zu übersetzen. Ich habe auch einige wissenschaftsjournalistische Bücher geschrieben, die in Russland erfolgreich herausgegeben wurden. >> weiter


(09.08.2017)

(Wir freuen uns ganz herzlich darüber wieder Fakhrun Siraj zu begrüßen. Auch diesmal steht er unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Indonesien ist ein Land mit vielen verschiedenen Stämmen und Traditionen. Das ist einer der Gründe warum das Land so reich an Mythologie und Symbole von antiken Zivilisationen ist, die man durch historische Relikte sehen kann, wie zum Beispiel Tempel, Reliefs, Stupas usw. Einer der bekanntesten Mythologien stammt von Sunda. Genaugenommen vom westliche Java, vor allem Sangkurian. Es handelt sich um einen jungen Mann der seinen Vater ermordet und der seine Mutter liebte. Natürlich erinnert uns die Geschichte von Sangkurian sofort an die griechische Mythologie, speziell die vom Ödipus. Und es ist so, die Geschichte von Sangkurian hat eine ähnliche Handlung, wie die Geschichte vom Ödipus, aber es gibt auch Unterschiede. Vor allem die Präsenz von symbolischen Elementen in ihr. Bevor wir das weiter diskutieren, würde ich gerne die LeserInnen einladen sich mit der Geschichte von der Sunda Mythologie genannt Sangkurian vertraut zu machen…

In längst vergangenen Zeiten lebte in Westjava eine wunderschöne Prinzessin namens Dayang Sumbi. Die Schönheit von Dayang Sumbi brachte viele Prinzen dazu um Sie zu streiten und in Folge dessen kam es an vielen Stellen zu Krieg. Es brachte schließlich Dayang Sumbi am Ende dazu, in Begleitung eines klugen Hundes namens Tumang tief in den Wald zu fliehen. In den Tiefen des Waldes leben Dayang Sumbi und Tumang zusammen in einer alten Hütte. Eines Tages als Dayang Sumbi gerade webte, verlor sie den Faden. Weil sie zu faul war, sprach sie ohne über ihre Worte nachzudenken: „Wer auch immer meinen Faden aufhebt, falls er männlich ist, soll er mein Ehemann werden und falls er weiblich ist, soll sie meine Schwester werden.“ Unerwarteter Weise hebte Tumang den Faden auf. Dayang Sumbi musste ihr Versprechen einhalten und heiratete Tumang. Aus dieser Ehe kam ein Sohn hervor, den sie Sangkuriang nannten. >> weiter


(02.08.2017)

(Wir freuen uns ganz herzlich darüber wieder Gabriella Papadia zu begrüßen. Auch diesmal steht Sie unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)


Half time, time to make it through
consider the change
take it from a different view
Half time (Amy Winehouse)

Das Gedächtnis verlieren, bedeutet sich selbst zum Teil zu verlieren und durch andere zu leben

Was bleibt in der Erinnerung nach einem Schädel-Hirn Trauma? Es bleibt was bleiben kann: das Material das im Gedächtnis bleibt ist jenes, dass sich am besten erhalten kann und das ist wahrscheinlich jenes, das mit Emotionen verbunden ist. Die Erinnerungen, die „am stärksten“ sind, die es schaffen, unbewusste Überbleibsel …



7 Tesla: il mio cervello si è addormentato per due giorni e mezzo
Un caso di displasia cerebrale
psicoanalisi e neuroscienze

Half time, time to make it through
consider the change
take it from a different view
Half time (Amy Winehouse)

Perdere la memoria, in parte perdere se stessi ma vivere attraverso gli altri

Cosa resta in memoria dopo un trauma cerebrale? Resta ciò che può restare: il materiale mnestico che riesce a mantenersi integro, quello che probabilmente è legato all’emotività. I ricordi “più forti”, quelli che “ce la fanno”, residui inconscio … >> weiter


Ist Sigmund Freuds Couch wirklich in London?

Autor/in: Désirée Prosquill (DWP)

(26.07.2017)

Spannendes hat sich in den letzten Wochen in unserer Redaktion zugetragen!

An einem lauen Frühlingsvormittag war ich im neuen Haus einer lieben Bekannten in einem Wiener Außenbezirk zum Kaffee eingeladen. Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, was mich die nächste Zeit beschäftigen würde. Die Bekannte führte mich durch ihr neues Heim und zeigte auf eine Stelle im Wohnbereich. Sie erzählte mir, dass an diesem Platz die Couch Freuds, die dem Vorbesitzer gehörte, gestanden ist. Tatsächlich?! Ich war überrascht und fragte nach, was sie damit meinte, und wann denn das gewesen sein soll. Völlig unbeeindruckt von meiner Reaktion, fügte sie hinzu: „Na vor zwei Jahren.“ Meine Bekannte ist psychoanalytisch nicht versiert und weiß bloß, dass ich mich damit beschäftige. Wohl auch deshalb hat sie mir ganz en passant davon berichtet. Ich benötigte eine Weile, um diese Information zu bearbeiten und weihte dann einen vertrauten Experten in die Geschichte ein. Wäre es möglich, dass die Couch Freud es gar nicht bis nach London geschafft hat? Vielleicht nur der Teppich? Unsere Redaktion nahm die Fährte auf. Was befand sich also bis vor zwei Jahren in diesem Haus? Jetzt wollten wir der Sache auf den Grund gehen.



Il divano di Sigmund Freud è veramente a Londra?

Le ultime settimane erano davvero eccitante per la nostra redazione!

Durante una bella mattina di primavera, sono stata invitata per una tazza di caffè nella nuova casa di una amica in uno dei quartieri più belli di Vienna. A quel momento non sospettavo che alla fine di questa visita la mia mente sarebbe talmente occupata nelle prossime settimane. La mia conoscente mi ha guidato attraverso la sua nuova casa e indicò su un posto nel soggiorno. Mi racconto che questo è il luogo dove si trovava il divano di Freud, che era in possesso del precedente proprietario della casa. Davvero?! Ero sorpresa e le chiese che cosa volesse dire, e quando tutto questo era occorso. Completamente ignorando la mia reazione, ha aggiunto: "Beh, due anni fa." La mia amica non ha niente a che fare con psicoanalisi e sapeva solo che io lavoro con essa. Questo è probabilmente il motivo per cui me lo ha raccontato cosi casualmente. Mi c´è voluto un po’ di tempo per digerire queste informazioni, e poi ho confidato la storia a un esperto di fiducia. Potrebbe essere possibile che il divano di Freud non era arrivato fino a Londra? Forse solo il tappeto? La nostra redazione seguì queste tracce. Cosa c’era in questa casa due anni fa? Volevamo andare a fondo di questo mistero. >> weiter


Anton Walter Freud: Ein Leben im Exil

Autor/in: Peter Pirker / Sabrina Zehetner

(19.07.2017)

(Auch diesmal steht unsere Journalistin unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Der Historiker und Politikwissenschafter Dr. Peter Pirker schildert die Geschichte Anton Walter Freuds, Sigmund Freuds Enkelsohn und sein abenteuerliches Leben als Flüchtling und SOE Agent.


Wie sind Sie zu Anton Walter Freud gekommen und was hat Sie persönlich an der Thematik interessiert?

Peter Pirker: Ich bin im Zuge meiner Recherche zu Österreichern im britischen Kriegsgeheimdienst, der Special Operations Executive, auf Anton Walter Freud gestoßen. Da waren einerseits Wehrmachtsdeserteure dabei und andererseits Juden und politische Gegner, die 1938 von den Nazis aus Österreich vertrieben worden sind. Die Flüchtlinge wurden in England nach einer Phase der Internierung und Einsätzen in den Pionierabteilungen der Britischen Armee zur SOE rekrutiert, weil sie sich bereit erklärt haben, auch gefährliche Einsätze hinter den deutschen Linien durchzuführen und auf diese Weise zum Kampf gegen den Nationalsozialismus beizutragen. Mich hat vor allem diese Geschichte des Widerstandes interessiert - einerseits von Wehrmachtssoldaten, die aus der Wehrmacht desertiert sind, und von Flüchtlingen im Exil, die sich dazu entschlossen haben einen aktiven Beitrag zur Niederschlagung des Nationalsozialismus zu leisten. Am Anfang hatte ich nur eine Liste mit Österreichern die bei SOE gewesen sind und die meisten davon hatten Decknamen, also Namen, die sie zu ihrer eigenen Sicherheit im englischen Exil angenommen haben, damit sie, falls sie während oder nach einem Einsatz festgenommen werden, nicht identifiziert werden können. Einer der wenigen, die ihren Namen nicht geändert haben, war Anton Walter Freud. Für mich war er daher einer, der am leichtesten zu identifizieren gewesen ist und mit Hilfe eines anderen Flüchtlings aus Wien, nämlich Eric Sanders, konnte ich Kontakt aufnehmen. Eric Sanders ist jetzt 97 Jahre alt und der letzte Lebende dieser österreichischen Flüchtlinge, die bei SOE waren. Eric Sanders hat nach 1945 die Reunions, die jährlichen – wenn man so will – Veteranentreffen dieser Gruppe organisiert und auch ein kleines Archiv über die österreichische Abteilung der SOE betrieben. So bin ich über Eric Sanders zu Anton Walter Freud gekommen. Das war 2003. Ich habe damals eine Reise nach England vorbereitet, um mit einer Reihe von ehemaligen Österreichern und Deutschen, die bei SOE gewesen waren, Interviews zu führen. Zu einem direkten Treffen mit Walter Freud ist es nicht mehr gekommen, weil er kurz vor dem vereinbarten Termin im Februar 2004 verstorben ist. Ich hatte allerdings ein längeres Telefonat mit ihm, nachdem ich ihm einen Brief geschrieben hatte. Er versuchte dabei im Wesentlichen einzuschätzen, wer ich bin, welchen Hintergrund ich habe, warum ich mich für seine Geschichte interessiere. Es war sehr interessant, welche Fragen er gestellt hat und was er über Österreich und die österreichische Gesellschaft gesagt hat. >> weiter


(12.07.2017)

Was unterscheidet politische von ökonomischer Leitung und können Personen des öffentlichen Lebens wie Trump analysiert werden? Wir haben den in den U.S.A. lebenden Professor und Experten für Persönlichkeitsstörungen getroffen, um Führung und den fundamentalen Unterschied zwischen Persönlichkeit und Verhalten zu diskutieren.

Sie haben in Ihrem Vortrag Merkmale einer Führungspersönlichkeit diskutiert und sind auch auf den Einfluss von Intelligenz in Form eines Weitblicks eingegangen. Was fördert diesen Weitblick und wie bekommt man diesen? Durch Bildung, oder Erfahrung…?

Otto Kernberg: Intelligenz ist eine komplexe Funktion, die unterschiedliche Fähigkeiten miteinschließt. Wenn wir „Intelligenz“ sagen, dann sprechen wir von einer Summe von kognitiven Fähigkeiten, die wir praktisch auf dem Niveau der Abstraktionsfähigkeit messen und die Abstraktionsfähigkeit ist für uns die beste Indikation von allgemeiner Intelligenz, aber es gibt unterschiedliche Arten wie Erkenntnisse aufgenommen und dann integriert werden. Es gibt eine emotionale Intelligenz, eine soziale Intelligenz, eine mathematische Intelligenz. Das sind verschiedene Funktionen. Zuerst einmal ist Intelligenz genetisch bestimmt und das drückt sich natürlich in der Struktur des zentralen Nervensystems aus, besonders in der Struktur der Hirnrinde.


Intelligenz ist also teilweise determiniert...

Otto Kernberg: Ja teilweise, aber teilweise hängt sie genauso auch von den kognitiven Erfahrungen der ersten Lebensjahre ab – besonders der Art, in der ein Kind Interesse am eigenen Denken entwickelt, und indem die Umwelt das Interesse am eigenen und emotionalen Denken stärkt, so dass das Interesse für ihr emotionales und geistiges Innenleben gezeigt wird, und die Möglichkeit gegeben wird darüber mit den Eltern zu sprechen. Dadurch wird ihre Intelligenz auch in vielerlei Hinsicht entwickelt und ist im Grunde genauso wichtig wie angeborene Fähigkeiten. Es ist wirklich eine Kombination von Fähigkeiten, die sowohl von Genetik und Konstitution stammt als auch Umwelteinflüssen und zwischenmenschlichen Beziehungen der ersten Lebensjahre, die sich dann weiterentwickelt. Die besondere Fähigkeit, Schlüsse von jetzigem Verhalten auf zukünftige Entwicklungen zu ziehen, ist eine spezielle Funktion, die auch entwickelt und gelernt werden kann, und wie ich gestern schon sagte – Je länger die Spanne des Einflusses der jetzigen Entscheidungen auf die Zukunft ist, desto höher ist diese institutionell wichtige Intelligenz. Diese erlaubt es leitende Funktionen in Organisationen und im politischen Leben zu entwickeln. >> weiter


Ein unerwartetes Essay (Teil II)

Autor/in: Nicholas Fox Weber

(05.07.2017)

(Auch diesmal steht der Autor unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Weit mehr als 25 Jahre ist es her, dass der extrem hilfreiche Dr. Solnit und ich im Einvernehmen beschlossen, dass der Sieben-Jahre-Prozess der Psychoanalyse abgeschlossen war. Aber nur zu wissen, dass ich es für Sie schreibe, haben die Gedanken und Erinnerungen wieder ungehindert fließen lassen. Vielleicht ist es kein Zufall, dass ich zurück in Connecticut bin, wo ich nur noch selten bin und der Ort ist, wo ich immer Dr. Solnit sah. Natürlich meine ich nicht „sehen“ da ich auf der Couch war, und nie sein Gesicht beobachtete während der 45 Minuten-Sitzungen.

Dort liegend, sah ich nur das Foto von jemandem der im rauen Wasser Kajak fuhr und von dem ich annahm, dass er der Sohn meines Arztes sei und auf der Rückseite der geschlossenen Bürotür, an einem schwarzen Brett, unter anderem, eine Postkarte von der Hauptstraße von Skibbereen, im Südwesten von Cork in Irland. Schon sehr früh in meiner Behandlung sprach ich mit Dr. Solnit häufig über diese Stadt und die Region, da meine Frau und ich unsere Flitterwochen im Jahr 1976 Angeln am Ilen River in der Nähe Skibbereen verbrachten und anschließend unser Familien Paradies in einem nahe gelegenen Küstendorf schufen. Es war mindestens schon ein Jahr nach Beginn der Analyse, als mich Dr. Solnit fragte, warum ich nicht die Szene auf der Postkarte identifiziert und erkannt hatte.

Skibbereen, erklärte er in seiner familiären Stimme, war wo er und Dr. Joseph Goldstein und Anna Freud hingingen, um Lebensmittel zu kaufen, wann immer sie zusammen in dem nahe gelegenen Dorf Baltimore waren, wo sie zusammen geforscht und geschrieben haben. Anschließend haben sich meine Frau, meine Töchter und ich auf die Suche gemacht das genaue Haus zu finden, wo Anna Freud und Dorothy Burlingham lebten. Die einzige Person, die es für uns identifizieren konnte, war eine ältere Ladenbesitzerin, eine schon etwas verrunzelte Dame, die einfach sagte: "Oh, Sie meinen die beiden deutschen Schwestern." >> weiter


Ein unerwartetes Essay (Teil I)

Autor/in: Nicholas Fox Weber

(28.06.2017)

(Auch diesmal steht der Autor unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Wenn ein Laie psychoanalysiert wird, ist eine der erstaunlichen Überraschungen die Entdeckung der unvorhersehbaren Weise, wie etwas passiert. Ihr Fachleute mögt vielleicht sagen, dass Sequenzen von Gedanken und Ereignissen in der Tat vorhersehbar oder zumindest verständlich sind oder, wenn keines von beiden zutrifft, es analysierbar ist. Aber für diejenigen von uns, die denken, dass wir ungewöhnlich gut sind, wenn wir genügend Erkenntnis haben, um daraus rechtzeitig zu erkennen, dass wir, wenn unser Gegner beim Tennis einen geschickten Stoppball über das Netz schafft und den Ball gekonnt manipuliert hat, um ihn ganz leicht auf das Aufschlagfeld fallen zu lassen, laufen müssen als ob Höllenhunde hinter uns her sind, um den Ball noch zu erreichen und immer noch eine Chance zu haben, den Punkt zu gewinnen, sind weit weniger geschickt in unserem Alltag zu erkennen, warum ein Ereignis oder ein Gefühl zu einem anderen geführt hat. Wenn eine weitere intuitive Anerkennung von Ursache und Wirkung uns dazu bringt, den uns herausfordernden Stoppball in einem scharfen Winkel zurückzuschlagen und den Punkt zu gewinnen, sind wir überrascht, dass wir so viel scharfsinniger sind als wir dachten. Wir Laien, verstehen Sie, wissen nicht so bewusst, warum wir in unserem Leben so reagieren, wie wir es tun. Die Gründe für Reaktionen, die tiefer gehen, als die in einem Tennisspiel, entgehen uns.

Sie fragen sich vielleicht, wieso meine Analogie vom Tennis kommt. Es liegt vor allem an Ihren Fragen, zumindest in meiner Erfahrung, dass diejenigen von uns, die an den analytischen Prozess glauben, den größten Fortschritt machen. Wir werden später zu Tennis zurückkehren.

Wenn ich von einem „Laien" spreche, dann meine ich Leute wie mich, einer jener hochgebildeten, hinreichend glücklichen, neurotischen Individuen, die sich im traditionellen Sinne des Wortes der Psychoanalyse unterziehen. Um zu verdeutlichen, was dieser Satz bedeutet, werde ich Ihnen meine eigenen Besonderheiten erklären.

Beginnen wir mit "hochgebildet": >> weiter


IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: NICHOLAS FOX WEBER / DWP

(21.06.2017)

In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Nicholas Fox Weber aus Connecticut, U.S.A. zu begrüßen:

AUSBILDUNG:
1969-71 Yale Universität, New Haven, CT M.A., Kunstgeschichte; Fellowship in amerikanischer Kunst
1965-69 Columbia College, New York, NY B.A., Hauptfach Kunstgeschichte
1961-65 Loomis Schule, Windsor, CT Cum Laude
PROFESSIONAL:
1983 bis jetzt Vorstand der Josef Albers Stiftung, Bottrop, Deutschland
1976 bis jetzt Direktor der Stiftung Josef und Anni Albers, Bethany, CT
1979 Sommer: Dozent, Kunst des 20. Jahrhunderts, New School for Social Research, New York
1971-76 Präsident, Fox Charts, Inc., Hartford, CT
1974 Gastdozent, Malerei und Skulptur des 20. Jahrhunderts, Trinity College, Hartford, CT
1973 Gastdozent, Sammeln zeitgenössischer Kunst, Trinity College, Hartford, CT
1970-71 Graduierter Hochschulassistent, Yale University, New Haven, CT

DWP: Was brachte Sie dazu sich mit der Psychoanalyse zu beschäftigen, beziehungsweise mit Freud und seinen Errungenschaften?


Nicholas Fox Weber: Mein Thema, das mir eher zufällig in den Schoß fiel, ist Freuds Reise nach Orvieto. In dem Buch, das ich darüber schrieb, erkläre ich warum dieses Thema so eine persönliche Bedeutung für mich hat und welche verschiedenen Elemente mich dazu brachten, über dieses Thema zu schreiben. Ich bin mir sicher nachdem ich für ungefähr 7 Jahre, 4 Tage in der Woche, wenn der Doktor bzw. ich nicht vereist waren (was natürlich vorher besprochen wurde) eine traditionelle Freud’sche Analyse erlebt habe und diese vor circa 25 Jahren abgeschlossen habe, hatte ich genügend Zeit und Gelegenheit ihre unglaubliche Wirkung und Grenzen zu sehen, seitdem bin ich von allem was den Namen Freud trägt angezogen. Er ist für viele von uns, einer der Personen der modernen Ära, die den größten Einfluss hatte. Ich weiß noch zum Beispiel, dass ich bei meinem ersten Aufenthalt in Wien (den ich aus anderen Gründen gemacht hab) einen schnellen Abstecher in die Bergasse 19 gemacht hatte. 18 Jahre später als unsere Tochter 16 Jahre alt geworden war und sie Freuds Haus in London besuchen wollte – waren meine Frau und ich darüber begeistert. Freud ist, wie ich gestehen muss, eine Art Kultfigur für viele von uns. >> weiter


Auf den Spuren von Freud

Autor/in: DWP / TVP

(14.06.2017)

Liebe LeserInnen!

Rechtzeitig vor dem Sommer hatten wir die spontane Idee noch eine neue Rubrik zu eröffnen: FREUDS REISEN.

Sigmund Freud und seine Familie sind viel verreist. Die teils bahnbrechenden Erkenntnisse und Theorien, die Freud von diesen Ausflügen mitbrachte (bzw. dort schrieb), bereiteten den Boden für die Psychoanalyse.

In dieser Rubrik werden wir nach und nach die Reisen Freuds nachzeichnen und Ihnen, liebe LeserInnen, vielleicht die ein oder andere Anregung geben, um sich hin und wieder auf Freuds Spuren zu begeben und sich somit seinem Werk von einer etwas anderen Seite zu nähern.

Nicht alle, aber doch einige Hotels, Restaurants und Cafés, die Freud zu Lebzeiten aufgesucht hat, sind heute noch in Betrieb (und erinnern an seinen Besuch). Auch auf diese möchte unsere neue Rubrik verstärkt aufmerksam machen, um womöglich auf diese Weise noch verborgene Schätze zu finden.

Viel Freud beim Schmökern und gute Reisen! >> weiter


Freud, ein Tag in seinem Leben

Autor/in: Todd Raymond Dufresne

(07/06/2017)

(Auch diesmal steht der Autor unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Hier ist ein typischer Tag von Freud. Von Montag bis Samstag wachte Freud um 7 Uhr auf. Seine Frau Martha hatte zu der Zeit schon seine täglichen Sachen vorbereitet, von seiner Zahnbürste bis hin zu seinem Gewand. Nachdem er sich angezogen hatte, aß Freud sein Frühstück und dann saß er, während der FRISSEUR, der täglich zu ihm nach Hause kam, seinen Bart trimmte. Freuds Haushälterin Paula Fichtl führte die Patienten ins Wartezimmer in seinem Heimbüro in der Berggasse 19, wo Freud seine Patienten von 8 oder 9 Uhr früh bis 1 Uhr mittags sah. Um 1 Uhr mittags aß Freud eine große Mahlzeit, manchmal in der Gegenwart von Gästen und von 2 bis 3 Uhr ging er für einen flotten Spaziergang auf die Ringstraße – nicht ganz wie Kant in seiner Regelmäßigkeit, aber sehr nahe dran. Während diesen Spaziergängen, wo er oft eines seiner Kinder mitnahm, stoppte er für persönliche Angelegenheiten wie zum Beispiel Zigarren und Zeitschriften, oder er gab die Post auf. Hin und wieder trafen ihn auf dem Weg ein paar seiner freundschaftlichen Anhänger, die seinen täglichen Ablauf kannten, um mit ihn zu reden. Um 3 Uhr war Freud zurück im Büro, um weiter Patienten zu sehen, teilweise bis 9 Uhr am Abend. Danach kam ein spätes Abendessen, vielleicht noch ein Kartenspiel oder eine Konversation mit seiner Schwägerin Minna, oder vielleicht noch ein Spaziergang. Er ging noch einmal ins Büro, wo er seine Theorien bearbeitete, schrieb, lass und erforschte und seinen Tag beendete nachdem er seine oftmals voluminöse Korrespondenz erledigte. Mit der Zeit wurde Freuds Arbeit in 23 (in der Tat unvollständige) Bände gesammelt, während seine Korrespondenz, geschätzt auf ca. 35 000 Briefe, Posthum getrennt in mindestens zwei duzenden Büchern erschienen. Freuds Tag endete ca. um 1 Uhr früh – manchmal sogar später. Dann stand er wieder um 7 Uhr auf. >> weiter


IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: TODD RAYMOND DUFRESNE / DWP

(31.05.2017)

In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Todd Raymond Dufresne aus Thunder Bay, Ontario in Kanada zu begrüßen:

Akademische Qualifikationen:
1991-1997 Doktor der Philosophie, soziales und politisches Denken, York University, Toronto.
1990-1992 Master of Arts, soziales und politisches Denken, York University, Toronto.
1985-1989 Bachelor of Arts, Philosophie, Universität von West Ontario, London.

Berufliche Zugehörigkeit:

Professor für Philosophie, Lakehead University

DWP: Was brachte Sie dazu sich mit der Psychoanalyse zu beschäftigen, beziehungsweise mit Freud und seinen Errungenschaften?

Todd Raymond Dufresne: Von der Perspektive eines Praktizierenden bin ich zu Freund und der Psychoanalyse rückwärts gekommen – als Akademiker. Ich lernte erstmal über Freuds Arbeit als Student in Philosophie, hatte aber nicht die Absicht, als Doktorand mit der Psychoanalyse zu arbeiten. Ich dachte, ich würde die Arbeit des amerikanischen Schriftstellers Thomas Pynchon erforschen! Aber meine Pläne veränderten sich angesichts der sozialen und kulturellen Bedingungen, die ich als Student im Sozial- und Politischen Denken an der York University in Toronto erlebt habe. Was ich dort herausfand, war, dass eine gute Anzahl meiner Kollegen nicht nur an der Psychoanalyse arbeiteten, sondern in psychoanalytischer Therapie waren. Da einige von ihnen anspruchsvolle und interessante Leute waren, wurde ich auch fasziniert. Es war in gewisser Weise, wie ein Dominoeffekt und ich war wie ein Fisch ohne Wasser. Obwohl ich mich heute in Toronto am meisten zu Hause fühle, wurde ich in einer kleinen Stadt in Northern Ontario geboren in einer typischen Familie der Arbeiterklasse, besuchte die High School in einer kleinen Stadt ein paar Stunden entfernt und verdiente dann meinen BA an der University of Western Ontario - eine große Traditionelle Universität in London, Ontario. Als ich 1990 die Schule abschloss, stand eine Reihe von Ideen, welche am Rande der Traditionen waren, im Mittelpunkt aller Überlegungen in York. Also nicht nur, dass ich nicht in diese Kultur hineingepasst habe, ich fühlte mich auch nicht mehr sehr radikal! >> weiter


Homo Ludens

Autor/in: Sabrina Zehetner (DWP)

(24.05.2017)

(Auch diesmal steht unsere Journalistin unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Treat it like a game. Das 21. Jahrhundert ist gekennzeichnet von einer kulturellen Gamification. Mit ludischen Technologien wird die virtuelle Realität zur realen Virtualität. Aus psychoanalytischer Sicht versprechen virtuelle Identitäten auf unbewusster Ebene vollkommene Autonomie, aber es besteht ein inhärenter Unterschied zwischen dem bloßen Spiel und der Rationalität eines Games.

Obwohl die Vorstellung des sub specie ludi recht antik ist, verlangt Erfolg im digitalen Zeitalter ein gewisses Maß an Verspieltheit - Du sollst Spaß an deiner Arbeit haben! Ludifizierung und Game Design sind zu den dominierenden Konzepten in der Bildung, der Kunst, der Politik, der Ökonomie und der Kriegsführung geworden – sogar die menschliche Identität selbst befindet sich in einem konstanten Zustand des Spiels. Johan Huizingas Werk „Homo Ludens“ (1938) erfährt zurzeit eine Art Renaissance ungeachtet der Tatsache, dass Technologie und Spiel in Huizingas Theorie praktisch nichts gemeinsam haben. Johan Huizinga war ein holländischer Philosoph, der die Bedeutung des Spiels als prägendes Element in der Kultur erörterte. Besonders verbreitet sind seine Theorien bei Überlegungen im Game Design. Huizinga bezieht sich auf die Aktivität des verspielten Vortäuschens als „Bewusstsein, das sich vom alltäglichen Leben“ unterscheidet und vorübergehend Ordnung und Perfektion erschafft. Worauf Huizinga jedoch nicht eingeht, ist die Tatsache, dass Spiel in einer Zwischenwelt zwischen der alltäglichen Welt und der Welt des Vortäuschens stattfindet. Die Fähigkeit zwei widersprüchliche Erfahrungen zugleich zu haben, wird in der Psychoanalyse Ichspaltung genannt. Wenn man sich einen Horrorfilm ansieht, empfindet man vermutlich Angst, während ein anderer Teil des Ichs sich bewusst ist, dass der mordende Serienkiller auf dem Bildschirm nicht real ist. Das Auftreten dieser zwiespältigen Gefühle – Angst und Vergnügen – wird als „Angstlust“ bezeichnet – ein Begriff, der auf antike Tragödien und Mythen zurückgeht. Auf Grund der schieren Menge an Möglichkeiten, die sie bieten und den ihrer Natur zu Grunde liegenden Eigenschaften, spielen digitale Medien bei der Fragmentierung des Selbst eine wesentliche Rolle. >> weiter


Begegnung mit den Patienten

Autor/in: Steven Stern

(17/05/2017)

(Auch diesmal steht der Autor unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Vor kurzem wurde mein erstes Buch veröffentlicht “Needed Relationships and Psychoanalytic Healing: A Holistic Relational Perspective on the Therapeutic Process" (Routledge, 2017), es enthält eine komplexe Handlung mit vielen verschiedenen Teilen, aber im Kern geht es, um die einfach wenn auch etwas irrenführende Idee, Patienten zu begegnen: im analytischen Setting und vermehrt, während der ganzen Zeit. Ich bin nicht der Erste, der diesen Ausdruck benutzt, um die analytische Begegnung zu charakterisieren. Winnicott schrieb (z.B. 1960) über die analytische Interaktion als eine „ständige Adaption an die Bedürfnisse des Patienten“. Er verstand, dass viele Patienten solche Adaptionen bräuchten, die außerhalb des "Standard“ der analytischen Methode waren, zumindest am Anfang (Winnicott, 1962). In jüngster Zeit hat der Entwicklungsforscher und Theoretiker Louis Sander (1962,1995, 2008) die Phrase: „die Momente der Begegnung“ eingeführt, um die Zusammenarbeit und Koordination zwischen einem Elternteil und einem Kleinkind zu charakterisieren, dass dazu dient die Entwicklung und die emotionalen Bedürfnisse des Kindes zu erfüllen. Später hat die Boston Change Process Study Group (D.N. Stern et al. 1998), wo Sanders ein Mitglied war, Sanders Konzept an analytischen zweier Therapien für Erwachsenen angewandt.

Sanders Konzept der Momente der Begegnung ist eine Matrix von verbundenen Prozesskonzepten und Ausdrücken, die er anwandte in seinem Versuch die Bewegung einer ausreichend guten Mutter und dem Säugling zu erfassen, welches als nicht lineares dynamisches System verstandenes wurde, dass sich zu einem immer effektiveren koordiniertem System zur Entwicklungsunterstützung des Säuglings entwickelt. Sein Ausdruck für dieses sich in Koordination entwickelnde System lautet relations Fitness: eine Verbindung von Richtungen, die durch die fortschreitende Spezifität der Anerkennung durch den Betreuer von den Zuständen und Bedürfnissen des Kindes erreicht wurde, und mit dieser Anerkennung die fortschreitende Spezifität der Verbindung, d.h. die entsprechenden Verhaltensweisen, die darauf abzielen, die aufkommenden Zustände und Bedürfnisse des Kindes zu erfüllen. Lesen Sie Sanders (2008) Schilderung und Kommentare, als er über das mittlerweile viel zitierte Videosegment, das von einem Mitglied von Daniel Sterns Forschungsteam aufgenommen wurde, redet; es zeigt wie ein Vater seine kleine Tochter im Arm hält und gleichzeitig informell mit anderen Mitgliedern des Teams redet, als sie alle zusammen am Rasen stehen während einer ihrer Hausbesuche von einem ihrer neonatalen Subjekten: >> weiter


IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: STEVEN STERN / DWP

(10.05.2017)

In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Steven Stern aus Portland, Maine in den U.S.A. zu begrüßen:

AUSBILDUNG
Amherst College, Amherst, MA (1966-1970)
B.A., Cum Laude
Ehrungen: Unabhängiger Gelehrter in der Literatur
Universität von Illinois, Champaign, IL (1974-1981)
M.S 1979, Klinische Psychologie
Psy.D. 1981, Klinische Psychologie
Universität Wisconsin, Abt. Psychiatrie, Madison, WI. (1978-1979)
Praktikum in der Klinischen Psychologie
Chicago Institut für Psychoanalyse, Chicago, IL (1992-1999)

BERUFLICHE KREDITALIEN, VERPFLICHTUNGEN, VERANTWORTLICHKEITEN
Staatlich anerkannter Klinischer Psychologe, Bundesstaat Maine (# PS1128)
Staatlich anerkannter Klinischer Psychologe, Bundesstaat Illinois (Nr. 071-003158)
American Psychological Association
APA Division 39 (Psychoanalyse)
International Association of Relational Psychoanalysis and Psychotherapy (IARPP)
Mitglied des Internationalen Rates, Internationale Vereinigung für Psychoanalytische Selbstpsychologie (IAPSP)

FAKULTÄT
Fakultät, Massachusetts Institut für Psychoanalyse (Cambridge / Boston) (2003-Gegenwart).
Außerordentlicher Professor für Psychiatrie, Tufts University School of Medicine und Maine Medical Center (2011-Gegenwart)
Fakultät, Chicago Institut für Psychoanalyse (2000-2004).
Klinischer Assistent Professor für Psychiatrie, Universität von Vermont Medical School / Maine Medical Center (2003-2011).

DWP: Was brachte Sie zur Psychoanalyse?

Steven Stern: (1) Während meines Colleges, arbeitete ich 3 Sommer lang in einem analytisch orientiertem therapeutischem Lager/Camp in New Hampshire. Es war eine Feuertaufe, da ich die meiste Zeit alleine mit 10 Jahren alten Burschen in einer Hütte im Wald war! Mit der Hilfe von Supervisoren, die analytisch sehr geschickt waren, lernte ich, mit dem was eine Nachahmung von „Herr der Fliegen“ sein hätte können, in eine tiefe therapeutische (wenn auch emotional etwas raue) Erfahrung zu konvertieren. (2) Als psychologischer Intern in Madison WI in den späten 70ern, an einem Fall zu arbeiten von einer mehrfach missbrauchten jungen Frau, die an der Grenze zum Erwachsen sein war und mit eigenen Augen die transformatierende Kräfte der emphatischen Verstehens und Verbindung zu sehen und dabei von einem Analytiker, der selbst psychologisch orientiert war, superviediert zu werden. >> weiter


Hemingways Eisberg

Autor/in: Sabrina Zehetner (DWP)

(03.05.2017)

(Auch diesmal steht unsere Journalistin unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Les années folles. Im Paris der Zwischenkriegszeit traf sich die „lost generation“ und begründete die Moderne. Das Subjektive, die Narration des Selbst, Klassizismus und Sexualität standen im Zentrum des Zeitgeists, der die Psychoanalyse beeinflusste und von ihr beeinflusst wurde. Hemingways iceberg theory repräsentiert eine Art des Denkens in einer Epoche des Umbruchs.

Hemingway, les années folles und die Psychoanalyse

Nach dem ersten Weltkrieg wurde die „lost generation“ von Desillusion und zugleich existentiellen, aus dem Kriegstrauma geborenen Nihilismus beherrscht. Freud führte unter anderem den Begriff der „Kriegsneurose“ ein und veröffentlichte zusammen mit anderen namhaften Psychoanalytikern wie Ernst Simmel 1919 das Buch „Psycho-Analysis and the War Neurosis“. Die Literatur dieser Zeit spiegelt die Kriegserfahrung und ihre Folgen wieder – sowohl stilistisch als auch inhaltlich. Tod, Kampf und Verlust waren für viele Schriftsteller essentielle Leitmotive und nicht wenige Literaten verfielen dem Alkohol – darunter auch Hemingway oder F. Scott und Zelda Fitzgerald, die für ihre Eskapaden und lasterhafte Lebensweise bekannt waren. Wer Hemingways Schreibstil mag, der findet vermutlich auch Gefallen an John Steinbeck, Ezra Pound, Raymond Carver, William Faulkner, James Joyce, Arthur Miller und Joseph Conrad. Wie in der Psychoanalyse, stand für die Autoren der Zwischenkriegszeit das Subjektive im Fokus des Denkens. Sie alle experimentierten mit Sprache und ihrem unbewussten Inhalt und machten Sexualität zum Thema. Diese intellektuelle Offenheit war in der amerikanischen Gesellschaft nicht gerne gesehen und veranlasste – neben dem ausgesprochen günstigen Wechselkurs - viele Intellektuelle nach Paris auszuwandern, wo das Klima weitaus unorthodoxer war. Paris wurde im Laufe der 1920er Jahre mit der Gründung der Pariser Psychoanalytischen Vereinigung im Jahr 1926 zu einem Zentrum der Psychoanalyse. Freuds Theorien beeinflusste die Strömung des Modernismus und schaffte mit seinem Werk den Rahmen für modernes Denken. Er interpretierte die Welt nach dem ersten Weltkrieg zusammen mit Darwin und anderen Gelehrten neu. Nachdem die Psychoanalyse in den USA zuerst weitgehend ignoriert wurde, war sie in den 1920er Jahren kaum aufzuhalten und drohte sogar die Experimentalpsychologie zu verdrängen. Im England der Zwischenkriegszeit praktizierte Virginia Woolfs Bruder Adrian Psychoanalyse, während Woolfs Freunde Alix und James Strachey Freuds Werke übersetzten. >> weiter


(26.04.2017)

(Wir freuen uns ganz herzlich darüber wieder Gabriella Papadia zu begrüßen. Auch diesmal steht Sie unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)


Ich weiss nicht was du getan hast
Aber ich kriege nicht genug
Weil du mir diesen Rausch gibst
Ich will nicht dass es aufhört


Tattoos. Zeichen, die wir für immer mit uns tragen. Wählen wir etwas das uns persönlich zu tief repräsentiert oder treffen wir einfach die Wahl unseren Körper zu entstellen? Auf jeden Fall, treffen wir die Entscheidung, dass es für immer ist. Symbole….Früchte unserer freien Assoziationen. Wir assoziieren gerne einen Gedanken oder eine Emotion mit einer grafischen Darstellung, eine Erinnerung ist das was dabei rauskommt, ein Gedanke der uns wiederspiegelt, der mit Uns zu tun hat, mit unserer Persönlichkeit, mit den Bereichen von uns auf die wir nicht verzichten wollen: unser wahrstes und ehrlichstes Ich. Ein Stück unserer Identität. Bei den Tattoos spielt das falsche Ich kaum eine Rolle, vielleicht sogar gar keine Rolle. Unser ehrlichstes Ego kommt zum Vorschein in Form von „etwas das wir selbst bestimmen“ entkommt unserem Geist und transformiert sich in etwas Reales: du kannst es sehen und anfassen. Du bist es. Nicht immer, aber die Erfahrung mit Tattoos kann angenehm sein, vielleicht weil schon eine gewisse Zeit verstrichen ist, zwischen dem Wunsch und der unbändigen Lust es machen zu wollen und ernsthaft machen zu wollen. 


Tu sei quello che gli altri non vedono: dentro la pelle
Al confine tra psiche e soma


“I don’t know what you done but I can’t get enough
‘Cause you give me that rush, I don’t want it to stop…”


I tatuaggi. Segni che portiamo sulla pelle per sempre. Scegliamo di segnare su di noi qualcosa che ci rappresenti profondamente, oppure scegliamo semplicemente di abbellire il nostro corpo? In ogni caso, scegliamo che sia per sempre. Simboli … Frutto delle nostre libere associazioni. Associamo liberamente un pensiero o un’emozione ad una rappresentazione grafica, un ricordo e quello che ne viene fuori è un pensiero che ci rispecchia, che ha a che fare con Noi, con la nostra personalità, con quelle parti di noi a cui non vogliamo rinunciare: il nostro Sé più vero, autentico. Una fetta della nostra identità. Con i tatuaggi il Falso Sè c’entra davvero poco, forse proprio per nulla. Il nostro Io più intimo sottoforma di “qualcosa che siamo noi a stabilire” esce fuori dalla mente e si trasforma in realtà: lo vedi, lo tocchi. Sei tu. Non sempre, però, l’esperienza con i tatuaggi può essere piacevole, perché magari è passato del tempo tra il desiderio e la voglia irrefrenabile di farlo e il farlo sul serio. >> weiter


(19.04.2017)

(Auch diesmal steht der Autor unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Allgemeines:

Aus behandlungstechnischer Perspektive haben jeweilige implizite bzw. explizite Menschenbilder Einfluss auf verschiedene Bereiche, u.a. auf das Selbstbild des Therapeuten/ der Therapeutin, die Grundhaltung zur Methode bzw. zum jeweiligen Menschen (PatientInnen, KollegInnen etc.), die Art und Weise der Beziehung (z.B. symmetrische bzw. asymmetrische Kommunikation), Diagnostik, Theoriebildung, Technik und Werte bzw. moralische Urteile.

Wenn wir vom Begriff „Menschenbild“ sprechen bzw. uns eines vorstellen: was sehen wir da? Sehen wir einen Mann, eine Frau, eine Transgender-Person, ein Kind, einen älteren Menschen? Ist dieser gesund oder leidet er? Welche Herkunft, Hautfarbe, Bekleidung soziale Situation fließen hiermit ein? Vermittelt dieses Bild etwas Gegenwärtiges, etwas Vergangenes oder etwas Zukünftiges?

Handelt es sich dabei um ein idealisiertes Bild, so wie wir denken, dass der Mensch „ist“, bzw. „sein sollte“ bzw. glauben wir in unserem Menschenbild die sogenannte „Natur des Menschen“, dessen Quintessenz erkennen zu können?

Entspricht dieses Menschenbild eigenen Projektionen, Erfahrungen, Befürchtungen und Idealen? Wird dieses einfach unbewusst von der Herkunftsfamilie bzw. anderen prägenden Personen oder durch Medien bzw. eine bestimmte – in diesem Fall psychotherapeutische bzw. psychoanalytische Methode – vermittelt und übernommen? >> weiter


IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: Thomas Barth

(12.04.2017)

In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Thomas Barth aus Wien, Österreich begrüßen zu dürfen:

Geboren 1965 in Wien.
Studium der Psychologie an der Universität Wien (1984-87) und Absolvent des Universitätslehrgangs für Werbung und Verkauf an der WU Wien 1989.
Abschluss der Ausbildung am Psychoanalytischen Seminar Innsbruck (PSI, 2010) und Promotion zum Doktor der Psychotherapiewissenschaft an der SFU Wien (2012). Ab 2017 Lehranalytiker (PSI/SFU) mit partieller Lehrbefugnis.
Tätigkeit in den Bereichen Musik (laufend) und New Media in Wien, Dänemark und New York. Seit 2007 Leitung des Gedächtnistrainings in der „Anne Kohn-Feuermann“ Tagesstätte des jüdischen Elternheims und ab 2011 Psychoanalytiker in eigener Praxis in Wien. Publikationen und Vortragstätigkeit zu den Themen Psychoanalyse, Musik und Cultural Studies.



DWP: Was brachte Sie zur Psychoanalyse?

Thomas Barth: Einige Faktoren spielten hier zusammen: Mein Interesse an psychologischen Themen war – neben der Musik – seit meiner Kindheit vorhanden. Im Gymnasium in Tulln nahm ich 1982 in der 7. Klasse Psychologie und Philosophie als Wahlpflichtfach. Unsere Lehrerin förderte durch ihre Art, den Unterricht zu gestalten dieses Interesse weiter.

Dann studierte ich Mitte der 80er Jahre an der Universität Wien Psychologie mit Schwerpunkt Psychiatrie und hörte u.a. Vorlesungen von Erwin Ringel, Hans Strotzka, Harald Leupold-Löwenthal und Giselher Guttmann. Ich schloss zu diesem Zeitpunkt das Studium noch nicht ab, beschäftigte mich aber privat weiterhin mit psychoanalytischen Themen. Nach einigen Jahren in New York traf ich Professor Guttmann im Dezember 2005 in Wien wieder. Er erzählte mir u.a. von der damals neu gegründeten Sigmund Freud Privatuniversität (SFU), deren Dekan er damals war. Daraufhin schloss ich dort mein Studium (2009) und die psychoanalytische Ausbildung (2010, in Kooperation mit dem PSI, dem Psychoanalytischen Seminar Innsbruck) ab. >> weiter


5 Königliche Verbindungen zur Psychoanalyse

Autor/in: Sabrina Zehetner (DWP)

(05.04.2017)

(Auch diesmal steht unsere Journalistin unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Royaler Besuch! Prince Charles und Camilla statten heute Wien einen Besuch auf ihrer Europa-Tour ab. Mit Freuds Emigration nach Großbritannien, gewann die Psychoanalyse in England an Popularität. Was aber verbindet die Psychoanalyse mit der britischen Monarchie? Eine Geschichte über tapfere Spione und exzentrische Prinzessinnen.


Prinzessin Alice von Battenberg (25.2.1885-5.12.1969)

Die bekannteste königliche Patientin Freuds war - neben Marie Bonaparte - wohl die von Geburt an taube Prinzessin Alice von Battenberg, Mutter von Prinz Philip und Schwiegermutter von Königin Elisabeth II. Ihr Ehemann Andreas von Griechenland und Dänemark musste das Land nach einer Niederlage gegen die Türken verlassen und entging - dank königlicher Unterstützung - der Exekution. Die Familie zog in eine Pariser Vorstadt, wo Alices Verhalten immer exzentrischer wurde. Die Interessen der Prinzessin waren zusehends von spiritueller Natur - Religion und Mystik wurden ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens und sie war der festen Überzeugung mit Buddha und Jesus Christus in Kontakt zu stehen und heilende Kräfte zu besitzen. Sie vertiefte sich bis zur Erschöpfung in die Kunst des Handauflegens, war besessen von Okkultismen und ernannte sich selbst zur Heiligen. Schließlich wurde Alices Gynäkologe Dr. Lourus konsultiert, der eine Psychose diagnostizierte und die Prinzessin zu Dr. Ernst Simmel, einem frühen Mitarbeiter Freuds, nach Tegel zur Psychoanalyse schickte - Simmels Diagnose: Paranoide Schizophrenie. >> weiter


(29.03.2017)

(Auch diesmal steht unsere Journalistin unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Banküberweisungen werden in den Praxen von Psychoanalytikern und Psychotherapeuten immer beliebter. Wie geschützt sind diese Daten und welche Risiken gibt es? Wir haben bei Psychotherapeuten und Banken nachgefragt und einen Blick auf die derzeitige Rechtslage geworfen.

Psychotherapeuten oder Psychoanalytiker bieten üblicherweise zwei Zahlungsarten an - Bargeld oder Banküberweisung. Die Banküberweisung ist wohl die einfachste und schnellste Zahlungsart. Mit der Banküberweisung überweist man jedoch nicht nur Geld, sondern auch Informationen über den Zweck und Empfänger der Geldsummen. Das Argument, dass der gläserne Mensch ein unveränderbares Faktum des digitalen Zeitalters ist, fällt dabei häufig und erinnert an den sorglosen Umgang mit den eigenen Daten.


Registrierkasse und Banküberweisung

Auch ca. ein Jahr nach ihrer Einführung, werden Registrierkassen nur ungern verwendet. Das gilt auch für Psychotherapeuten und Psychoanalytiker. So haben z.B. Psychotherapeuten nahe an den Grenzwerten hohe Investitionen und geringe Einnahmen. Hinzu kommt, dass unter den Psychotherapeuten und Psychonalytikern oft noch Unsicherheit hinsichtlich technischer Anforderungen und rechtlicher Lage herrscht. Genaue Zahlen, wie viele Psychotherapeuten die Registrierkasse verwenden, gibt es dazu laut ÖBVP (Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie) jedoch nicht. Die fehlende Aufklärung und Mehrarbeit tragen dazu bei, dass inzwischen viele Praxen Banküberweisungen vorziehen. Die Therapieform spielt dabei auch eine wesentliche Rolle. Eine Psychoanalyse erfolgt beispielweise mehrmals pro Woche. In diesem Fall bietet es sich an die hohen Beträge via Banktransfer zu bezahlen. >> weiter


(22.03.2017)

(Auch diesmal steht die Autorin unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Ich freue mich über die Gelegenheit, in Der Wiener Psychoanalytiker meine Erfahrung mit partizipativen Forschungsmethoden mit den Karen zu beschreiben und hoffe auf interdisziplinären Gedankenaustausch zu dem Thema. Es würde mich zum Beispiel interessieren, wie Psychoanalytiker die Zeichnungen ([siehe Abbildung 1] Die Autorin dankt ihrem Vater, Franz Vogler, für die technische Bearbeitung der Zeichnungen) der Kinder im Fließtext deuten würden. Ebenso wäre es wichtig zu erfahren, was Ethnopsychoanalytiker zu den Karen und ihrer kulturellen Symbolik zu sagen haben.

Als Sozialwissenschafterin an der Universität Oxford arbeite ich seit mehr als zehn Jahren mit dem Volksstamm der Karen. Die Karen leben vor allem im Hochland von Ost-Burma und Nordwest-Thailand. Aus wirtschaftlichen und kulturellen Gründen haben sie eine marginalisierte Position in der thailändischen Gesellschaft: zunächst leben die meisten Karen als Reisbauern im Hochland von Nordwestthailand wo es nur bedingte Möglichkeiten gibt, Geld durch Handel oder Dienstleistungen zu verdienen. Obwohl viele junge Karen eine Zeit in städtischen Bereichen verbringen um Geld zu verdienen, lebt der Großteil doch in ländlichen Gegenden und hat weniger Einkommen als die Mehrheitsbevölkerung. Kulturell unterscheiden sich die Karen von der Thai Bevölkerung da sie eine eigene Muttersprache haben und ihr Alltagsleben von anderen Höflichkeitsformen geprägt ist, als es bei der Mehrheitsbevölkerung üblich ist. Die Karen tragen auch eine andere Tracht als die Thais und essen andere Speisen. Im praktischen Alltag kommt es jedoch immer wieder zu Überschneidungen der Thai und Karen Kultur, nicht zuletzt da die Karen Kinder in staatliche Schulen gehen, wo Thailändisch gesprochen wird. >> weiter


IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: PIA MARIA JOLLIFFE / DWP

(15.03.2017)

In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die AutorInnen der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Pia Maria Jolliffe aus Oxford, Großbritannien zu begrüßen:

Sie ist gebürtige Wienerin. Sie hat in Wien das Gymnasium Sacré Coeur besucht und an der Universität Wien den Magister in Japanologie abgeschlossen. Danach ging sie für zwei Jahre nach Genf, wo sie unter anderem für das UNO-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR als Beraterin gearbeitet hat. 2006 ging Pia nach Oxford, wo Sie 2011 im Fach Internationale Entwicklung promoviert hat. Für ihre Doktorarbeit hat Pia insgesamt 12 Monate mit dem Volkstamm der Karen im Hochland von Nordthailand verbracht. Seitdem hat Pia die Karen für ihre post-doc Forschung mehrmals wieder besucht. 2016 erschien ihr Buch „Learning, Migration and Intergenerational Relations. The Karen and the Gift of Education“ im Verlag Palgrave MacMillan.



DWP: Was brachte Sie dazu sich mit der Psychoanalyse zu beschäftigen, beziehungsweise mit Freud und seinen Errungenschaften?

Pia Maria Jolliffe: Meine Arbeit mit den Karen, einem Volksstamm im Hochland von Chiang Mai, in Nordthailand. Je länger ich bei den Karen lebte, umso mehr habe ich mich mit den kulturell wichtigen Symbolen ihrer Kultur beschäftigt. Schließlich sind diese Symbole auch in meinen eigenen Träumen erschienen. In Chiang Mai habe ich dann auch Ulrike Gogela kennengelernt. Ulrike ist Psychotherapeutin und Jung`sche Analytikerin. Es hat mir geholfen, mit Ulrike über meine Träume zu sprechen. >> weiter


(08.03.2017)

(Auch diesmal stehen die Autorinnen unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

1. Psychoanalyse im Internet? Zur Kontroverse

Die Nutzung des Internet ist in die täglichen Lebensabläufe von weiten Teilen der Gesellschaft integriert und beeinflusst nicht nur soziale Beziehungen, sondern auch Bereiche der psychischen Gesundheit und Behandlung (Eichenberg & Kühne, 2014) sowie die psychoanalytische Theorie und Praxis (Migone, 2013). Der Begriff „E-Mental-Health“ fokussiert die Zusammenhänge von digitalen Medien und psychischer Gesundheit. Angebote umfassen hierbei ein breites Spektrum klinisch-psychologischer inklusive psychodynamisch ausgerichteter Interventionen, von Präventions- und Selbsthilfeangeboten über Online-Beratung und Online-Psychotherapie bis hin zu rehabilitativen Maßnahmen (Eichenberg, 2011).

Die Psychoanalyse weist neben den psychodynamischen Online-Interventionsangeboten und internet-gestützter psychoanalytischer Behandlung (s. Abschnitt 2) noch weitere Schnittstellen zum Thema Internet auf, die im folgenden nur kurz angeschnitten werden können (für eine detaillierte Übersicht siehe Eichenberg & Hübner, in Vorbereitung): 1. Psychoanalytische Überlegungen zu den Auswirkungen sozialer Medien auf das Individuum, Beziehungen und die Gesellschaft. So wird beispielsweise die Bedeutung des Internet für das Individuum in Anlehnung an Thomas Ogdens Konzept des „Dritten“ (Stadtler, 2013) herausgearbeitet oder Kommunikationsprogramme wie Skype als „das unheimliche Dritte“ (Dettbarn, 2013) interpretiert. 2. >> weiter


Die Satire auf der Couch

Autor/in: Sabrina Zehetner (DWP)

(01.03.2017)

Liebe LeserInnen!

DER WIENER PSYCHOANALYTIKER freut sich darüber heute den ersten Artikel unserer Redakteurin Sabrina Zehetner publizieren zu können.

Viel Freud beim Lesen!


(Auch diesmal steht die Autorin unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Satire als Enfant Terrible ist in Zeiten des Internets und politischen Konflikten allgegenwärtig. Zugleich blickt auf eine lange Tradition im Westen zurück. Wie die Psychoanalyse, macht sie Tabus und menschliches Handeln zum Thema - die Satire auf der Couch.


Satire 2.0

The John Oliver Show, SNL, The Stephen Colbert Report, The Onion und die Cartoons von Kate Beaton, the New Yorker und Charlie Hebdo - die Liste moderner Satire ist lang und vielschichtig. Die Motive der Satiriker und Satirikerinnen sind so bunt gemischt wie die satirischen Inhalte selbst. Es ist nicht überraschend, dass die westliche Satire – wie der Großteil europäischer Kulturgeschichte - ein Kind antiker griechischer Poeten ist. Am englischen Hof waren es zumeist Aristokraten wie z.B. der berühmt berüchtigte John Wilmot (The 2nd Earl of Rochester), die es sich erlauben durften, sich über den Adel und seine Gewohnheiten lustig zu machen. Dabei standen die satirischen Werke in ihrer Obszönität ihren modernen Nachfolgern in nichts nach. In Frankreich, dem Geburtsort der Karikatur, wurden politische Karikaturisten wie Charles Philipon im 17. Jahrhundert verfolgt und hinter Gittern gebracht. Während der französischen Revolution, weckte Satire allerdings zusehends das politische Interesse in der Bevölkerung und wirkte dadurch mitunter emanzipatorisch. Als der Hof aufhörte das kulturelle Zentrum darzustellen, die Leserschaft heterogener wurde und man begann die Kunst als unabhängig zu betrachten, veränderte sich auch die Satire. Sie wurde Teil des medialen Mainstreams und erfreute sich regelmäßiger Publikation. Die Zeiten großer satirischer Werke von Swift, Pope und Molière gehören allerdings der Vergangenheit an und wurden mit dem Beginn des Internets durch Memes und Late-night TV ersetzt. Politiker, die rund um die Uhr unter medialer Beobachtung stehen, werden immer häufiger zur Zielscheibe- das Web 2.0 verlangt Authentizität und verfolgt sie im selben Atemzug. >> weiter


(22.02.2017)


(Auch diesmal steht die Autorin unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)



“Come with me”
“Let’s go with the princess”
“Yes, I am a princess”

[“Kommt mit mir”
“Lasst uns mit der Prinzessin gehen”
„Ja, ich bin eine Prinzessin]

Das Ankommen ist nicht das Letzte, das sie überbewältigen müssen. Es ist nur eines der vielen Hindernisse, die sie überwinden müssen, um Freiheit zu erlangen, ihre Freiheit. Diese Freiheit, das Ziel für diese Jugendliche, ist die Freiheit ohne Probleme leben zu können. „Ich bin ein Jugendlicher, ich weiß nicht was mit mir passiert. Mein Körper, meine Gedanken, alles verändert sich. Trotz Veränderungen und Krieg, ich muss überleben!“ Sie sind auf der Flucht: vor Krieg, Hunger, Durst, Gewalt, Missbrauch, ohne Hoffnung und dem sich näherndem Tod. Sie verlassen ihre Familie und Freunde. Sie sind nicht mehr sicher. Ihre wunderschönen Städte wurden zerstört, überwältigt von Hass. Die Art von Hass, der weit über Zeit hinaus Anhaltet und absolut keinen Raum übrig lässt. Kein Raum für irgendetwas, nicht einmal für Leichen. „Ich könnte eine dieser Leichen sein/werden, es ist besser wegzurennen!“. Einmal Angekommen, sind manche Desorientiert, ihre Augen sind voll von Terror. Dieser Terror, der ihre Hirne und Herzen infiziert hat, während der Monaten langen, letzten Reise. Ihre Augen sind leblos, dank der physischen und mentalen Torturen, die ihnen sowohl an Bord sowie auf Land zugefügt wurden. Andere kommen an mit den Traum einen Verwandten oder Freud wiederzufinden, der es „durch Europa geschafft hat!“. Sizilien, wir sind fast da! Ja, ich sah sie. Ich hatte die Ehre zu beobachten und sie auf ihrer letzten Etappe zu begleiten: für die Inspektion nach der Landung. Wie sie in den Hafen meiner Stadt angekommen sind, erinnere ich mich an die Szenen, die die Nachrichten ausstrahlten und ich kann bestätigen, dass sie so sind, wie sie uns im Fernsehen gezeigt wurden.



Trauma senza fine: giovani migranti in “fuga” dalla realtà
“Andiamo con la principessa”

“Venite con me”
“Andiamo con la principessa”
“Si, sono una principessa”


Lo sbarco non è l’ultima fatica che devono affrontare, è soltanto uno dei tanti ostacoli che devono superare per raggiungere la libertà, la loro libertà, quella a cui tutti i ragazzi aspirano, quella del vivere liberi dai problemi e godersi la vita: “Perché sono un adolescente, perché non so cosa mi sta succedendo, qui cambia tutto, il mio corpo cambia, cambiano i miei pensieri. Ma c’è la guerra, devo sopravvivere, intanto continuo a cambiare, ma devo sopravvivere!”. Scappano, scappano dalla fame, dalla sete, dalle violenze, dai maltrattamenti, dagli abusi, dalla morte dietro l’angolo, dalle speranze distrutte, dagli affetti, dagli amici, non sono più al sicuro. Le loro bellissime città sono distrutte, annientate dall’odio, quello che persiste nel tempo e non lascia spazio, non c’è spazio per nessuno, non c’è più spazio nemmeno per i cadaveri.  “Tra i cadaveri potrei esserci io, allora, Sì scappiamo!”. Arrivano disorientati, alcuni hanno gli occhi spenti dal terrore, quello che ha pervaso le loro menti e il loro cuore durante i mesi di viaggio, occhi spenti dalle torture fisiche e psicologiche subite in mare e in terra. Altri, arrivano con gli occhi sognanti, sognano di poter raggiungere un parente o un amico che “ce l’ha fatta”, è riuscito ad arrivare in Europa. Sicilia, ci siamo quasi! Si, io li ho visti, ho avuto l’onore di guardarli, di accompagnarli pochi minuti durante l’ennesima fatica, i controlli post-sbarco. Mentre li vedevo arrivare, scesi, dal gommone che dalla nave che li conduce dentro i confini del porto della mia città, ricordavo le scene che che mandano in tv, sì sono come li vediamo in tv. >> weiter


IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: GABRIELLA PAPADIA

(15.02.2017)

In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die AutorInnen der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Lesern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.
Diese Woche haben wir die große Ehre, dass eine Autorin bereits zum zweiten Mal für uns schreibt.
Daher die Vorstellung ihrerseits heute leicht abgeändert zu der vom ersten Mal.
Gabriella Papadia‘s erstes Interview können Sie, liebe Leser, hier nachlesen: https://www.derwienerpsychoanalytiker.at/index.php?wbkat=8&wbid=704 
und Gabriella Papadia‘s ersten Artikel finden unsere eingeloggten User hier vor: https://www.derwienerpsychoanalytiker.at/index.php?wbkat=8&wbid=713 


Wir freuen uns ganz herzlich darüber wieder Gabriella Papadia aus Palermo, Italien begrüßen zu dürfen:

Sie ist eine Kinderpsychologin mit klinischer und evolutionärer Orientierung. Sie erhielt ihren Master-Abschluss an der Universität von Palermo in Klinischer Psychologie mit der Thesis "Nascita pretermine: ansia e stress genitoriale all’interno dei percorsi di sviluppo". Als Junior Psychologin der Italienischen Gesellschaft für Pädiatrische Psychologie angeschlossen und Doktorandin der "International School of Psychotherapy in the Institutional Setting" (SIPSI). Ihre Forschungsgebiete und Interventionen können in der Neuroentwicklung gefunden werden zur Beurteilung von Patienten mit typischer und atypischer Entwicklung (sowohl Erwachsene als auch Kinder), neurologischer Entwicklungsstörungen, spezifische Lernschwierigkeiten, Psychopathologie im Zusammenhang mit Frühgeburten und Risiko der Elternschaft. Gleichzeitig unterstützt sie soziale Eingliederungsprojekte in der Region Palermos zwischen Schulen und Krankenhäusern bewegen.



Gabriella Papadia è una Psicologa dell’infanzia ad orientamento clinico-evolutivo. Consegue la laurea magistrale presso l’Ateneo Palermitano in Psicologia Clinica dell’Arco di Vita con una tesi sperimentale dal titolo “Nascita pretermine: ansia e stress genitoriale all’interno dei percorsi di sviluppo” e abilitata alla professione di psicologo con iscrizione all’Ordine degli Psicologi della Regione Siciliana. Continua il suo percorso di ricerca sulla nascita prematura entrando a contatto con il Gruppo di Ricerca in Psicologia Pediatrica. Psicologa junior affiliata alla Società Italiana di Psicologia Pediatrica e specializzanda alla “Scuola Internazionale di Psicoterapia nel Setting Istituzionale” (SIPSI). I suoi campi d’interesse per quanto riguarda la ricerca e l’intervento si rintracciano nell’ assessment neuroevolutivo di soggetti con sviluppo tipico e atipico (adulti e bambini), disturbi del neurosviluppo, disturbi specifici dell’apprendimento, psicopatologia correlata alla prematurità, genitorialità a rischio. Contemporaneamente porta avanti progetti di inclusione sociale nel territorio palermitano muovendosi tra scuole e ospedali. >> weiter


(08.02.2017)

(Auch diesmal steht die Autorin unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

„Max und Moritz“ ist die Geschichte eines Lausbubenpaares erzählt in sieben Streichen von dem deutschen Dichter und Zeichner Wilhelm Busch. Vom ersten bis zum letzten Streich zieht sich, wie ein roter Faden, ein ständiger Konflikt zwischen Max und Moritz und den Dorfbewohnern: Keiner bleibt von den bösen Streichen der beiden Buben verschont. Die beiden Protagonisten sind jedoch nie Zeugen ihrer eigenen Taten, einzig dem Leser ist der Überblick über alle Geschehnisse vorbehalten. Der Autor trennt den Leser von den Personen in der Geschichte ganz ausdrücklich durch die Sprache:

„Ach was muß man oft von bösen Kindern hören oder lesen!
Wie zum Beispiel hier von diesen,
Welche Max und Moritz hießen.“ (Busch W., 1978, S.5)

Die direkten Anreden wie: „Seht, da ist die Witwe Bolte“ (Busch W., 1978, S.6) oder: „Guckste wohl, jetzt ist’s vorbei mit der Käferkrabbelei!“ (Busch W.,1978, S.20) stellen eine Distanz zwischen dem Leser, den Lausbuben und den Dorfbewohnern her. 

Auf diese Weise wird dem Leser und Beobachter der Geschichte ermöglicht, an den Übeltaten Teil zu haben und  seine eigene Aggressivität auszuleben, ohne jedoch dafür bestraft zu werden oder gar ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Und das ist der Witz an der Sache! Der Leser, ob Kind oder Erwachsener, erlebt dadurch eine Lust. >> weiter


NEWS

Autor/in: DWP / TVP

(01.02.2017)

Liebe Leserinnen und Liebe Leser!

DER WIENER PSYCHOANALYTIKER wächst!

Was ist "Psychoanalytischer Journalismus"? Gibt es das, kann es das geben, wie könnte eine Definition dafür aussehen?

All das sind Fragen, mit denen sich in Zukunft zunehmend DER WIENER PSYCHOANALYTIKER beschäftigen wird.

Als ersten Schritt erweitern wir unser redaktionelles Team um Sabrina Zehetner, Journalistin und Kommunikationswissenschafterin, die uns beim Versuch der Beantwortung all dieser Fragen unterstützen wird.
Sie konnte bereits im Bereich des wissenschaftlichen Journalismus (SYN Magazin) und im psychoanalytischen Umfeld (Sigmund Freud Museum Wien) wichtige Erfahrungen sammeln.
In Zukunft wird es mehr hausgemachte Reportagen, Interviews und Artikel geben.

Auch sonst wartet im kommenden Jahr noch viel Neues, Spannendes auf unsere LeserInnen.

Doch jetzt stellen wir Ihnen erstmal kurz Sabrina Zehetner vor!

Herzlich Willkommen im Team! >> weiter


RADIO - NEWS II.

Autor/in: DWP / TVP

(25.01.2017)

Liebe LeserInnen und HörerInnen,

Seit Mai 2015 wird live aus Wien jeweils am 2. Mittwoch des Monats die psychoanalytische Radiosendereihe "UNBEWUSST - die Lust am freien Sprechen" ausgestrahlt.
Das Radioteam hat über DER WIENER PSYCHOANALYTIKER die letzten Monate nach Unterstützung in Form von weiteren Moderatoren gesucht.
DANKE für all die Zusendungen!

Jetzt ist es soweit, das Radioteam hat sich entschieden und gleich zwei neue ModeratorInnen ins Team aufgenommen.
Aber nicht nur das, durch diese zwei neuen ModeratorInnen wird es nun auch möglich englischsprachige Gäste in die Sendung einzuladen, somit wird die Sendereihe künftig nicht mehr nur auf Deutsch ausgestrahlt, sondern wir werden auch zeitweise englischsprachige Sendungen ausstrahlen.

Wir sind sehr stolz darauf dieses Angebot ab nun mitanbieten zu können und das noch dazu live aus Wien!

Diese Woche stellen wir Ihnen den männlichen Neuzugang vor!
Herzlich Willkommen im Team, Kaan ÖZEMEK! >> weiter


RADIO - NEWS I.

Autor/in: DWP / TVP

(18.01.2017)

Liebe LeserInnen und HörerInnen,

Seit Mai 2015 wird live aus Wien jeweils am 2. Mittwoch des Monats die psychoanalytische Radiosendereihe "UNBEWUSST - die Lust am freien Sprechen" ausgestrahlt.
Das Radioteam hat über DER WIENER PSYCHOANALYTIKER die letzten Monate nach Unterstützung in Form von weiteren Moderatoren gesucht.
DANKE für all die Zusendungen!

Jetzt ist es soweit, das Radioteam hat sich entschieden und gleich zwei neue ModeratorInnen ins Team aufgenommen.
Aber nicht nur das, durch diese zwei neuen ModeratorInnen wird es nun auch möglich englischsprachige Gäste in die Sendung einzuladen, somit wird die Sendereihe künftig nicht mehr nur auf Deutsch ausgestrahlt, sondern wir werden auch zeitweise englischsprachige Sendungen ausstrahlen.

Wir sind sehr stolz darauf dieses Angebot ab nun mitanbieten zu können und das noch dazu live aus Wien!

Diese Woche stellen wir Ihnen den weiblichen Neuzugang vor!
Herzlich Willkommen im Team, Valerie MARKO! >> weiter


(11.01.2017)

(Auch diesmal steht die Autorin unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)





Ich wünschte, ich wäre nie eingestiegen,
Oh, was für ein Schlamassel,
Und jetzt der letzte Stand,
Die Liebe ist ein Spiel, bei dem es nur Verlierer gibt (Amy Winehouse)


Die sagen „Was Dich nicht umbringt, macht Dich stärker..." Ja sie sagen es immer, jedes Mal. Diese Phrase scheint immer alles ausbalancieren zu können. Dieses „Alles“ wo du dachtest, du könntest damit fertig werden und es in dir behalten, dieses Alles das im Sein eingeschlossen ist und das aus starken Emotionen, starken Gerüchen, aus tiefen Blicken, und Küsse aus der Ferne, die man kaum wahrnimmt, die so wirken als ob sie aus der Ferne geboren und in der Ferne sterben müssten, weil niemand sie verstehen oder sehen soll, aus Schlägen in den Magen, aus verstreutem in der Luft verteilten Glück, besteht. Dein „Ego“, das liebt, jenes das du nicht wusstest dass es auch so entstehen kann, kann dieses Alles nicht mehr in sich halten. Der Moment indem dieses Ego, das immer dieses Alles war, sich zurückverwandelt in das Es und das Überich....splittert es in tausend Teile und setzt sich über jede Grenze hinweg und nimmt verschiedene Formen an. Das verletzte Ego hat jetzt nur noch ein Ziel: zurückzukehren zum liebevollen und natürlich kämpfen mit den zwei anderen Instanzen, Ego(sich selbst) zu bleiben und es muss die Strukturen von Grenzen wiederorganisieren und sich wiederherstellen zu einem Alles integrierten, falls das möglich ist und soweit es die Kraft dazu hat. Die Mauern werden wieder aufgestellt, die Grenzen übernehmen wieder ihre Funktionen: das Geistige Gleichgewicht zu bewahren.



Sei sufficientemente forte?
Meravigliosamente: ferite dell’anima
una lettura psicoanalitica

vorrei non aver mai giocato
che casino abbiamo combinato
e adesso la montatura finale è che
l´amore è un gioco in cui si perde (Amy Winehouse)


Dicono che se non ti uccide ti fortifica … Sì, lo dicono, sempre, ogni volta. La frase adatta al momento giusto che sembra poter riequilibrare tutto. Quel “Tutto” che tu pensavi di essere in grado di contenere e gestire, quel tutto racchiuso nel Sé, fatto di emozioni forti, di odori nuovi, di sguardi profondi, di baci mandati da lontano, appena percepiti, come se da lontano dovessero nascere e come se così dovessero morire, perché nessuno doveva capire, perché nessuno doveva vedere, di pugni allo stomaco, di felicità diffusa e profusa nell’aria. Il tuo IO, quello che ama, quello che non sapevi potesse essere fatto anche così, non lo sa contenere più quel Tutto. Quel momento in cui l’IO che è sempre stato Tutto, torna ad essere Es e Super-Io a tratti … Si frammenta, va in mille pezzi, prevarica le censure ed acquista forme diverse. L’IO ferito adesso ha un solo obiettivo: tornare amorevolmente e naturalmente a lottare tra le altre due istanze, restare IO (se stesso) e deve riorganizzare la struttura delle censure e rigenerarsi, tornare un Tutto-integro, per quanto sia possibile, per quanto davvero abbia la forza di farlo. Si rialzano le mura, le censure riprendono ad avere la loro funzione: mantenere l’equilibrio psichico. >> weiter


IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: GABRIELLA PAPADIA / DWP

(04.01.2017)

In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Gabriella Papadia aus Palermo, Italien zu begrüßen:

Sie ist eine Kinderpsychologin mit klinischer und evolutionärer Orientierung. Sie erhielt ihren Master-Abschluss an der Universität von Palermo in Klinischer Psychologie mit der Thesis "Nascita pretermine: ansia e stress genitoriale all’interno dei percorsi di sviluppo". Als Junior Psychologin der Italienischen Gesellschaft für Pädiatrische Psychologie angeschlossen und Doktorandin der "International School of Psychotherapy in the Institutional Setting" (SIPSI). Ihre Forschungsgebiete und Interventionen können in der Neuroentwicklung gefunden werden zur Beurteilung von Patienten mit typischer und atypischer Entwicklung (sowohl Erwachsene als auch Kinder), neurologischer Entwicklungsstörungen, spezifische Lernschwierigkeiten, Psychopathologie im Zusammenhang mit Frühgeburten und Risiko der Elternschaft. Gleichzeitig unterstützt sie soziale Eingliederungsprojekte in der Region Palermos zwischen Schulen und Krankenhäusern bewegen.



Gabriella Papadia è una Psicologa dell’infanzia ad orientamento clinico-evolutivo. Consegue la laurea magistrale presso l’Ateneo Palermitano in Psicologia Clinica dell’Arco di Vita con una tesi sperimentale dal titolo “Nascita pretermine: ansia e stress genitoriale all’interno dei percorsi di sviluppo” e abilitata alla professione di psicologo con iscrizione all’Ordine degli Psicologi della Regione Siciliana. Continua il suo percorso di ricerca sulla nascita prematura entrando a contatto con il Gruppo di Ricerca in Psicologia Pediatrica. Psicologa junior affiliata alla Società Italiana di Psicologia Pediatrica e specializzanda alla “Scuola Internazionale di Psicoterapia nel Setting Istituzionale” (SIPSI). I suoi campi d’interesse per quanto riguarda la ricerca e l’intervento si rintracciano nell’ assessment neuroevolutivo di soggetti con sviluppo tipico e atipico (adulti e bambini), disturbi del neurosviluppo, disturbi specifici dell’apprendimento, psicopatologia correlata alla prematurità, genitorialità a rischio. Contemporaneamente porta avanti progetti di inclusione sociale nel territorio palermitano muovendosi tra scuole e ospedali.



DWP: Was brachte Sie dazu sich mit der Psychoanalyse zu beschäftigen, beziehungsweise mit Freud und seinen Errungenschaften? Cosa ti ha portato a occuparti di psicoanalisi, di Freud e dei suoi successi?

Gabriella Papadia: Man könnte es vielleicht als eine banale Geschichte betrachten, aber als Kind war ich von seinen Gedanken fasziniert, vor allem die Tendenz, in Kontakt zu treten und diese Behandlungsmethode (Heilen durch Sprechen) "outside the box" zu lernen. Die philosophischen und anthropologischen Einflüsse, die in seinem Denken auftauchen, bedeuten, dass sich die Psychoanalyse auch als menschliche, dem Menschen näher liegende Methode umsetzt. Potrebbe sembrare banale, ma sin da piccola sono stata attirata dal suo pensiero, soprattutto dalla tendenza ad acquisire ed imparare questo metodo di trattamento "fuori dagli schemi". (la cura attraverso la parola).Le influenze filosofiche ed antropoligiche che si riscontrano nel suo pensiero fanno sì che la psicoanalisi si configuri come un metodo di cura umano, più vicino alle persone.
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(28.12.2016)

(Auch diesmal steht der Autor unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Einen künstlichen mentalen Apparat zu entwickeln – um es reißerisch zu formulieren – ist für viele abwegig, ja für einige sogar ein Affront. Das sind Reaktionen, die auch die Psychoanalyse seit ihren Anfangszeiten kennt. Die Ursache solcher Meinungen können in berechtigten Sorgen vor einem möglichen Missbrauch – Stichwort Künstliche Intelligenz – liegen oder vielleicht in der Angst vor dem Aufzeigen gültiger tiefgehender Erkenntnisse über uns. Die Arbeit der SiMA (Simulation of the Mental Apparatus and Applications) Forschungsgruppe an der TU Wien, initiiert von Prof. Dietmar Dietrich und in den letzten drei Jahren geleitet von Samer Schaat, hat jedoch bereits gezeigt, wie sinnvoll die Kooperation zwischen Psychoanalyse und Computertechnik ist. Denn durch die Entwicklung eines künstlichen mentalen Apparats – also der Simulation eines metapsychologischen Modells als informationsverarbeitendes System im Computer - werden psychoanalytische Theorien geschärft, evaluiert und in weiterer Folge für die Erforschung von gesellschaftlich-relevanten Fragen, beispielsweise jene nach kooperativen und umweltfreundlichen Verhaltens, angewandt. Um dies zu erreichen werden sowohl die Methoden als auch die Theorien der Psychoanalyse und Computerwissenschaft vereint - eine Ergänzung und Kooperation, die eigentlich naheliegend ist. Immerhin ist einerseits die Computerwissenschaft jene Disziplin, die sich mit informationsverarbeitenden Systemen – und als solches kann der mentale Apparat betrachtet werden – beschäftigt, und andererseits ist die Psychoanalyse die einzige Disziplin, die ein ganzheitliches Modell der Psyche bietet.

Auch der Anspruch nach einem integrativen und funktionalen Modell bei der Entwicklung eines Computermodells des mentalen Apparats wird durch die Metapsychologie erfüllt. Durch das Aufzeigen der kausalen Interaktion grundsätzlicher individueller und sozialer (möglicherweise widersprüchlicher) Ansprüche in einem dynamischen Prozess, bietet das metapsychologische Modell einen geeigneten Rahmen um das Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren erforschen zu können. Das ermöglicht nicht nur fundierte Erklärungen menschlichen Denkens und Handelns, sondern auch das Aufzeigen dessen Komplexität. Theoretisch sind das gute Voraussetzungen für eine psychologische Wissenschaft. Praktisch wurde und wird der Psychoanalyse jedoch oft vorgeworfen ihre hohen Versprechungen nicht halten zu können. >> weiter


IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: SAMER SCHAAT / DWP

(21.12.200)

In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Samer Schaat aus Wien, Österreich zu begrüßen:

Geboren in Wien. Im interdisziplinären Bereich der Simulation von menschlicher Entscheidungsfindung tätig. Absolvierung des vorklinischen Studiums der Medizin, jedoch Wechsel zur Medizinischen Informatik um einen systemischen und systematische Methode zu verfolgen. Nach Tätigkeit an der Medizinischen Universität Wien, an der TU Wien tätig. Dort Leitung von Projekten zur Übersetzung und Anwendung von psychoanalytischen und neurowissenschaftlichen Konzepten in Computermodellen. Entwicklung eines Modells zur Entscheidungsfindung, Anwendung zur Erforschung von Kooperation und umweltfreundlichen Verhalten. Abschluss der Dissertation zur Entscheidungsfindung im sozialen Kontext. Initiator des gemeinnützigen Vereins zur Wissensvermittlung EdelmanSaid (http://www.edelmansaid.net)



DWP: Was brachte Sie dazu sich mit der Psychoanalyse zu beschäftigen, beziehungsweise mit Freud und seinen Errungenschaften?

Samer Schaat: Die Psychoanalyse schien mir jene Disziplin zu sein, welche die Rolle des Unbewussten ernst nimmt und die Basis für ein ganzheitliches Modell psychischer Faktoren und deren Integration bietet. >> weiter


(14.12.2016)

(Auch diesmal steht der Autor unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Über Psychoanalyse in Indonesien zu reden ist eine traurige Angelegenheit. Ich weiß nicht genau wann die Psychoanalyse nach Indonesien kam, aber meiner Meinung nach, kam die Psychoanalyse Hand in Hand mit der Psychiatrie und der Psychologie. Aber die Psychoanalyse ist der Ursprung von der Psychiatrie und der Psychologie.

Trotz ihrer unglaublichen Popularität und ihren legendären Wissen wird die Psychoanalyse von den Indonesiern kaum erkannt. Nur wenige Akademiker sind mit der Psychoanalyse vertraut. Aber genau da liegt das größte Problem. Psychoanalyse wird falsch beigebracht, sie wurde nur durch eine Theorie der Psychologie vermittelt und das auch nur für knapp zwei Stunden. Ja, nur knapp 2 Stunden werden zur Verfügung gestellt, um die Psychoanalyse zu verstehen. Ohne praktische Anwendung, nur Theorie. Was das Ganze noch schlimmer macht, ist, dass der Dozent, der diese Theorie unterrichtet, selbst nicht kompetent genug in der Psychoanalyse bewandert ist. Die psychoanalytische Theorie wurde mit der Hypnose vermischt. Durch die Unvertrautheit des Dozenten mit der Psychoanalyse, wird diese zur schwarzen Magie, weil sie von Sexualität und Unbewussten redet.

Viele Diffamierungen über die Psychoanalyse und Prof. Freud sind genau dank dieser Unvertrautheit der Dozenten entstanden. Wie zum Beispiel, dass das psychoanalytische Wissen nichts wert wäre, nicht wissenschaftlich und voll mit Pornografie sei. Als ob das nicht genug wäre, wird Prof. Freud verunglimpft, die Gerüchte behaupten, dass Prof. Freud die Hypnose verlassen hat, weil er nicht fähig war eine Beziehung aufzubauen, der Verräter, der schmierige Wissenschaftler.

Wir waren neugierig warum die Psychoanalyse in Indonesien nicht so bekannt ist und warum sie so missverstanden wird. Bei unserer Suche sind wir auf drei Aspekte gestoßen, die das erklären könnten: >> weiter


IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: FAKHRUN SIRAJ / DWP

(07.12.2016)

In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die AutorInnen der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Lesern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.

Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Fahkrun Siraj aus Indonesien begrüßen zu dürfen:

Geboren und aufgewachsen in Indonesien. Er arbeitet als klinischer Psychoanalytiker und ist Mitbegründer der Association of Psychoanalysis Indonesia, wo er auch als Supervisor bei der Ausbildung junger Psychoanalytiker mitarbeitet.

Er hat verschiedene Werke publiziert u.a. "Trance Phenomena: uncover phenomena, dynamics, and the pattern of trance in the formation of personality".



DWP: Was brachte Sie zur Psychoanalyse?

Fakhun Siraj: Ich wurde mit dem Sufismus erzogen. Mit 8 Jahren begann ich mich mit Philosophie zu beschäftigen, vor allem die Philosophie der Semiotik. Jacques Lacan ist eine großartige Persönlichkeit der Psychoanalyse. Über Lacan lernte ich die Psychoanalyse kennen. 12 Jahre später startete ich Psychologie, bzw. Psychoanalyse genauer zu studieren. >> weiter


(30.11.2016)

(Auch diesmal steht der Autor unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Ödipus Komplex

Der Ödipuskomplex ist einer der Kerngedanken von Sigmund Freuds Theorien. Heute im Besonderen ist es Allgemeinwissen (auf jeden Fall hat man davon schon mal gehört). Häufig kann man sehen wie die Erziehungsberechtigten, welche erst lernen müssen zu verstehen, zu "ertragen", wenn ihr/e Kleine/r dazu verdammt sind diesen Komplex zu haben und wie man dagegen ankämpft. Um diese Probleme zu beantworten, sollten wir zuerst begreifen, wer Ödipus ist. Wie durch den alten griechischen Mythos angedeutet, war es der Name eines Kindes, das die Frau von König Laios vom Theben geboren hatte. In der Tat, schon vor seiner Geburt, warnten Propheten Laios, dass sein eigenes Kind der Grund für seinen Tod sein würde. Auf den Befehl seines Vaters haben Söldner seine Füße durchstochen (Oidipus bedeutet „Schwellfuß"), ihn verstoßen und aus der königlichen Residenz in die Wildnis gebracht.

Der Jüngling, sei es wie es mag, biss nicht ins Gras, sondern wurde vielmehr gerettet und aufgezogen durch Außenseiter, die er zu der Zeit als seine Familie ansah. Ödipus entwickelt sich durch das ein oder andere Mittel bis er die Vorhersage hörte, sich mit ihr identifizierte, und er erschrocken das Haus verließ, mit dem Wunsch die Vorhersage abzuwenden. Das Schicksal (wie immer bei den alten Griechen, war konstant und allwirksam) führte ihn zusammen mit einem Fremden - Laem, den er als Folge während des daraus resultierenden Kampfes tötet. Später, in der Nähe der Stadt Theben, konnte er eine große Tat vollbringen indem er eine Kreatur, die die Stadtbewohner terrorisierte, tötete. Begeisterte Bewohner von Theben erkoren ihn auf die leere Stellung des Königs, wobei Ödipus, wie es damals Sitte war, die Witwe von Laius ehelichte, ohne zu wissen, dass es seine eigene leibliche Mutter war. Die Geschichte hörte dort nicht auf und hatte noch viele traurige Resultate, die in diesem Fall nicht so kritisch für uns sind. >> weiter


IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: TOGHRUL SALAMZADE / DWP

(23.11.2016)

In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die AutorInnen der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Lesern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Toghrul Salamzade aus Istanbul, Türkei zu begrüßen:

Geboren in Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans. Als er 10 Jahre alt war, zog er mit seiner Familie nach Nordzypern. Im Jahr 2010 hatte er das Gymnasium absolviert und entschied sich für das Studium der Psychologie an der Girne American University. Nach seinem Studium zog er in die Türkei. In seiner Studienzeit hatte er Schulungen und Kurse über Sextherapie und Hypnose. 2014 zog er nach Istanbul, Türkei. In Istanbul, vertiefte er sein Wissen über Psychologie und absolvierte zusätzlich 13 Schulungen und Kurse über Psychologie.
Er gibt Seminare und Konferenzen über verschiedene Themen wie forensische Psychologie, Kindersexualität, Sucht usw. Er hat fast alle Bücher von Freud und Fromm gelesen und arbeitet in Istanbul als Psychotherapeut.



DWP: Was brachte Sie dazu sich mit der Psychoanalyse zu beschäftigen, beziehungsweise mit Freud und seinen Errungenschaften?

Toghrul Salamzade: Ich liebe Philosophie! Als ich zuerst Psychologie studierte, begann ich Bücher von Sigmund Freud zu lesen. Freud liebt die Frage "Warum?". Und das ist auch die Grundlage der Psychoanalyse. Freud war anders als andere: er war radikal! Er machte radikale Aussagen und zwang mich, über seine Theorien nachzudenken.

Für mich speziell sind die Traumdeutung und der Ödipuskomplex sehr interessante Dinge in der Psychoanalyse. Traumdeutung ist Dogma; Und das ist es was sie anders macht - zumindest denke ich das. >> weiter


Das Krankheitsbild der Anorexia nervosa

Autor/in: Valerie Marko

(16.11.2016)


(Auch diesmal steht die Autorin unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Die Sucht zu Hungern, ein Leiden, welches zu einer modernen Krankheit heranwuchs, deren lateinische Bezeichnung, Anorexia nervosa, bereits unter Laien bekannt ist, wird immer mehr zu einer Modekrankheit. In Österreich erkranken etwa 200.000 Frauen, zumindest einmal im Laufe ihres Lebens, an einer Essstörung; mindestens 2500 Mädchen und junge Frauen leiden an Anorexia nervosa.

War die Magersucht bis vor einigen Jahrhunderten nur einem elitären Kreis von Ärzten bekannt, gilt sie heute als weit verbreitete psychische Störung, an der vermehrt junge Mädchen und Frauen leiden. Dies ist, zum einen durch das herrschende Schlankheitsideal westlicher Industriestaaten zu erklären, welches einen erheblichen Einfluss auf das Selbstwerterleben junger Mädchen und Frauen ausübt. Zum anderen durch die widersprüchliche Rolle der Frau, mit welcher sie in der heutigen Gesellschaft konfrontiert ist.

Die Anorexia nervosa ist charakterisiert durch eine bewusst hervorgerufene Gewichtsabnahme in Folge extremer Diät oder anderer gewichtsreduzierender Maßnahmen. Der Wunsch, an Gewicht zu verlieren und die ausgeprägte Angst vor einer Gewichtszunahme unterscheiden sie von anderen Formen der Unterernährung. Mit ihr einher geht eine Störung des eigenen Körperbildes: Die Betroffenen haben ein gestörtes Verhältnis zu ihrem Gewicht und ihrer Figur sowie eine veränderte Wahrnehmung der eigenen Körpererscheinung. Durch die Unterernährung treten zudem schwere körperliche Symptome auf.

Hinter dem vordergründigen Nicht-Essen, das auf den ersten Anschein für Außenstehende banal und unverständlich erscheinen mag, stehen unbewusste seelische Konflikte. Dies macht die Anorexia nervosa zu einem komplexen, neurotischen Krankheitsbild, welches sich den eigenen Körper zum Feindbild nimmt. >> weiter


IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: VALERIE MARKO / DWP

(09.11.2016)

In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die AutorInnen der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Lesern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Valerie Marko aus Wien, Österreich zu begrüßen:

Geboren in Graz. Lebt und arbeitet in Wien. Selbstständige psychotherapeutische Praxis für Psychoanalyse/psychoanalytisch orientierte Psychotherapie in Wien.
Davor psychotherapeutisch tätig an der psychotherapeutischen Ambulanz der Sigmund Freud Privat Universität und bei iwik – Verein zur Verbesserung der Lebensqualität.
Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen durch die Caritas Einrichtung „Am Himmel“, den Dachverband der Österreichischen Autistenhilfe sowie die Österreichische Diabetikervereinigung.

Ausbildung:
Studium der Psychotherapiewissenschaften an der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien.
Abschluss der ersten Diplomprüfung der Internationalen Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftsuniversität Wien, Österreich.

Wissenschaftliche Arbeiten:
„Der Nestflüchter“ – Die psychoanalytische Betrachtung eines jungen depressiven Mannes
Anorexia Nervosa und religiöses Fasten. Das Krankheitsbild der Magersucht anhand eines Fallbeispiels.
Der Witz als Abwehrmechanismus anhand Wilhelm Buschs „Max und Moritz“



DWP: Was brachte Sie zur Psychoanalyse?

Valerie Marko: Mein Interesse und meine Neugierde am Individuum. In der Auseinandersetzung mit meinen eigenen Gefühlen geriet ich in den Bann des Unbewussten und stieß hierbei an meine persönlichen Grenzen. Die Psychoanalyse führte mich auf einen Weg, meine Kreativität, die ich zunächst in der Kunstgeschichte (ver)suchte, auszuleben.

Daher ist es mir ein Anliegen, auch meine Patienten auf diesem Weg der Selbsterkenntnis zu begleiten und ihre Neugierde an der eigenen Geschichte zu wecken. >> weiter


Zur Kritik an: Das Unbehagen in der Kultur

Autor/in: Darius Wesner Estevenson

(02.11.2016)

(Auch diesmal steht der Autor unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Pulsion et civilization ist ein kritisches Werk an der Psychoanalyse. Es zeigt den erheblichen Einfluss, den die äußere Umgebung und die Kultur auf die Menschen haben, während der Bildung von psychischen Störungen. Die Freudsche Psychoanalyse betont den endogenen Aspekt der Ursache von psychischen Störungen und zwar unterdrückte und unerfüllte Triebe. Gegen die Frustration, die durch diese Unterdrückung erzeugt wird, sollte die Zivilisation, laut Freud, die Erwartungen des Subjekts erfüllen. Da dies nicht erfolgreich ist, spricht der Autor vom Unbehagen in der Kultur.

Wir haben haben eine andere Sichtweise. Die Kultur ist weitgehend die Ursache für das Unglück des Menschen. Durch ihre Ethik, ihr Über-Ich, züchtet sie Frustration. Es ist unvermeidlich, die Menschheit ist in und für die Frustration gemacht.

In der Tat ist unser Argument wie folgt: Erstens, es wurden mehrere Aspekte des Triebskonzepts identifiziert ohne die pseudo-marxistische Kritik des Todestriebes zu vergessen, insbesondere, die von Wilehlm Reich. Darüber hinaus entwickeln wir zwei aktuelle Freud Themen mit dem Ziel, das phylogenetische Über-Ich und seine enge Beziehung zur Kultur zu verstehen.

Darüber hinaus wird die Kultur einschließlich ihrer Dimension des sozialen Zusammenhalts und der Ethik diskutiert. Schließlich sind es die Auswirkungen der Ethik auf die menschliche Psyche die unser Interesse besonders hervorruft, da das Produkt davon weitgehend Neurosen, Perversionen und Psychosen sind.

Das Herz unserer Problematik bleibt eine Infragestellung an Das Unbehagen in der Kultur. Oder sollte man eher statt - Das Unbehagen in der Kultur- das Unbehagen der Kultur sagen?



POUR UNE CRITIQUE DE MALAISE DANS LA CIVILISATION

Pulsion et civilisation est un ouvrage critique de la psychanalyse. Il montre l´influence considérable du milieu extérieur, de la civilisation, sur l’être humain dans la formation des troubles psychiques. La psychanalyse freudienne met en exergue l´aspect endogène de la cause du trouble psychique, précisément la pulsion refoulée et insatisfaite. Contre la frustration qu´engendre le refoulement, la civilisation devrait, selon Freud, combler les attentes du sujet. Puisque cette tâche ne réussit pas, l´auteur parle de Malaise dans la civilisation.

Notre position est différente. La civilisation est en grande partie la cause du malheur de l’être humain. Par le biais de son éthique, son surmoi, elle engendre de la frustration. C´est inévitable, l´humanité est faite dans et pour la frustration.

En fait, notre argumentation se dessine de la manière suivante: d´une part, on cerne plusieurs aspects du concept de pulsion sans oublier la critique pseudo-marxiste de la pulsion de mort, précisément celle de Wilehlm Reich. D´autre part, nous développons les deux topiques de Freud dans l´objectif de comprendre le surmoi phylogénétique et son rapport étroit à la civilisation.

Par ailleurs, la civilisation est abordée notamment dans sa dimension de lien social et de son éthique. Enfin, c´est l´impact de cette éthique sur le psychique humain qui suscite surtout notre intérêt, en ce qu´il produit en grande partie de la névrose, de la perversion et de la psychose.

Le cœur de notre problématique reste une remise en question de Malaise dans la civilisation. Faut – il dire Malaise dans la civilisation ou Malaise de la civilisation? >> weiter


IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: DARIUS WESNER ESTEVENSON / DWP

(19.10.2016)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die AutorInnen der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Lesern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.

Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Darius Wesner Estevenson aus Case-Pilote, Martinique zu begrüßen:


Geboren am 25/09/1975 in Port-au-Prince, Haiti
Verheiratet, drei Kinder.
Qualifikationen
2013-2012: Master 2 in der Psychoanalyse. Universität Paris 8.
2012-2011: Master 2 in Geisteswissenschaften/Philosophie und Kritik der zeitgenössischen Kultur. Universität Paris 8.
2006-2005: MA in Französisch als Fremdsprache. Universität der französischen Antillen und Guyana.
2003-1999: Diplom in moderner Literatur an der Hochschule Port-au-Prince.


Né le 25/09/1975 à Port-au-prince, HAÏTI
Marié, 3 enfants.
Diplômes
2013-2012: Master 2 en psychanalyse. Université de Paris 8.
2012-2011: Master 2 en Sciences Humaines/ Philosophie et Critique Contemporaine de la Culture. Université de Paris 8.
2006-2005: Maîtrise en Français Langue Étrangère. Université des Antilles et de la Guyane.
2003-1999: Diplôme en Lettres Modernes à l'École Normale Supérieure de Port-au-Prince.



DWP: Was brachte Sie zur Psychoanalyse? Comment en êtes-vous venu à la psychanalyse?

Darius Wesner Estevenson: Ich kam zur Psychoanalyse durch die Übertragung genauer gesagt dank dem Einfluss von meinem Professor Pierre Bayard. Er kam, um einen Kurs über Psychoanalyse /Literatur an der Höheren Schule von Port-au-Prince während eines Philosophie-Masterprogramms zu unterrichten. Je suis venu à la psychanalyse par le transfert, précisément par l'influence de mon professeur Pierre Bayard. Il était venu enseigner un cours de psychanalyse/littérature à l’École Normale Supérieure de Port-au-Prince dans un programme master de philosophie. >> weiter


(12.10.2016)


Felix de Mendelssohns plötzlicher Tod nach kurzer, schwerer Krankheit hat Verwandte, Freunde, Kolleginnen und Kollegen tief erschüttert. Mit ihm verlieren wir einen großen europäischen Intellektuellen, zugleich einen engagierten Psychoanalytiker, der sich Zeit seines Lebens für die Vermittlung des Freudschen Werkes in Kultur und Gesellschaft starkgemacht hat.

Als Sohn des Publizisten Peter de Mendelssohn und der Kulturkorrespondentin, Literaturkritikerin und Romancière Hilde Spiel kam Felix de Mendelssohn 1944 in London zur Welt. Die Eltern waren 1936 wegen der antisemitischen Politik Österreichs aus Wien geflohen - ein Schicksal, mit dessen Folgen sich de Mendelssohn zuletzt noch 2006 in dem Buch Flucht in die Freiheit auseinandersetzte. Nach der Rückkehr nach Wien in den 1960ern ließ sich Felix de Mendelssohn zum Psychoanalytiker und Gruppenanalytiker ausbilden. Im Laufe der Jahre war er nicht nur als Kliniker psychoanalytisch tätig, sondern auch als Buchautor und im Rahmen zahlreicher institutioneller Funktionen: De Mendelssohn war Mitglied des Beirats der Sigmund Freud Privatstiftung und Abteilungsvorstand für Psychoanalyse an der Sigmund Freud Privatuniversität, unterrichtete in Kiew, Tel Aviv, Tokio und natürlich in Wien, dort auch als Dozent für Rolleninterpretation und Ästhetik am Max-Reinhardt-Seminar für Darstellende Künste.

Zweiter Wohnsitz de Mendelssohns war Berlin, wo er mit seiner Frau, der US-amerikanischen Philosophin Susan Neiman, lebte. Noch in diesem Sommer begegnete ich ihm dort bei einer Buchpräsentation. Er las aus Der Mann, der sein Leben einem Traum verdankte: Ein Traumforscher erzählt, und ich durfte ihn einmal mehr als einen mitreißenden Vortragenden erleben, der es verstand, sein Publikum mit ausdrucksstarken Bildern in seinen Bann zu ziehen. Später dann, beim Italiener in Wilmersdorf, wollten alle am liebsten neben ihm Platz nehmen. Worin lag die Faszination, die von de Mendelssohn ausging? Wer mit ihm zu tun hatte, erfuhr bald die ausgesprochene Liebenswürdigkeit, mit der er bei aller Streitbarkeit seinen Mitmenschen begegnete und die einem stets die Gewissheit gab, es mit einem besonderen Gegenüber zu tun zu haben. >> weiter


Einige psychoanalytische Gedanken zum Schuleintritt

Autor/in: Sabine Schreckenthaler

(5.10.2016)

(Auch diesmal steht die Autorin unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Rund 81.000 Schülerinnen und Schüler sind heuer in Österreich so genannte „Taferlklassler“. Lächelnd, mit der Schultüte vor einer Tafel – so oder so ähnlich stellt man sich diese Kinder am ersten Schultag vor. Doch welche Bedeutung hat der Schuleintritt aus psychoanalytischer Sicht? Welche intrapsychische und familiäre Besetzung wird dem Beginn der Schulzeit zugeschrieben?

Vom Kleinkind zum Schulkind

Der Zeitpunkt des Schuleintritts markiert den Übergang vom Kleinkind zum Schulkind und ein „Schulkind zu werden“ genießt auch meist eine hohe, psychische Besetzung in der Familie und im sozialen Umfeld.

Aus psychoanalytischer Sicht beginnt ebenfalls ein neues Kapitel der Entwicklung – die Latenzzeit. Ödipale Konflikte und Wünsche werden hintergründig und sind nur mehr latent vorhanden, die libidinöse Entwicklung scheint „einzuschlafen“ und wird mit dem Beginn der Pubertät „wiedererweckt“. In dieser ruhigeren Zeit bildet sich die innere Identität weiter aus und auch der Bezug zum Körper verändert sich. Kinder lernen ihren Körper für sportliche Hobbys und Betätigungen einzusetzen.

Durch das Erwerben neuer Fähigkeiten, wie Lesen, Schreiben und Rechnen werden den Kindern neue Selbstständigkeiten in Aussicht gestellt, die ihren Handlungsspielraum enorm erweitern. >> weiter


IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: Sabine Schreckenthaler

(28.09.2016)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die AutorInnen der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Lesern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.
Diese Woche haben wir die große Ehre, dass ein Autor bereits zum zweiten Mal für uns schreibt.
Daher die Vorstellung seinerseits heute leicht abgeändert zu der vom ersten Mal.
Sabine Schreckenthaler‘s erstes Interview können Sie, liebe Leser, hier nachlesen: http://www.derwienerpsychoanalytiker.at/index.php?wbkat=8&wbid=416 
und Sabine Schreckenthaler‘s ersten Artikel finden unsere eingeloggten User hier vor: http://www.derwienerpsychoanalytiker.at/index.php?wbkat=8&wbid=422 


Wir freuen uns ganz herzlich wieder Sabine Schreckenthaler aus Wien, Österreich begrüßen zu dürfen:

Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision (Psychoanalyse)
Psychotherapiewissenschafterin
In freier Praxis in 1010 Wien und 2412 Wolfsthal
Psychotherapeutische/Psychoanalytische Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Familien
Angestellt im Verein Kinderhilfswerk seit 2012
2012 Abschluss „Bakkalaurea“ (Psychotherapiewissenschaften an der Sigmund Freud Privatuniversität): „Die Bedeutung des psychotherapeutischen Kinderspiels aus psychoanalytischer und pädagogischer Sicht“
2015 Abschluss „Magistra“ (Psychotherapiewissenschaften an der Sigmund Freud Privatuniversität):
„Träume von Kindern im Vorschulalter -Eine qualitative, tiefenhermeneutische Untersuchung nach psychoanalytischen Gesichtspunkten“



Inspirierende Zitate:

„Vielleicht dürfen wir sagen: jedes spielende Kind benimmt sich wie ein Dichter indem es seine eigene Welt erschafft (…)“
(Sigmund Freud, 1908. GW, Band VII, Der Dichter und das Phantasieren)

Dieses Zitat stellt für mich der Beginn meiner wissenschaftlich-psychoanalytischen Arbeit dar und drückt für mich in einem Satz die Bedeutung des Kinderspiels für die psychoanalytische Psychotherapie aus. >> weiter


(21.09.2016)


(Auch diesmal steht der Autor unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Wenn ich in das Freiburger Starbucks-Café gehe, sitzen dort immer einige eifrige Medizin-Studenten, die fleißig repetieren, in den Ohren dicke Ohropax. Dann sitzen dort die genialen Autoren, die noch auf die Ernennung zu denselben warten und durch Nasenbohren, exzessiven Kaffeekonsum – der refill kostet ja nur 50 Cent - und häufige Toilettengänge ihre Schreibblockaden zu lösen versuchen. Es gibt in der Regel immer auch einen etwas Asozialen im Raum: Der heimatlose-Psychotiker, der arg riecht, einschläft und dann kurz aufspringt, um seinen Tisch zu verteidigen; der etwas abgehalfterte Hundebesitzer, der sein Felltier rumsträunen lässt, auch an die Tische verschreckter Mütter mit hundehaar-allergischen Kindern; in letzter Zeit eine junge Frau, die alle 5 Minuten einen schrecklichen, durch Mark und Bein gehenden Fluch ausstößt, so dass sich mir unweigerlich Fantasien einstellen, was sie mit den Männern anstellen könnte, denen diese Flüche gelten. An den von den Individualisten freigelassenen Tischen sitzen Paare, Freundinnen oder französische Familien.

Und man kann sich so daran gewöhnt haben, dass es einem nicht mehr auffallen mag: Von denen, die gemeinsam am Tisch sitzen, ist mindestens die Hälfte im Augenblick des Hinblickens mit ihrem Handy beschäftigt: Die junge Frau mit dem strengen Parfümgeruch tippt die ganze Zeit auf ihr I-Phone, zwischendrin beißt sie in ihren Muffin und lächelt dann kurz mit vollem Mund ihrem männlichen Gegenüber zu, der etwas lustlos selbst auf seinem Handy rumtippt. Da ist das zwanzig-jährige weibliche Zwillingspärchen, von denen jede auf ihr Handy tippt, jede mit Kopfhörern im Ohr. Da ist die französische Familie, Frau, Mann und die pubertierende Tochter: Der Vater streicht über sein I-Phone, offensichtlich etwas im Internet suchend, die Tochter tippt etwas in ihr Handy ein, die Mutter kontrolliert ihre Schminke im Handyspiegel.

Ein Gespräch ohne Seitenblick auf das Handy ist im Mikrokosmos des Starbucks eine Rarität. Dass es sich hier nicht um ein Artefakt eines Unterschicht-Nischen-Kosmos handelt, erfährt jeder, der schon einmal jungen Gymnasiasten bei einem Schulausflug im Zug begegnet ist: Er wird feststellen, dass fünfundsiebzig Prozent irgendwie mit ihrem Handy beschäftigt sind. >> weiter


IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: MORITZ POHLMANN

(14.09.2016)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die AutorInnen der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Lesern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.
Diese Woche haben wir die große Ehre, dass ein Autor bereits zum zweiten Mal für uns schreibt.
Daher die Vorstellung seinerseits heute leicht abgeändert zu der vom ersten Mal.
Moritz Pohlmnn‘s erstes Interview können Sie, liebe Leser, hier nachlesen: http://www.derwienerpsychoanalytiker.at/index.php?wbkat=8&wbid=544 
und Moritz Pohlmnn‘s ersten Artikel finden unsere eingeloggten User hier vor: http://www.derwienerpsychoanalytiker.at/index.php?log=2&wbkatlog=8&wbidlog=548 


Wir freuen uns ganz herzlich darüber wieder Moritz Pohlmann aus Freiburg, Deutschland begrüßen zu dürfen:

Geboren in Freiburg-D. Studium der Psychologie mit den Schwerpunktfächern Klinische Psychologie und Sozialpsychologie an den Schweizer Universitäten Fribourg und Bern. Pohlmann absolviert eine tiefenpsychologisch-analytische Weiterbildung am Universitätsklinikum Freiburg und ist nach mehrjähriger Kliniktätigkeit – zuletzt an der Sigma-Klinik in Bad Säckingen – nun in einer Freiburger Beratungsstelle und in ambulanter therapeutischer Praxis tätig.

Zitate zu den Schwierigkeiten, die sich dem, was man als (ödipale) Reife der Persönlichkeit nennen kann, entgegenstellen können

„So nahm sie nach der Art aller unbefriedigten Mütter den kleinen Sohn an Stelle ihres Mannes an und raubte ihm durch die allzu frühe Reifung seiner Erotik ein Stück seiner Männlichkeit.“ (aus: Freud,S. (1910). Eine Kindheitserinnerung des Leonardo da Vinci. Frankfurt a.M.: Fischer, S. 187.)

Freuds Schilderung beschreibt eine Sozialisationserfahrung, die meiner Beobachtung nach für immer mehr Jungen prägend ist: In einer pseudo-partnerschaftlichen Beziehung ohne väterlich-grenzsetzend-wegweisendes Drittes werden sie übermäßig erhöht und stimuliert, aber von niemandem in die Welt eingeführt. Ihre Schlachten in den martialischen Computerspiel-Welten des Kinderzimmers einerseits, ihr Hockenbleiben zuhause, wenn sie eigentlich längst ausgezogen sein könnten andererseits, ist dann der Kompromiss, das mütterliche Schloss zu halten und gleichzeitig loszuziehen, an der Brust zu bleiben und gleichzeitig ihr Mann-und Krieger-Sein zu beweisen. >> weiter


Buchrezensionen II

Autor/in: DWP

(07.09.2016)

Lieber LeserInnen,

Wir wachsen wieder weiter!
Sabine Schreckenthaler wird ab heute unser Team im Feuilleton bereichern.
Ihren Fokus wird sie auf Buchrezensionen aus dem Gebiet der Kinder- und Jugendpsychoanalyse legen.

Herzlich Willkommen!


Sabine Schreckenthaler aus Wien, Österreich.
Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision (Psychoanalyse)
Psychotherapiewissenschafterin
In freier Praxis in 1010 Wien und 2412 Wolfsthal
Psychotherapeutische/Psychoanalytische Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Familien
Angestellt im Verein Kinderhilfswerk seit 2012
2012 Abschluss „Bakkalaurea“ (Psychotherapiewissenschaften an der Sigmund Freud Privatuniversität): „Die Bedeutung des psychotherapeutischen Kinderspiels aus psychoanalytischer und pädagogischer Sicht“
2015 Abschluss „Magistra“ (Psychotherapiewissenschaften an der Sigmund Freud Privatuniversität):
„Träume von Kindern im Vorschulalter -Eine qualitative, tiefenhermeneutische Untersuchung nach psychoanalytischen Gesichtspunkten“



DWP: Sehr geehrte Frau Mag. Schreckenthaler, Sie werden in Zukunft, für unsere Leser als Kritikerin in der Rubrik „Feuilleton“ über ausgewählte psychoanalytische Bücher berichten.
Was werden sich unsere Leser erwarten dürfen?

Sabine Schreckenthaler: Ich werde Bücher und Fachzeitschriften aus dem Gebiet der psychoanalytischen Säuglings-, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie rezensieren.

Ich möchte mit den Rezensionen den Lesern und Leserinnen einen kurzen inhaltlichen Überblick geben und eigene Gedanken dazu mitteilen. Außerdem werde ich versuchen die Rezensionen in einen kontextuellen Hintergrund zu stellen.
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(31.08.2016)

(Auch diesmal steht der Autor unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Der 2009 verstorbene Jubilar wäre am 20. September 2016 hundert Jahre alt geworden. Zur Erinnerung an sein Werk und an seine liebenswerte Persönlichkeit finden in Wien und in Zürich mehrere Veranstaltungen statt, die sich mit den verschiedenen Aspekten seines Schaffens als Arzt, Neurologe, Psychoanalytiker, Ethnopsychoanalytiker und Schriftsteller auseinandersetzen. Wir nachgeborene PsychoanalytikerInnen sind ihm besonders für die Erneuerung der Psychoanalyse und für sein lebenslanges gesellschaftskritisches Engagement dankbar. Er war ein unerschrockener Kämpfer gegen Faschismus und Stalinismus und zugleich ein begnadeter Geschichtenerzähler.

Er habe bereits als Adoleszenter noch auf dem herrschaftlichen väterlichen Gut in Nowikloster in Slowenien Hitlers „Mein Kampf“ gelesen und fortan gewusst, was kommen werde. Kurze Zeit später erlebte er auf dem Gymnasium in Graz die ersten Judenverfolgungen. Nach dem Übertritt an die Universität studierte er die marxistischen Klassiker und wurde zum unorthodoxen Marxisten. Klarsichtig unterbrach er sein Medizinstudium noch vor dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland und übersiedelte als Auslandschweizer nach Zürich. Hier verkehrte er in antifaschistischen Kreisen und lernte seine aus Graz stammende spätere Frau Goldy Matthèy kennen, die nach dem Zusammenbruch der spanischen Republik, wo sie sich den Internationalen Brigaden angeschlossen hatte, ebenfalls flüchten musste. Es dauerte nicht lange, bis die beiden auf den gleichgesinnten jungen Schweizer Arzt Fritz Morgenthaler stiessen, woraus eine lebenslange Freundschaft hervorging. >> weiter


IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: EMILIO MODENA / DWP

(24.08.2016)

In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.



Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Emilio Modena aus Zürich, Schweiz zu begrüßen:

Geb. 1941 in Neapel, seit 1950 in der Schweiz. Medizinstudium an der Universität Zürich, danach 5 Jahre als Allgemeinarzt tätig. Psychoanalytische Ausbildung am PSZ, Privatpraxis seit 1974, Dozent und Supervisor seit 1977, Gründung der Stiftung für Psychotherapie und Psychoanalyse 1979. Zahlreiche Veröffentlichungen zur psychoanalytischen Ausbildung, Triebtheorie und Narzissmus, Psychoanalyse und Politik (Bibliographie siehe www.psychoanalyse-stiftung.ch).



DWP: Was brachte Sie dazu sich mit der Psychoanalyse zu beschäftigen, beziehungsweise mit Freud und seinen Errungenschaften?

Emilio Modena: Es gab in meiner Adoleszenz und im frühen Erwachsenenalter zwei Motive. Auf der einen Seite die Idealisierung meines Grossvaters (stief-)väterlicherseits, Rudolf Brun, der als Neurologe, Psychoanalytiker und Ameisenforscher noch ein richtiger Privatgelehrter und eine eindrückliche Persönlichkeit war. Ich besitze noch heute sein Forschungsmikroskop. Auf der anderen Seite meine Neugier, die sich sowohl auf die Biologie, als auch auf Soziologie und Politik richtete. Ich entdeckte die Psychoanalyse als Bindeglied zwischen beiden Bereichen. >> weiter


(17.08.2016)

(Auch diesmal steht der Autor unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Die Idee, dass ein Teil unseres subjektiven Persönlichen Leben unbewusst verläuft, oder dass da sogar ein verborgener Bereich im Bereich unserer Psyche, welche in der westlichen Kultur in Wien vor ein bisschen mehr als einem Jahrhundert eingeführt wurde, ist seitdem größtenteils akzeptiert worden. Nur sehr wenige andere Auffassungen gaben Anlass zu so vielen Kontroversen und Debatten in den letzten hundert Jahren, sei es über die Art und Weise wie wir Wissen über das Unbewusste erlangen, über die Beziehung des Unbewussten zu anderen Schichten der Psyche, über die Beziehungen, die es zu den körperlichen und organischen Prozessen hat, oder einfach über die richtige Methode das Unbewusste zu konzipieren.

Es ist weitgehend bekannt, dass sich Freuds Annäherung an das Problem während der Entwicklung seiner Arbeit veränderte. Darüber hinaus haben die nachfolgenden Generationen von Psychoanalytikern, andere Psychiater und Theoretiker darüber diskutiert und viele verschiedene Wege erforscht um Freuds Ideen weiter zu verstehen. Im vorliegenden Zusammenhang erfahren wir eine relative Öffnung in der psychoanalytischen Praxis gegenüber anderen Methoden und umgekehrt eine Öffnung anderer Schulen gegenüber psychoanalytischen Problemen und Konzepten. Beispielsweise findet im deutschen Raum, eine sehr interessante Debatte statt, wo es um das Verständnis der beiden Dimensionen des Unbewussten geht, der ersten, klassischen Freudianischen Dimension, die des "vertikalem" Unbewussten in Bezug der mehr oder weniger verborgenen Erinnerungen des Individuums und die der zweiten Dimension, die des "horizontalem" Unbewussten in Bezug auf den Resonanzraum in Beziehungen zwischen zwei Menschen [Vgl. Michael B. Buchholz and Günther Gödde, Unbewußtes (Gießen, Psychosozial Verlag, 2011)]. In der therapeutischen Beziehung ist die Frage, die beiden Dimensionen zu artikulieren, das heißt über die Geschichte des Patienten zu gehen und dabei eine Empfindlichkeit gegenüber seinen/ihren bedeutungsvollen Bewegungen und Ausdrücke in der lebendigen Gegenwart der therapeutischen Begegnung zu verwenden. >> weiter


IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: STEFAN KRISTENSEN /DWP

(10.08.2016)

In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die AutorInnen der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Lesern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Stefan Kristensen aus Genf, Schweiz zu begrüßen:

Er hat derzeit eine Post-Doc Stelle am Kunsthistorischen Institut der Universität Genf inne. Nachdem er einen Doktortitel in Philosophie von den Universitäten Genf und Paris 1 über "Merleau-Ponty und die Frage des Ausdrucks" erhalten hat. Er hatte ein Forschungsstipendiat von der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Universität Heidelberg (2013-2015). Er hat ausführlich unter anderem über die Theorie der Subjektivität, das Problem von der Bezeugung, über die Quellen und Grenzen der Philosophie von Merleau-Ponty und ausgiebig zu Themen der zeitgenössischen kontinentalen Philosophie und Ästhetik veröffentlicht. Er hat seine Habilitationsschrift vor kurzem an der Universität Toulouse abgeschlossen mit einer Arbeit mit dem Titel "The Sensitive Machine", einem Essay zur Artikulierung der phänomenologischen Perspektive von Merleau-Ponty und die Schizoanalyse von Félix Guattari (wird bei Herrman, Paris veröffentlicht). Sein jüngstes Buch trägt den Titel Jean-Luc Godard Philosoph (2014).



DWP: Was brachte Sie dazu sich mit der Psychoanalyse zu beschäftigen, beziehungsweise mit Freud und seinen Errungenschaften?

Stefan Kristensen: Ich bin durch das Studium des Französischen Philosophen Maurice Merleau-Ponty zur psychoanalytischen Literatur gekommen. Ich war neugierig über seine Nutzung des Freudschen Begriffs der Sublimierung in seinen Versuchen, die Passage vom Wahrnehmungssinn auf den Bereich der Sprache zu beschreiben (in PhD, im Jahre 2010 unter dem Titel Parole et subjectivité. Merleau-Ponty et la phénoménologie de l´expression veröffentlicht). Das machte mich mit Merleau-Ponty ziemlich mysteriösen Idee einer ontologischen Psychoanalyse vertraut (in The Visible and the Invisible), in dem das Unbewusste nicht notwendigerweise auf ein Individuum zugeschrieben wird, aber wo das Unbewusste eigentlich ein Zugang zu sich selbst ist. Von einem solchen Standpunkt aus erscheint Freud als ein wegweisender klassischer Autor, der viele Dinge möglich gemacht hat, aber der durch seine ontologischen Vorurteile daran gehindert wurde, den ganzen Weg zu gehen. Aber als echter klassischer Denker, enthalten seine Texte ein Potenzial von neuen Fragen, bei jedem Mal wenn man sie durchliest. >> weiter


Buchrezensionen

Autor/in: DWP

(3.8.2016)

Sehr verehrte Leserinnen, sehr verehrte Leser!

Wir erweitern unser Feuilleton! Ab nun werden Sie dort nämlich nicht nur mehr Kritiken von psychoanalytischen Veranstaltungen lesen können, sondern auch Buchrezensionen.
Heute möchten wir Ihnen unsere erste Rezensentin vorstellen, die ab nun exklusiv für unsere Leserschaft schreiben wird.

Herzlich Willkommen an Bord!


Lea Dohm, geb. Peplau, verheiratet, 2 Kinder.
Okt. 2000 - Feb. 2006: Studium der Dipl.-Psychologie an der Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg
Sep. 2005 - Sep. 2011: Weiterbildung zur tiefenpsychologisch fundierten Psychologischen Psychotherapeutin in der Ausbildungsstätte der Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg, Centrum für Lebenslanges Lernen (C3L)
Aug. 2011 - Jan. 2014: Fernstudium Fachjournalismus Aug. 2011 - Jan. 2014 an der Freien Journalistenschule Berlin
Seit Feb. 2016: Weiterbildung zur psychoanalytisch orientierten Gruppenpsychotherapeutin in Göttingen, Tiefenbrunn.
Seit März 2012: Niedergelassen in Stadthagen in eigener psychotherapeutischer Praxis mit Zulassung zur Kassenärztlichen Versorgung
Mai 2011 - Dez.2014: Referentin für Öffentlichkeitsarbeit bei der Psychotherapeutenkammer Niedersachsen
Zuvor mehrjährige Tätigkeit in drei verschiedenen psychiatrischen Kliniken
Mitglied im bvvp, IPPNW, der Humanistischen Union und Pro Asyl. >> weiter


(27.07.2016)


(Auch diesmal steht die Autorin unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Intersubjektivität in der Psychoanalyse

Infolge der Auseinandersetzung mit der Theorie und Technik der Psychoanalyse bin ich auf die „Theorie der Intersubjektivität“ gestoßen, die mich näher an mein Ziel brachte. Ich möchte einen kleinen Einblick ermöglichen. Eine Definition, die ich gelungen finde, rückt den Patienten und Analytiker in den Mittelpunkt des Verstehens und zeigt, dass „die Psychoanalyse Phänomene zu erhellen versucht, die innerhalb eines spezifischen psychischen Feldes auftauchen, welches durch die Überschneidung zweier Subjektivitäten – der des Patienten und der des Analytikers - konstituiert wird“ (Atwood und Stolorow in Donna M. Orange at al. 2001, 11).

Subjektivität wird in der Theorie der Intersubjektivität vorausgesetzt. Präziser gesagt, geht es um zwei oder mehrere unterschiedliche Subjektivitäten und die Wechselwirkung zwischen diesen (vgl. Donna M. Orange at al. 2001,11). Es geht darum, zu verstehen, dass wir nur innerhalb des intersubjektiven Feldes psychoanalytisch arbeiten und verstehen können, das heißt, wir „müssen die Theorie, die Vorurteile und Grundannahmen überprüfen, die unsere eigene Subjektivität prägen“ (Donna M. Orange at al. 2001, 13). Es wird die Ansicht vertreten, “daß sich relationale Kontexte wechselseitig konstituieren: Wie Literaturtheoretiker manchmal sagen, erschafft der Schriftsteller den Leser, und der Leser läßt den Schriftsteller entstehen“ (Donna M. Orange at al. 2001, 13). >> weiter


(20.07.2016)

(Auch diesmal steht die Autorin unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Ferenczis Beitrag


Auf die Frage, was Psychoanalyse ist, antwortete Freud einmal: „Ein Gespräch zwischen zwei… Personen. […] Es geht nichts anderes zwischen ihnen vor, als daß sie miteinander reden" (Freud in Haynal, 2000, 11).

Es sollte sich bald herausstellen, dass diese Definition mehr als unzureichend war, vor allem in Bezug auf die Technik. „Freud hat sich leidenschaftlich für die theoretische Erforschung eingesetzt, doch die Technik, die Praxis und die einzigartige Beziehung standen nicht immer im Mittelpunkt seines Interesses“ (Haynal, 2000, 13).

André Haynal stellte in seinem Buch dar, dass es Probleme in Verbindung mit der Technik gab und diese eine doppelte Zweideutigkeit aufwiesen: „In seinen technischen Schriften stellt er Regeln auf, während er diese an anderer Stelle zu entwerten scheint und sagt, diese Regeln seien wie Brücken für >Anfänger< […] Die zweite Zweideutigkeit – scheinbar oder real – liegt bei Freud in dem Widerspruch zwischen seiner Praxis, wie sie uns durch seine Fallbeschreibungen und aus Zeugenaussagen bekannt ist, und seiner >offiziellen< Position, wie sie in seinen Schriften über die Technik erscheint" (Haynal, 2000, 1). >> weiter


IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: ALISA BARTL / DWP

(13.07.2016)

In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die AutorInnen der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Lesern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Alisa Bartl aus Wien, Österreich zu begrüßen:

Studium an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main (Philosophie, Erziehungswissenschaften),
2008 Ausbildung zur Erzieherin, Frankfurt am Main.
Seit 2012 Studium der Psychotherapiewissenschaften und in Ausbildung zur Psychoanalytikerin an der Sigmund Freud Privatuniversität.

Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision in eigener Praxis‎.
Moderatorin der psychoanalytischen Radiosendung UNBEWUSST - die Lust am freien Sprechen!



DWP: Was brachte Sie zur Psychoanalyse?

Alisa Bartl: Mein Vater ist Gestalttherapeut und so war der Kontakt mit der Psychotherapie und dem Unbewussten sozusagen unumgänglich.

Für die Ausbildung zur Psychoanalytikerin habe ich mich entschieden, weil ich den Beruf von der Pike auf lernen wollte, sicher auch um meinen Vater herauszufordern und weil Psychoanalyse für mich mehr ist als eine Behandlungsmethode. >> weiter


(06.07.2016)

(Auch diesmal steht der Autor unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Im Gegensatz zu einigen emphatischen Aussagen, war die Psychoanalyse nie einfach eine Methode zur Behandlung von psychischen Störungen. Fast von Anfang an war - und bis zum heutigen Tag - ist die Psychoanalyse ein reichhaltiger und sich entwickelnder Ansatz zur interdisziplinären Forschung in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Sie ist auch, ohne Zweifel, eine soziale Bewegung, deren Wachstum und Rückgang, Schwankungen und interne Konflikte eine sorgfältige Prüfung erfordern und Reflexionen in sich selbst verlangen, unabhängig davon, wie klinische Analytiker ihr Handwerk ausüben. Diese Geschichtsdimension der Psychoanalyse wurde traditionell von Ärzten vernachlässigt und wird oft durch Kritiker der Psychoanalyse überbetont, die manchmal die Geschichte der Disziplin studieren, um diese zu diskreditieren, anstatt sie zu stärken oder zu verbessern.

Ein auffälliges Merkmal der psychoanalytischen Bewegung war ihre seltsame Kombination von revolutionären und konservativen Elementen. Auf der einen Seite hatten Psychoanalytiker, dank Freud, revolutionäre Einsichten in die Natur der menschlichen Sexualität und psychischen Funktionen; Einsichten, die potenziell höheres Verständnis und Selbsterkenntnis geben konnten und leidende Patienten von neurotischen Symptomen, der einen oder anderen Art befreien. Auf der anderen Seite ist, seit der Gründung der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung, die Exekutive der IPV Innovationen auf der Ebene der Theorie oder Praxis gegenüber oft ganz vorsichtig eingestellt, da sie nur ungern von Freuds eigenen Ideen abweichen. Tatsächlich wurde in der ersten Hälfte des Jahrhunderts nach der Gründung der IPV, die Treue zu Freud häufig aufgerufen als Kriterium der intellektuellen Redlichkeit oder deren Wert, während Meinungsverschiedenheiten mit Freud über grundlegende Sachen als Zeichen des Widerstands interpretiert oder als latente Psychopathologie gewertet wurde. Als Folge wurden diejenigen, die einen entsprechenden Mangel an Freud-Frömmigkeit zeigten, oder zu weit von dem vorherrschenden Konsens unter den wichtigsten Akteuren von Freuds Bekanntenkreis abwichen, ausgeschlossen, oder sie wurden einfach sich selbst überlassen. >> weiter


IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: DANIEL BURSTON / DWP

(29.06.2016)

In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die AutorInnen der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Lesern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Daniel Burston aus Pittsburgh, U.S.A zu begrüßen:

Er ist außerordentlicher Professor und ehemaliger Vorsitzender der Abteilung für Psychologie an der Duquesne Universität in Pittsburgh, Pennsylvania. Er ist aufgewachsen und ausgebildet worden in Toronto, Kanada. Er erhielt seinen Bachelor with Honours in Politikwissenschaften an der Universität York im Jahr 1979 und erwarb seinen M. A. in Social and Political Thought an der Universität York im Jahr 1981, sein Doktorat folgte 1985. Außerdem erwarb er einen Doktortitel in Psychologie an der Universität York im Jahr 1989. Er ist verheiratet mit zwei Kindern. Er ist Autor zahlreicher Bücher und Zeitschriftenartikel über die Geschichte der Psychologie, Psychiatrie und Psychoanalyse, darunter The Legacy of Erich Fromm, The Wing of Madness: The Life and Work of R.D. Laing, und Erik Erikson and the American Psyche: Ego, Ethics and Evolution.



DWP: Was brachte Sie zur Psychoanalyse?

Daniel Burston: Vor allem zwei Sachen. Das eine war jugendliche Neugier, das andere das Bücherregal meiner Eltern, wo unter anderem Bücher von Freud, Anna Freud, John Bowlby, Erich Fromm, Erik Erikson, etc. standen. Die Tatsache, dass diverse Freunde meiner Eltern Psychologen, Psychiater oder Psychoanalytiker waren und sehr anregende Gesprächspartner waren, hatte wohl auch einen gewissen Einfluss auf mich. >> weiter


(22.06.2016)

(Auch diesmal steht der Autor unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Das zweckrationale starke und das tragische schwache Subjekt in der Gegenüberstellung

Das tragische Selbstverständnis enthält somit eine andere Subjektvorstellung als das zweckrationale Selbstverständnis, in dem die (Kognitive) Verhaltenstherapie begründet ist. Aus der Perspektive des tragischen Selbstverständnisses wird das Subjekt im zweckrationalen Selbstverständnis einerseits in seiner Selbstverfügsamkeit, Selbsttransparenz und Selbstmächtigkeit überschätzt und andererseits in seinen subtileren Ausdrucksformen unterschätzt, übersehen und überhört:

-) Die Orientierung an einem starken zweckrationalen Subjekt in der Verhaltenstherapie verbunden mit der Annahme, dass das Subjekt in der Verfolgung seiner ihm bewussten Ziele aufgeht, macht plausibel, dass Verhaltens- und Erlebensmuster als Störungen aufgefasst und auf Störungen zurückgeführt werden, wenn das Subjekt seine bewussten Ziele nicht mehr zu realisieren schafft. Aus der Perspektive eines tragischen Selbstverständnisses hingegen erscheint eine solche Abspaltung des Subjekts von seiner Störung fragwürdig. Indem es unterstellt, dass der Mensch nicht Herr im eigenen Haus und nicht in der Verfolgung seiner rationalen Ziele aufgeht, mutet und gesteht es dem Patienten zu, in der äusserlichen Störung auch Intentionen zu verfolgen, die im oberflächlich angelegten Bedeutungszusammenhang vielleicht nicht kenntlich sind.

-) Indem das zweckrationale Selbstverständnis der Verhaltenstherapie eine Realität entwirft, die vom Subjekt prinzipiell durchschaubar und dadurch steuerbar ist, muss sie den äusserlichen Verlust dieser Steuerungsfähigkeit der Realität auf Defizite in der adäquaten Realitätswahrnehmung zurückführen. Das tragische Subjektverständnis behauptet eine solche Domestizierbarkeit der Welt qua Ratio nicht. Im Gegenteil unterstellt es dem Subjekt, in seiner individuellen Störung auf verdrängte anthropologische Befindlichkeiten und Bedürfnisse zu reagieren. Hinter dem, was in der Verhaltenstherapie als inadäquate Realitätswahrnehmung bezeichnet wird, steht demnach, um mit einem Ausdruck von Holzhey-Kunz (2002) zu sprechen, die «ontologische Hellhörigkeit» des Patienten. >> weiter


(15.06.2016)

(Auch diesmal steht der Autor unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Psychotherapien beinhalten immer eine Auseinandersetzung mit einem leidenden Menschen, einem leidenden Subjekt. Darin, wie sie vom Subjekt denken, unterscheiden sich psychotherapeutische Ansätze. Der Autor kontrastiert ein zweckrationales mit einem tragischen Selbstverständnis. Das erste identifiziert er mit der Verhaltenstherapie, das zweite verortet er in der Psychoanalyse, auch wenn diese ein widersprüchliches Subjektverständnis enthält. Im Gegensatz zum zweckrationalen Selbstverständnis, welches das Subjekt über Selbstmächtigkeit und Selbstverfügbarkeit definiert, sieht ein tragisches Selbstverständnis das Subjekt als schwächer an, fasst es aber zugleich weiter. Wo die Verhaltenstherapie den Patienten von seiner Störung abspalten muss, mutet und gesteht das tragische Selbstverständnis dem Patienten zu, in seiner Störung insgeheim auch eine subversive Intention zu verfolgen und auf ansonsten verdrängte Wahrheiten zu reagieren. Der Autor konstatiert ein Verschwinden des tragischen Selbstverständnisses in neueren psychodynamischen Ansätzen und skizziert, wie sich eine Re-Orientierung am tragischen Selbstverständnis u.a. in der Sozialisation von Psychotherapeuten zum Ausdruck bringen könnte.


Das starke Subjekt in der modernen Verhaltenstherapie

In der modernen (Kognitiven) Verhaltenstherapie scheint der Patient als starkes Subjekt gut aufgehoben zu sein. Es ist sein Anspruch auf Selbststeuerbarkeit in rationalen Zielen, Selbstverfügbarkeit und Selbstmächtigkeit, von dem sie ausgeht.

„Menschenbildannahmen: Leitmotiv...ist das Streben nach Selbstbestimmung, Selbstverantwortung, Selbststeuerung." (S.4, Kanfer, Reinecker u. Schmelzer, 1990)
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IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: MORITZ POHLMANN / DWP

(07.06.2016)

In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Moritz Pohlmann aus Freiburg, Deutschland zu begrüßen:

Geboren in Freiburg-D., Studium der Psychologie mit den Schwerpunktfächern Klinische Psychologie und Sozialpsychologie an den Universitäten Fribourg und Bern. Nach dem Studium Aufnahme einer tiefenpsychologisch fundierten Weiterbildung am Heidelberger Institut für Psychotherapie. Seit Abschluss der 18-monatigen psychiatrisch-psychosomatischen Tätigkeit an drei Kliniken und Wechsel in die tiefenpsychologisch-analytische Weiterbildung am Psychosomatischen Klinikum Freiburg ist er seit 2013 in der Sigma-Klinik für Akutpsychiatrie tätig. Ab Juli 2016 wird er in einer Freiburger Beratungsstelle und in ambulanter therapeutischer Praxis tätig sein. Pohlmann veröffentlichte Texte für Aware und die Sigma-Akademie. Neben seiner psychoanalytischen Ausbildung absolviert Pohlmann zurzeit einen Lehrgang zum Boxtrainer.



DWP: Was brachte Sie zur Psychoanalyse?

Moritz Pohlmann: Die Zeit, die ich mit einem Mann namens Peter verbrachte, hatte einen wichtigen Anteil daran. Peter war „resident“ eines Hauses in Irland, in dem ich nach dem Abitur ein Jahr lang ehemalige Obdachlose betreute. Mit Peter, der nach einer Trennung abgestürzt war, führte ich stundenlange Gespräche, in denen es um die eigenen Lebensverläufe, die Hoffnungen, die großen Fragen, die kleinen Dinge und Erfahrungen des Alltags ging. Manchmal schwiegen wir auch nur und hörten dem Blubbern des Fischaquariums zu, das in der Zimmerecke stand. Die Wirkung geteilter Nähe und gegenseitigen Zuhörens zu erfahren, war für mich damals eine heilsam-beglückende Erfahrung , die mich auch dazu brachte, Psychologie studieren zu wollen. In dieser Zeit begann ich auch psychologische Schriften intensiver zu lesen, zunächst vor allem von existentiell-orientierten Autoren: Ernest Becker, Viktor Frankl, Irvin Yalom. Deren Grundgedanke, dass neurotisches Leiden immer auch ein Ringen mit Grundfragen menschlicher Existenz unter den Bedingungen der jeweiligen Zeit und der individuellen Entwicklungsgeschichte des Patienten ist, hat mir schon damals sehr zugesprochen. >> weiter


FEUILLETON

Autor/in: DWP

(1.6.2016)

Liebe LeserInnen, Liebe Gäste, Liebe Veranstalter!

DER WIENER PSYCHOANALYTIKER freut sich ganz besonders darüber Ihnen heute eine neue Rubrik seines stetig wachsenden Onlinemagazins vorstellen zu dürfen.
Das FEUILLETON!

In diesem können ab sofort psychoanalytisch Versierte, als Kritiker kurz und prägnant oder lang und ausgeschmückt den LeserInnen von diversen psychoanalytischen Veranstaltungen weltweit berichten und somit den zu Hause Gebliebenen einen Eindruck darüber vermitteln, was sie versäumt haben, beziehungsweise doch nicht versäumt haben.

DER WIENER PSYCHOANALYTIKER bleibt dabei seinem bewährten Schema treu, dass nämlich im Forum wiederum Alle kommentieren und mitdiskutieren können und die Kritiker für Nachfragen zur Verfügung stehen.

Seien Sie also, verehrte LeserInnen, Gäste aber auch vor allem Sie, liebe Veranstalter, gespannt, welche internationalen psychoanalytischen Veranstaltungen es ab nun bis ins FEUILLETON schaffen und hier besprochen werden.
Es kann jederzeit losgehen!

Heute wird Ihnen aber nicht nur das FEUILLETON angekündigt, sondern auch bereits unser erster Kritiker, bzw. Korrespondent.

Mit Freude stellen wir Ihnen den mutigen ersten KAI HAMMERMEISTER aus Berlin vor, der Sie ab nun mit seinen Einschätzungen bereichern wird. >> weiter


(25.05.2016)

(Auch diesmal steht die Autorin unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

„Nur wenn die Mutter ihr Baby für einzigartig genug hält und ihm zutraut, ihre bewussten und unbewussten Wünsche zu erfüllen, ist sie in der Lage, ihre eigenen narzisstischen Bedürfnisse nach der Geburt zeitweise zu missachten, denn diese Wünsche sind nun auf das Baby verschoben.“ (Brazelton und Cramer 1991 zit. n. Schleske 2008, 22)

Die Schwangerschaft wie auch die Mutterschaft wurden bis heute wenig bis kaum unter dem Aspekt der inneren Wahrnehmung für die Frau beleuchtet.

Da die Mutter in der Zeit während der Schwangerschaft großen Veränderungen in ihrem körperlichen und psychischen Empfinden unterliegt, ist es von großer Wichtigkeit der Schwangerschaft mehr Augenmerk zu schenken. Aus diesem Grund führte ich im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit eine Studie über Träume von Schwangeren durch. Die Träume der Schwangeren dienen als Hilfsmittel, um zu den unbewussten Konflikten, Wünschen, Ängsten und Bedürfnissen in der Zeit der Schwangerschaft zu gelangen. Im vorliegenden Artikel werde ich nur kurz auf meine durchgeführte Studie eingehen und das Hauptaugenmerk auf die Bedeutung der Schwangerschaft für die Frau setzen.

In dieser sehr bedeutenden Veränderung für die Frau treten Phantasien über das ungeborene Kind auf und werden häufig schnell wieder verdrängt, da sie Angst auslösen. Ebenfalls werden auftretende Wünsche, die in Verbindung mit dem ungeborenen Baby stehen, wieder verdrängt, da diese auch Ängste der Unwissenheit hervorrufen können. In dieser Zeit verschieben sich die Bedürfnisse der Mutter auf das Baby.

So kommt es, dass bei vielen Frauen in der Zeit der Schwangerschaft während des Schlafes vermehrt Träume auftreten. Im Traum zeigen sich die verdrängten Wünsche und Ängste, die im Wachleben unbewusst bleiben. Jörg Baltzer (vgl. 2008, 77), ein deutscher Gynäkologe, schreibt hierzu, dass während der Schwangerschaft vermehrt Alpträume auftreten, die hauptsächlich die Verantwortung der Frau gegenüber dem Partner und dem Kind widerspiegeln. Er ist auch der Meinung, dass jede Schwangerschaft, sei sie auch noch so ersehnt, niemals frei von Konflikten ist; diese Konflikte spiegeln sich im Traum wider. >> weiter


IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: KATRIN HOFER / DWP

(18.05.2016)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die AutorInnen der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Lesern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Katrin Hofer aus Wien, Österreich zu begrüßen:

Seit 10/2015 in freier Praxis, 1090 Wien
Seit 10/2015 Anstellung bei der Vereinigung Österreichischer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten
Seit 10/2015 Doktorat an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien mit dem vorläufigen Arbeitstitel „Träume in der Schwangerschaft - eine psychoanalytische Betrachtung der Bedeutung der Schwangerschaft für die Frau“
2015 Abschluss Magistra Psychotherapiewissenschaften an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien “Wünsche und Ängste in Träumen von Schwangeren. Versuch einer psychoanalytischen Interpretation”
Seit 06/2013 im Status Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision (Psychoanalyse)
2012 Abschluss Bakkalaurea Psychotherapiewissenschaften an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien “Persönlichkeitsstörungen bei Jugendlichen und Kindern. Die Wichtigkeit des frühen Erkennens, um richtig zu intervenieren und die Problematik des Diagnostizierens”



DWP: Was brachte Sie zur Psychoanalyse?

Katrin Hofer: Anfangs war es schlichtweg ein Gefühl. Durch mein Studium der Psychotherapiewissenschaften, welches ich ebenfalls durch mein starkes positives Gefühl gewählt habe, zog es mich in den ersten Semestern immer mehr zur Psychoanalyse hin. Ich dachte immer, wenn ich mich schon mit der Psyche des Menschen befasse, dann aber tiefgründig. Ich möchte zu den Ursachen eines Symptoms gelangen und nicht nur das Symptom verschieben. Verstehen anstatt zu erklären. >> weiter


(11.05.2016)

(Auch diesmal steht die Autorin unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Durch die Entwicklung der Sexualtheorie, machte Freud einen entscheidenden Beitrag zur Neukonzipierung vom Prozess der Reifung, sowie der Grenzen die die Sphäre der Kindheit von der des Erwachsenen trennt. Ausgehend von Freuds Modell des Reifungsprozesses und die Kombination von Freuds Modell mit seiner eigenen Postmodernistischen Sprachphilosophie entwickelte Lyotard eine neue Perspektive um mit diesen Phänomen umzugehen.


                                         ***

In seinem Essay „Emma: zwischen Philosophie und Psychoanalyse“ [In „Emma: zwischen Philosophie und Psychoanalyse“ beschäftigt sich Lyotard mit dem Freud Fall Emma. Sie kann ihre Angst vor dem Einkaufen zu einem Vorfall zurückführen wo sie zwölf Jahre alt war und sie in Panic den Laden verließ, als sie zwei Angestellte beobachtete die lachten. Freud konnte dies auf ein früheres traumatisches Ereignis zurückführen, welches Emma selbst verdrängt hatte – als Emma acht Jahre alt war, hatte ein Ladenbesitzer ihre Genitalien durch ihre Kleidung begrapscht]. Lyotard macht eine Unterscheidung zwischen dem Affekt-Satz der Kindheit und der artikulierte Sprache eines Erwachsenen. In seinen eigenen Worten sind diese Sprachspiele, die anthropologisch gesprochen eine reine Affektivität sind, [....] die mit der Kindheit verbunden ist.“ [Ibid., 44].
Der Affekt-Satz der Kindheit verfügt nicht nur nicht über die „Ich“ Instanz, sondern es fehlen auch Empfänger. Somit ist der Affekt-Satz eine Präsenz, die niemanden adressiert, weder als Frage noch als Antwort.
In Folge dessen fehlt dem Affekt-Satz die benötigte Instanz, um am herum zirkulierenden Hausverstand teilnehmen zu können, die den Erwachsenen ermöglicht sich zu artikulieren. Diese Fähigkeit ist notwendig um Sätze miteinander zu verknüpfen.

Dieser Affekt-Satz ist nicht signifikant, weder dazu bestimmt noch hin verwiesen. Neben der "reinen" Kindheit, bringt der Affekt-Satz keine Erwartung mit sich, da eine Erwartung eine Verknüpfung erfordert. Doch trotz der Tatsache, dass er von allen grundlegenden Eigenschaften der Phrasen beraubt wird, besteht Lyotard darauf, dass seine "Präsenz" alleine ausreicht, um diese eine Phrase zu nennen, deswegen also die Forderung/Behauptung, dass es ein konstitutiver Teil der Sprache ist. >> weiter


IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: JULIE RESHE

(04.05.2016)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die AutorInnen der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Lesern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.
Diese Woche haben wir erstmals die große Ehre, dass eine Autorin bereits zum zweiten Mal für uns schreibt.
Daher die Vorstellung ihrerseits heute leicht abgeändert zu der vom ersten Mal.
Julie Reshe's erstes Interview können Sie, liebe Leser, hier nachlesen: http://www.derwienerpsychoanalytiker.at/index.php?wbkat=8&wbid=437
und Julie Reshe's ersten Artikel finden unsere eingeloggten User hier vor: http://www.derwienerpsychoanalytiker.at/index.php?log=2&wbkatlog=8&wbidlog=439


Wir freuen uns ganz herzlich wieder Julie Reshe aus Wyoming, Michigan begrüßen zu dürfen:

Sie ist Professorin der Philosophie am Global Center for Advanced Studies (in den Vereinigten Staaten), Gastprofessorin an der Alma Mater Europaea (Slowenien) und Direktorin des Instituts für Psychoanalyse (GCAS). Sie unterrichtet Klassen in Neurophilosophie (mit Catherine Malabou), Psychoanalyse, die Philosophie der Mutterschaft (mit Bracha L Ettinger und Katja Kolšek) und in Philosophie der Kindheit. Reshe beendete ihr PhD unter Supervision von Alenka Zupančič am Institut für Philosophie der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste. Reshe hat eine Reihe von Bucheinträgen geschrieben und wissenschaftliche Artikel veröffentlicht in russisch- und englischsprachigen Top Zeitschriften. Sie ist auch die Autorin von mehr als 80 populären Artikeln über Philosophie, Neurophilosophie und Psychoanalyse.


Inspirierende Zitate:

"Freuds Gedanken sind ständig offen für Revision ... ein Gedanke in Bewegung" (Lacan J., Das Seminar von Jacques Lacan, Cambridge: Cambridge University Press, 1988, S. 1.)

Freud selbst hat nie behauptet, dass seine Gedanken eine etablierte und bewährte Lehre zum Ausdruck bringen. Freuds Theorie ist eine Sammlung von Vermutungen und Skizzen, die weitere Forschung, die Verbesserung und Bestätigung erfordern (das ist etwas, das Freud selbst immer betonte). Zum Beispiel von der Biographie über Freud ist bekannt, dass er zum Beispiel seine "Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie", mehrfach ergänzt und neu überarbeitet hat. Über die zwanzig Jahre, währenddessen verschiedene Versionen dieser Arbeit veröffentlicht wurden, haben sich die Veränderungen die Freud gemacht hat, fast verdoppelt. Insbesondere wurden die Abschnitte über die infantile Sexualität und prägenitalen Entwicklung nur neun Jahre nach dem Erscheinen der ersten Version der Arbeit hinzugefügt. Im Jahr 1923 gestand Freud selbst, dass in seiner praktischen Forschung, es oft passiert sei, dass was alt und das was neu war, nicht miteinander übereingestimmt hat und somit nicht in eine völlig widerspruchsfreies Werk zusammengeführt werden konnte und er daraufhin seine Überlegungen rücksichtslosen Revisionen unterziehen musste. >> weiter


(27.04.2016)

(Auch diesmal steht die Autorin unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Möchte man den sequentiellen Ablauf einer Ess-Brech-Attacke psychodynamisch interpretieren, ist bereits vor deren eigentlichen Beginn die scheinbare Ausschließlichkeitsbeziehung der Patientinnen mit Nahrung auffallend und von Bedeutung; die gedankliche Beschäftigung mit Lebensmitteln übersteigt hier jedes Maß und wird zum Zentrum der Lebensgestaltung. Es ist beinahe so, als werde geradezu die ganze Welt durch die Lebensmittel ersetzt, was möglicherweise dem immensen Bedeutungsgehalt der Mutter in der frühesten Kindheit gleich kommt. Es scheint sich um eine symbiotische Zweierbeziehung zu handeln, aus der Dritte grundsätzlich ausgeschlossen sind, was auf eine Regression in eine präödipale Phase hinweisen dürfte. Hierfür spricht auch das wachsende Desinteresse an der sozialen Umgebung, was laut Fenichel auf eine „Entleerung der Objektbesetzungen“ [Vgl. Fenichel, 1931, 70; zit. n. Ettl, 2001, 22] hinweist und eine Entsprechung zu dem Gefühl der inneren Leere darstellt [Vgl. Ettl, 2001, 22].

Als unmittelbaren Auslöser für die Fressanfälle kann ein Objektverlust im weitesten Sinne gesehen werden, „Urszene“ und Modell aller Auslösesituationen dürfte dabei die „Sich-trennende-Mutter“ sein bzw. das persistierende Gefühl des vom mütterlichen Objekt getrennt erlebten Selbst. Infolge dessen wird eine als diffuse wahrgenommene Separationsangst in der Betroffenen ausgelöst, die sich gelegentlich bis zur regelrechten Panik ausweiten kann. Diese Angst wird jedoch oftmals lediglich als ein „organismisches Unbehagen“ wahrgenommen, welches häufig nicht näher beschrieben werden kann und diffus bleibt. Die Tatsache, dass die auslösende Situation, welche die Trennungsangst hervorruft als ein somatisches Geschehen (Hunger) interpretiert wird, ist ein Beleg für die Tiefe der Regression, nämlich in eine frühe, infantile Phase, in der die Differenzierung zwischen Soma und Psyche noch nicht stattgefunden hat. Otto Fenichel und Karl Abraham zusammenfassend kann man den Hunger der Bulimikerin als Maske bezeichnen, hinter der sich eine „Gier nach narzißtischer [sic] Zufuhr“ [Ettl, 2001, 39] verbirgt, die jedoch vor dem Über-Ich versteckt werden muss [Vgl. Ettl, 2001, 39ff]. >> weiter


(20.04.2016)

(Auch diesmal steht der Autor unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Essstörungen wie die Bulimia nervosa werden oft innerhalb eines speziell dafür ausgerichteten klinischen Settings behandelt. Aber auch in der analytischen Praxis begegnet man bulimischen Patienten. Meiner Ansicht nach ist die analytische Behandlung eine hervorragende und vielversprechende Option für eine Erkrankung wie die der Bulimie, nicht zuletzt mit dem Blick auf die Consumer Reports Study von Seligman {Seligman, 1996, 965}, die belegt, dass eine länger dauernde Psychotherapie klar im Vorteil gegenüber einer kürzeren Behandlung ist, was deren Wirksamkeit angeht.

Erfahrungsgemäß wird bei stationären Verfahren ein hoher Fokus auf die Normalisierung des Essverhaltens gelegt, es kommen verhaltenstherapeutische Interventionen zum Einsatz, es werden strukturierte Essenspläne vorgelegt und Tools aller Art eingesetzt. Oftmals kann man auch während des stationären Aufenthaltes eine relativ rasche Symptomverbesserung beobachten, die sich aber oft nicht so nachhaltig zeigt wie erwünscht. Sind die Patientinnen entlassen, fallen sie oft schnell wieder in alte Verhaltensmuster zurück. Berücksichtigt man einerseits die Abwehrorganisation der Bulimikerin mit der Aneignung eines „falschen Selbst“, ahnt man bereits, dass sie möglicherweise dazu neigen, „brave Patientinnen“ zu sein, andererseits spielt die institutionelle (und damit „mütterlich“ anmutende) Unterbringung auch eine Rolle, da die Patienten sich dort zunächst versorgt und geborgen fühlen, mit der Entlassung aber plötzlich wieder „ausgestoßen“ werden und nun all das für sich selbst übernehmen sollen, was zuvor die Institution für sie geregelt hat. Davon abgesehen scheint es bei einer Fokussierung auf die Themen Gewicht (tägliches Wiegen), Ernährung (vorgefertigte Essenspläne, genaue Überwachung) etc. beinahe so, als würde man sich auf den Abwehrmechanismus der Verschiebung der Patienten einlassen oder sich an der Rationalisierung beteiligen. Oftmals kann man hier Kämpfe beobachten (z.B. im Sinne von Gewichtszunahmen, Essensaufnahme etc.), die meiner Meinung nach völlig fehl am Platz sind und das Ziel der Behandlung gänzlich verfehlen. >> weiter


IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: TAMARA TREBES / DWP

(13.04.2016)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Tamara Trebes aus Wien, Österreich zu begrüßen:

Geboren 1987 in Deutschland, Oberfranken.
Studium der Psychotherapiewissenschaft an der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien seit 2011.
09/2015 – 02/2016 Co-Therapeutin einer Kinder-Adipositas- Gruppe im Rahmen des Projekts „Enorm in Form“ (WGKK)
seit 05/2015 Psychotherapeutin i.A.u.S. mit praktischer Tätigkeit an der Sigmund-Freud-Universitätsambulanz und für das Institut für Verhaltenssüchte, geleitet von Dr. Dominik Batthyány
05/2015 Bakkalaureat der Psychotherapiewissenschaft, SFU Wien
Titel der Abschlussarbeit: „Tod durch Schokolade.
Experimentalhermeneutische Reflexion zur Psychodynamik der Bulimia nervosa mithilfe des Psycho-Text-Puzzle (P-T-P)“
seit 10/2014 Anstellung beim Weltverband für Psychotherapie
08/2014 Praktikische Tätigkeit im Bezirkskrankenhaus Bayreuth (D), Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik; sozialtherapeutische Akutstation A6
03/2014 – 07/2014 Praktische Tätigkeit im AKH, Psychoonkologie Team
01/2014 – 07/2014 Wissenschaftliche Assistentin bei Univ-Prof. Dr. Alexander Gaiger, psychoonkologische Basisdiagnostik
05/2006 – 07/2006 Praktische Tätigkeit im Haus am Rosenberg, Wohnheim und Außenwohngruppen für psychisch kranke Menschen, Kronach (D) >> weiter


(06.04.2016)

(Auch diesmal steht die Autorin unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Laut der Psychoanalyse gibt es keine im Voraus festgelegte Identität, kein Ego. In "Zur Einführung des Narzissmus", wo er den Begriff Ich-ideal als Selbstbeobachtung einer intra-psychischen Instanz einführt, schreibt Freud: Es ist eine notwendige Annahme, dass eine Ich vergleichbare Einheit nicht von Anfang an im Individuum vorhanden ist; das Ich muss entwickelt werden.“ [Cf. Freud, S. On Narcissism (1914).] Der Prozess, bei dem ein Ego entsteht, wird die Identifizierung genannt. Das Konzept der Identifizierung wurde entlang der grundlegenden Theorien von Freud und später durch Jacques Lacan weiterentwickelt. Es ist eines der wichtigsten Konzepte in der Psychoanalyse. So wie Freud es im siebten Kapitel von Massenpsychologie und Ich-Analyse (1921) beschreibt: “Die Identifizierung ist der Psychoanalyse als früheste Äußerung einer Gefühlsbindung an eine andere Person bekannt Sie spielt in der Vorgeschichte des Ödipuskomplexes eine Rolle.” Es ist auch eng mit dem Konzept der Nachträglichkeit verbunden, die Lacan im zeitlichen Sinn von Freud übernahm und bedeutet die ungewöhnliche Kombination aus Erwartung und Nachträglichkeit. Der Prozess der Identifizierung, erarbeitet zuerst von Freud und später von Lacan heißt, dass das Ego im Grunde ein Objekt ist, das laut Lacan vollständig in das Register des Imaginären gehört. Am Anfang gibt es zwei verschiedene Verfahren, die Nebeneinander laufen, bis sie einander kreuzen und in Konflikt miteinander kommen, dieser Prozess der Vereinigung des geistigen Lebens, ist berühmter unter dem Namen Ödipus-Komplex. Im Allgemeinen erfolgt der Prozess der Identifizierung in den frühen Stadien der Formierung des Selbst (des Individuums) während einer bestimmten Prozessart der Verfremdung innerhalb des eigenen Körperbildes. In "Das Ich und das Es" legt Freud den Schwerpunkt auf den visuellen Aspekt. "Das Ich," sagt er, "ist vorallem ein körperliches, es ist nicht nur ein Oberflächenwesen, sondern selbst die Projektion einer Oberfläche.“ (SE, 19:26). [Boothby, R., Freud as Philosopher. Metapsychology After Lacan, New York and London: Routledge, 2001, p. 140.] >> weiter


IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: KATJA KOLŠEK / DWP

(30.03.2016)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Katja Kolšek aus Ljubljana, Slowenien zu begrüßen:

Sie arbeitet derzeit als Forscherin an der Philosophischen Fakultät der Universität Ljubljana (Slowenien). Sie hat ein BA in Sinologie (Philosophische Fakultät in Ljubljana) und ein Doktorat in Philosophie (Philosophische Fakultät in Ljubljana). Sie arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Philosophie SRC SASA in Ljubljana und in der Theorie-Abteilung der Jan van Eyck Akademie. Das post-akademische Institut für Forschung und Produktion in den Bereichen Bildenden Künste, Design und Theorie. Sie hat an der Fakultät für Geisteswissenschaften an der Universität von Primorska in Koper Vorträge über die Einführung in die Philosophie und Theorie der Ideologie gehalten. Ihre ausgewählte Bibliographie enthält die Monographie von The Other of Democracy. Die Konzepte von Immanenz und Anderssein in der zeitgenössischen Theorien der Demokratie (Annales, Koper 2010), dem Artikel »The Parallax Object of Althusser's Materialist Philosophy « in Encountering Althusser. Politics and Materialism in Contemporary Radical Thought, herausgegeben von Katja Diefenbach, Sara R. Farris, Gal Kirn und Peter Thomas (Bloomsbury Press, 2013) und »The Shift of the Gaze in Žižek's Philosophical Writing« in Repeating Žižek, herausgegeben von Agon Hamza , Duke University Press, Durham und London, 2015. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Philosophie, Psychoanalyse und moderne und zeitgenössische chinesische Literatur.



DWP: Was brachte Sie zur Psychoanalyse?

Katja Kolšek: Meine erste Begegnung mit der Psychoanalyse war während den Vorträgen von Professor Mladen Dolar am Institut für Philosophie der Philosophischen Fakultät der Universität Ljubljana, Slowenien. Natürlich, da Slavoj Žižek ein Slowene war, wuchs ich auch mit einigen oberflächlichen Schulkenntnissen über ihn auf. >> weiter


Die Sigmund-Freud-Gesamtausgabe (SFG)

Autor/in: Christfried Tögel

(23.03.1982)


(Auch diesmal steht der Autor unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)


Bisherige Freud-Ausgaben

Die Tradition, Schriften Freuds in gesammelter Form herauszugeben reicht in das Jahr 1906 zurück. Damals veröffentlichte der Verlag Franz Deuticke in einem Band die Sammlung kleiner Schriften zur Neurosenlehre mit Arbeiten Freuds aus den Jahren 1893 bis 1906.

Zwischen 1924 und 1934 erschienen im Internationalen Psychoanalytischen Verlag Freuds Gesammelte Schriften in zwölf Bänden. Diese Ausgabe war wiederum die Grundlage für die Gesammelten Werke in 18 Bänden, die bei Imago Publishing in London zwischen 1940 und 1952 veröffentlicht wurden. Der S. Fischer verwendete diese Ausgabe für seinen photomechanischen Nachdruck, der 1987 durch einen Nachtragsband ergänzte wurde. Diese beiden großen Werkausgaben wurden von einem Herausgeberteam und Leitung Anna Freuds veranstaltet.

Ab 1953 erschien die Standard Edition of the Complete Psychological Works of Sigmund Freud. Sie umfasste 24 Bände und wurde von James Strachey in Zusammenarbeit mit Anna Freud bei Hogarth Press in London herausgegeben. Diese Ausgabe lag 1974 vollständig vor.

Auf der Grundlage der Standard Edition entstand zwischen 1969 und 1975 die 10-bändige Studienausgabe des S. Fischer Verlags, für die Alexander Mitscherlich, Angela Richards und James Strachey verantwortlich zeichneten. Ilse Grubrich-Simitis gab 1975 einen Ergänzungsband mit technischen Schriften heraus, und 1989 erschien im Zuge einer revidierten Neuausgabe eine Freud-Bibliographie mit Werkkonkordanz von Ingeborg Meyer-Palmedo und Gerhard Fichtner (Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag (1989).

Keine der hier erwähnten Ausgaben enthält – von wenigen Arbeiten abgesehen – Freuds voranalytische Schriften, d.h. die Publikationen, die zwischen 1877 und 1893/4 erschienen sind. [Die erste Ausgabe, die auch die voranalytischen Schriften enthält ist »Freud im Kontext«, eine elektronische Ausgabe aus dem Jahr 2010 (InfoSoftWare, www.infosoftware.de).] 
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IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: CHRISTFRIED TÖGEL / DWP

(16.03.2016)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Christfried Tögel aus Lausanne, Schweiz zu begrüßen:

-) Geboren am 4. September 1953 in Leipzig; seit 1978 verheiratet mit Prof. Dr. Dr. Ginka Tögel; eine Tochter.
-) Publikationen zur Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftstheorie, Herausgeber mehrerer Editionen von Briefen Sigmund Freuds und Verfasser mehrerer Bücher über Traumforschung und zur Freud-Biographik (in acht Sprachen übersetzt)
-) Nach dem Studium der Klinischen Psychologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und einer beruflichen Tätigkeit als Psychotherapeut an der Nervenklinik der Charité promovierte er 1981 mit dem Thema »Der Traum. Historische, philosophische und empirische Aspekte zum Thema« (Humboldt- Universität Berlin) zum Dr. phil.
-) 1988 habilitierte er mit einer Arbeit zum Thema „Philosophische, historische und wissenschaftstheoretische Aspekte der Entstehung, Entwicklung und Rezeption der klassischen Psychoanalyse” (Humboldt-Universität Berlin).
-) Nach mehreren Jahren an der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften in Sofia (Bereich Wissenschaftstheorie und WIssenschaftsgeschichte, zuletzt als Forschungsdirektor des Instituts für Philosophie) ging Tögel 1989 als Humboldt-Stipendiat an das Institut für Geschichte der Medizin in Tübingen (Direktor: Prof. Gerhard Fichtner), wo er zur Geschichte der Psychoanalyse und zur Freud-Biografie forschte.
-) Danach supervidierte er Forschungsprojekte zur Erfassung und Digitalisierung der Archive der Freud-Museen in Wien und London (1991 bis 1994)
-) Von 2000 bis 2015 leitete er das Sigmund-Freud-Zentrum in Uchtspringe / Magdeburg und war von 2003 bis 2015 Direktor des SALUS- Instituts (Magdeburg).
-) Zwischen 1986 und 2015 organisierte er zahlreiche Ausstellungen und Konferenzen zum Thema „Freud” und „Geschichte der Psychoanalyse/ Psychiatrie”.
-) Freuds Enkel Anton Walter Freud hat 1999 über Christfried Tögel gesagt: “I do not know anybody who is better informed about the life of my grandfather, or who knows more about the Psychoanalytical development than he does. It is no exaggeration to say that he is a Freudian Encyclopaedia.”
-) Tögel engagierte sich auch mit seinem Freund Herbert Grönemeyer – der auch die Schirmherrschaft über die von Tögel konzipierte Ausstellung „Dämonen und Neuronen“ zur Geschichte der Psychiatrie übernommen hat – im Rahmen einer Veranstaltungsreihe zum Abbau von Vorurteilen gegenüber der Psychiatrie.
-) Für die ZDF-Reihe Giganten hat Tögel den Film Sigmund Freud – Aufbruch in die Seele wissenschaftlich betreut und die Dreharbeiten in London begleitet. Die Hauptrolle spielte Dietmar Schönherr.
-) Seit 2015 lebt Tögel in Lausanne in der Schweiz. >> weiter


(09.03.2016)


(Auch diesmal steht der Autor unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)



FALL VIGNETTE

Der Moment in dem ich mich mit dieser schwer depressiven und Selbstmord gefährdeten Patientin getroffen habe, wurde ich in der Sitzung mit Schwierigkeiten konfrontiert, nicht nur durch ihr trauriges und depressives Gemüt, sondern vor allem durch ihr Schweigen! Diese Patientin, ich werde sie von nun an Miss X nennen, sprach nicht. Sie stellte keinen Kontakt her – zumindest nicht durch das gesprochene Wort- und sie drückte nichts über ihre Gedanken, Ideen, Wünsche, Ängste oder Träume aus. Ihre Gegenwart brachte ein Gefühl der Affektlosigkeit hervor, als ob der Behandlungsraum nicht genug Sauerstoff hätte: wie ein schwarzes, leeres Loch!

Miss X, eine junge Frau - 23 Jahre - hat vor kurzem ihr College beendet, ist nach Hause zurückgekehrt und kämpft damit, einen neuen Rhythmus im Leben zu finden. Der Rat eines Freundes, der sie auf das Angebot des Psychoanalytischen Therapie Zentrum der Boston Graduate School aufmerksam machte, ermutigte sie eine Therapie zu beginnen. Nach meiner Frage warum sie eine Therapie machen wollte, sagte Frau X sie fühlte sich wie festgefahren, dass sie keinen Grund zum Leben hätte, kein Ziel, keine Richtung oder irgendeine Art der Zugehörigkeit fühlt. Sie meinte sie fühlte sich hilflos und abgegrenzt und sie hat angefangen mit dem Gedanken an Selbstmord zu spielen. Sie erklärte das mit einer schmerzhaft leisen Stimme, während sie wie ein freudloses Häufchen Elend dasaß. Ihr langes, gelocktes Haar verdeckte ihr Gesicht, der Blick gesenkt (auf ihren Schoß gerichtet). Ihre Arme waren mit langen Ärmeln bedeckt, ihre Hände sah man kaum, trotzdem schaffte sie es mit Ringen auf ihren Fingern zu spielen und ein Stück Stoff zu wenden und zu drücken, als ob sie jemanden den Hals umdrehen würde. Ich war in diesem Augenblick der Misere wie gefangen, auf der Suche nach Worten und um meine eigene Fassung ringend. Es war schrecklich, aber wir haben es irgendwie geschafft über dieses Erstgespräch hinwegzukommen. Wir einigten uns auf einen niedrigen Sitzungslohn und sie versprach wöchentlich zur Therapie zu kommen. >> weiter


(02.03.2016)


(Auch diesmal steht die Autorin unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)


ABSTRAKT

Ein gemeinsamer Nenner bei der Arbeit mit Patienten, die primitive mentale Funktionen aufweisen - Fälle von Borderline und narzisstischen Persönlichkeitsstörungen, Schizophrenie oder Autismus - ist die Schwierigkeit des Therapeuten stark induzierte Gegenübertragungen von Gefühlen und Impulsen zu steuern. Der Therapeut neigt dazu überaktiv und aufdringlich zu werden. Der folgende Fall versucht Licht auf dieses Phänomen zu bringen.


DIE STUDIE

Diese Arbeit präsentiert eine Studie über das Ausmaß einer Änderung im Selbst des Patienten in der Sitzung und eine Änderung in der Qualität des Therapeuten bzw. die Häufigkeit der Interventionen während der Behandlung eines schwer depressiven, stillen und schizoiden affektiven Patienten, der Symptome von primitiven psychischen Funktionen aufweist, zusammen auftreten können. Zu welchem Ausmaß, die gegenseitige Induktion einer starken Übertragung-Gegenübertragung von Gefühlen in der Sitzung zum Teil den analytischen Prozess manchmal behindern kann, ist die Frage, die in dieser Studie behandelt wird. Diese Forschung wurde unternommen, um die Schnittstelle zwischen therapeutischen Interventionen und der progressiven Kommunikation eines Patienten in der Analyse zu studieren. Ist eine Änderung im Kommunikationsmuster des Patienten das Ergebnis einer Änderung im Interventionsstil des Therapeuten? Ist eine Änderung im psychischen Zustand des Patienten im Behandlungsraum ein Produkt der Intervention des Therapeuten? Soll bei einer Änderung in der psychischen Haltung des Patienten im Behandlungsraum eine andere Form der Intervention durch den Therapeuten hervorgebracht werden? Dies sind theoretische und methodische Fragen, die in dieser Studie gestellt wurden. Doch angesichts der Tatsache, dass die Studie einen einzigen Fall behandelt, ist das Ziel der Studie das Interaktionsmuster zwischen den Interventionen des Therapeuten und der progressiven Kommunikation des Patienten zu untersuchen, ohne den Versuch einer kausalen Inferenz am Ende zu machen.
Eine umfassende Rezension der psychoanalytischen Literatur hat einen Mangel an Studien die diesen Aspekt der therapeutischen Interaktion behandeln, gezeigt. Diese Forschung soll diese Lücke füllen.


GEKÜRZTE LITERATURREZENSION

Hyman Spotnitz, der Vater der Modernen Psychoanalyse, war der Sohn von Immigranten der in Boston zur Welt kam. >> weiter


IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: GABRIELE CHORNEY / DWP

(24.02.2016)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Gabriele Chorney aus Rhode Island, U.S.A. zu begrüßen:

Ausbildung:
Doktorin der Psychoanalyse:  Boston Graduate School of Psychoanalysis, 2013
Zertifizierte Psychoanalytikerin: Boston Graduate School of Psychoanalysis, 2013
MA der Psychoanalyse: Boston Graduate School of Psychoanalysis 2001
BA der Freien Künste: Thomas A. Edison State College, 1999
Akademische Auszeichnungen:
2014 Nominiert für den Gradiva Award - Student Paper
Berufserfahrung:
Private Praxis, 2001- Heute
Advisor an der Boston Graduate School of Psychoanalysis, 2001 bis heute
Klinische Therapeutin (Doktorand) BGSP
BGSP - Therapy Center  (2001 -2009)
Master Thesis über „The Meaning of Food” 2001
Dissertation über „Intervention as Transference - Countertransference Enactment” 2013



DWP: Was brachte Sie zur Psychoanalyse?

Gabriele Chorney: In den 1990er Jahren, nachdem ich zwei Kinder großgezogen haben, stand ich vor der Frage, was ich mit dem "Rest meines Lebens" tun sollte. Mein Mann und ich kämpfte mit der Aufsicht unseres Sohnes, der mit illegalen Drogen herum experimentierte. Um eine sinnvolle Intervention zu leisten, haben wir beschlossen, Familientherapie zu beginnen; so lernte ich  meine heutige Psychoanalytikerin kennen. Der Rest ist Geschichte. Wir konnten unseren Sohn retten und ich folgte in den Fußstapfen meiner Psychoanalytikerin, die Theorie zu studieren, die sie angewendet hat um uns zu helfen. >> weiter


Jugendliche, die sich selbst verletzen

Autor/in: Bruno Mangolini et al.

(17.02.2016)

(Auch diesmal steht der Autor unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Es wird immer gewöhnlicher, die Suche nach professioneller Hilfe zur Betreuung von jungen Menschen, die sich selbst Schnitte zugefügt haben. Sie sind in der Regel - aber nicht ausschließlich - Mädchen, Teenager, mit Ritzwunden an den Handgelenken, Armen und sogar auf ihren Gesichtern, welche von Eltern, die von diesen Szenen entsetzt sind und nicht wissen, was sie tun sollen, begleitet werden.

Neben den Ritzen, ist das Vorhandensein von Symptomen wie Anorexie und Bulimie häufig, und einige subjektive Merkmale, wie zum Beispiel Isolierung, die Notwendigkeit Aufmerksamkeit zu erregen und das Gefühl, missverstanden zu werden. Oft haben diese Jugendlichen keine Lust zur Schule zu gehen, sind ohne Appetit und sie mögen es nicht mit Freunden zu sein. Diese Eigenschaften sind sehr häufig und relevant in der Adoleszenz, aber in diesen Fällen erscheinen sie auf eine übertriebene Form und werden oft als Depression wahrgenommen.



JOVENS QUE SE CORTAM


É cada vez mais frequente a procura por ajuda profissional, geralmente solicitada pelos familiares, para o atendimento de casos em que jovens têm deliberadamente provocado cortes em seus pulsos, braços e até nos rostos. Geralmente são meninas, adolescentes, trazidas pelos pais, que ficam aterrorizados com a cena e não sabem o que fazer.

Além dos cortes, a presença de sintomas como anorexia e bulimia são comuns, além de algumas características subjetivas, como o isolamento, a necessidade de chamar a atenção e a sensação de ser incompreendida. É comum não haver ânimo para ir à escola, não ter apetite e não ter vontade de sair de casa. Questões muito presentes e pertinentes na adolescência, mas que nestes casos aparecem de forma exacerbada e é muitas vezes percebida como uma depressão.
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IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: BRUNO BENNDORF MANGOLINI / DWP

(10.02.2016)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Bruno Mangolini aus São Paulo, Brasilien zu begrüßen:

2016/2017: Master Degree in klinischer Psychologie, Schwerpunkt Subjektivität (PUC-Sao Paulo)
2013/2014 Postgraduierte in Master of Health Management (UNIFESP)
2009/2011 Postgraduierte in Psychopathologie und Gesundheit (USP)
2003/2007: Abschluss und Bachelor in Psychologie (PUC- SP)
Gruppen:
Spinoza - Studiengruppe (2010-2011)
Deleuze - Studiengruppe (2008-2010)
Lacan - Studiengruppe (2005-2009)
Berufserfahrung:
Eigene Praxis: für Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen (seit 2011).
Öffentliche Gesundheit: 7 Jahre für die öffentliche Gesundheit tätig, arbeitete in der Grundversorgung und Einrichtungen für Menschen mit schweren psychischen Störungen (Kinder und Erwachsene).
Clinic Maia - Brazilian System für den Bereich psychische Verfassung.
Koordinator der Gruppe für Drogenabhängige und Patienten mit psychischen Störungen durch Psychodrama und Arbeitsgruppen. Gründung und Umsetzung des "Caring“ Projekts der Betreuungspersonen, zusammen mit den Krankenschwestern und Mitarbeitern der Reinigung und Wartung. Leitung: Marcia Baptista und Antonio Lancetti - 880 Stunden (08/2005-12/2007)
Sprachen: Portugiesisch, Englisch und Spanisch.


2016/2017: Mestrando em Psicologia Clínica no núcleo de subjetividade (PUC-SP)
2013/2014: Especialista em Gestão em Saúde (UNIFESP)
2009/2011: Especialista em Psicopatologia e Saúde Pública (USP)
2003/2007: Graduação e Bacharelado em Psicologia (PUC- SP)
Grupo de Estudo de Espinosa: participou de grupo de estudos baseado na obra de Baruch de Espinosa (2010-2011)
Grupo de Estudo de Deleuze: participou de grupo de estudos baseado na obra de Gilles Deleuze (2008-2010)
Grupo de Estudo de Lacan: participou de grupo de estudos baseado na obra de Jacques Lacan (2005-2009)
Experiência Profissional
Consultório particular: realiza tratamentos psicoterapêuticos com crianças, adolescentes e adultos (desde 2011).
Saúde Pública: sete anos dedicados à saúde pública, trabalhando em atenção primária e serviços para pessoas com transtornos mentais graves (adultos e crianças)
Clínica Maia (private Clinic)
Coordenador de grupos com dependents químicos e pacientes com transtornos mentais, utilizando psicodrama e grupos operacionais. Criação e implantação do projeto “Cuidando dos Cuidadores”, com enfermeiros e equipes de limpeza e manutenção. Supervisão: Marcia Baptista and Antonio Lancetti - 880 horas.
Línguas: Português, Inglês e Espanhol. >> weiter


(03.02.2016)


(Auch diesmal steht der Autor unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Künstliche Intelligenz (KI) ist die größte potentielle Bedrohung der Menschheit. Diese Angst wurde in den letzten Monaten durch die Aussagen bekannter Opinion Leader medial verbreitet. Prominente Persönlichkeiten wie Stephen Hawking (6), Elon Musk (5), Bill Gates (7), sowie renommierte Neurowissenschaftler und Philosophen warnen vor dem potentiellen Untergang der Menschheit. Milliarden werden investiert, um das superintelligente „Menschenkind“ unter Kontrolle zu halten.

Droht der Menschheit tatsächlich der Vatermord? Worin liegt die psychologische Bedeutung dieser Ängste? Und welche Folgen können diese auf die „Erziehung“ haben?


Künstliche Intelligenz als bedrohliches Kind des Menschen

Als das Orakel von Delphi Laios, dem König von Theben, prophezeite, sein eigener Sohn würde ihn töten und seine Mutter heiraten, ließ er seinem später Ödipus getauften Sohn als Säugling die Beine zertrümmern und in der Wildnis aussetzen. Als dieser viele Jahre später ohne zu wissen, dass es sein Vater war, Laios auf offener Straße erschlug, erfüllte er die Prophezeiung.

Es erscheint wie ein seltsamer philosophischer Treppenwitz: Gerade jetzt, da die Menschheit dem Anschein nach kurz davor zu stehen scheint, ein neues Wunder-Orakel zu erschaffen – in Form einer KI, die sich selbst zur übermenschlichen Superintelligenz reprogrammieren und optimieren soll, welche letztlich Bewusstsein entwickeln könnte - verfällt sie in große Angst, dieses digitale „Menschenkind“ würde ihren Untergang einläuten – den seines eigenen Erzeugers. 
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IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: THOMAS HEINDL / DWP

(27.01.2016)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Thomas Heindl aus Wien, Österreich zu begrüßen:

Er ist Philosoph, Filmemacher und TV Produzent. Seit 2013 widmet er sich vermehrt der Philosophie sowie dem Studium an der Universität Wien. Auf seinem Blog www.interaktionstheorie.org, sowie in diversen Zeitungen und Fachmagazinen, veröffentlichte er zahlreiche Texte und Essays. In den letzten Jahren hat er zahlreiche TV Sendungen für diverse Sender in Deutschland und Österreich produziert. Die Serien-Doku „Bohemian Life“, rund um die Wiener Schule des Phantastischen Realismus und seinen Mitbegründer, den erst 2015 verstorbenen Ernst Fuchs, veröffentlichte er auf dem Online-Kunstmagazin spykeheels.com.



DWP: Was brachte Sie dazu sich mit der Psychoanalyse zu beschäftigen, beziehungsweise mit Freud und seinen Errungenschaften?

Thomas Heindl: Freuds Traumdeutung habe ich recht jung im Bücherregal meiner Eltern entdeckt und gelesen, da dieser Mensch und das Thema einen fast mystischen Reiz auf mich ausübte. Später geriet ich vor allem aufgrund meiner Beschäftigung mit der Interaktionstheorie sowie dem Konstruktivismus auf die Psychoanalyse.


DWP: Wie sind Sie zum Thema Ihres Essays gekommen?

Thomas Heindl: Das Thema Künstliche Intelligenz ist in gesellschaftlicher und philosophischer Hinsicht hoch relevant. Mich hat allerdings immer gestört, dass in den Medien mehrheitlich negative Auseinandersetzungen thematisiert werden. Das eigentliche Thema ist aus dem Bestreben entstanden, hiergegen anzuschreiben – der psychoanalytische Zusammenhang war ein spontaner Einfall aus dem Schreiben heraus.


DWP: Warum wäre Ihnen bezüglich Ihres Essays eine psychoanalytische Sichtweise bzw. Einschätzung unserer Leser wichtig?

Thomas Heindl: Ich bin überzeugt davon, dass die Psychoanalyse einen wichtigen Beitrag zur positiven Entwicklung von KI leisten kann – was sich letztlich als wichtig für ein positives Verhältnis zwischen Menschheit und KI herausstellen könnte. >> weiter


(20.1.2016)

(Auch diesmal steht die Autorin unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Lou Andreas-Salomé ist vielen von uns für ihre Beziehungen zu prominenten Vertretern des deutschen Geisteslebens wie Friedrich Nietzsche, Rainer Maria Rilke und Sigmund Freud bekannt. Folgendes Zitat Freuds brachte mich darauf, dass sie nicht nur als Psychoanalytikerin praktizierte, sondern auch Beiträge zur psychoanalytischen Theorie leistete. Freud schrieb anlässlich ihres Todes im Februar 1937: „Die letzten 25 Lebensjahre dieser außerordentlichen Frau gehörten der Psychoanalyse an, zu der sie wertvolle wissenschaftliche Arbeiten beitrug und die sie auch praktisch ausübte.“

Ähnlich wertschätzend schrieb Freud über ihre Arbeit „Mein Dank an Freud“: „Es ist gewiss nicht oft vorgekommen, dass ich eine psa. [psychoanalytische] Arbeit bewundert habe, anstatt sie zu kritisieren. Das muss ich diesmal tun. [...] Gelänge es, was Sie mit hauchdünnen Pinselstrichen hinmalen, zur Greifbarkeit zu vergröbern, so hätte man vielleicht endgültige Einsichten in Besitz genommen.“ 

Im Gegensatz zu Freuds außergewöhnlich großer Wertschätzung ihrer Arbeiten fristen Lou Andreas-Salomés psychoanalytischen Beiträge - so Inge Weber und Brigitte Rempp (1990) ein Schattendasein. Ihrer Meinung nach zu Unrecht, „... zumal ihre Ideen zum Narzissmus und zur Weiblichkeit in der gegenwärtigen psychoanalytischen Literatur anklingen.“

Auch Lorrain Markotic schrieb in der American Imago 2001: „That Andreas-Salomé's writings have received so little attention is especially regrettable in light of the many ways in which they anticipate current discussions“ (S. 813). Er meint, ihr besonderer Beitrag läge im Bereich der Theorie der Entwicklung des Selbst.

Um Ihnen die Möglichkeit zu geben, sich selbst einen Eindruck von Lou Andreas-Salomés psychoanalytischen Arbeiten machen zu können, möchte ich ihre - als bedeutsamsten Beitrag geltende - Narzissmustheorie vorstellen. In ihrem 1920 in der Imago veröffentlichten Aufsatz Narzissmus als Doppelrichtung schreibt sie, dass für sie der Narzissmus „... unser Stück Selbstliebe alle Stadien begleitend ...“ sei. (Andreas-Salomé, 1920, S. 191) Sie versteht den Narzissmus so wie Freud als Selbstliebe, die in Objektliebe übergehe und nach Bedarf auch wieder auf sich selbst zurückgezogen werden könne. Für Lou Andreas-Salomé ist der Narzissmus ein Grenzbegriff, über den sich unser Verstehen und Erkennen nicht reichen kann. Für sie ist Narzissmus gleichbedeutend mit dem Unbewussten.
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IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: ELISABETH HÖCHTL-WALLNER / DWP

(13.01.2016)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Elisabeth Höchtl-Wallner aus Wien, Österreich zu begrüßen:

Psychotherapeutin (Psychoanalytische Psychotherapie / Psychoanalyse) in freier Praxis, Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlerin, 10-jährige Tätigkeit im Bereich der Führungskräfteaus- und Weiterbildung, seit 2006 an der Beratungsstelle der Akademie der bildenden Künste Wien tätig, Mitglied im Wiener Arbeitskreis für Psychoanalyse. >> weiter


(30.12.2015)

(Auch diesmal steht die Autorin unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Das Problem der Sexualität ist, als eines der Hauptthemen der Psychoanalyse bekannt. Philosophen, die im Kontext der Psychoanalyse denken, sind es leid, ständig zu bekräftigen, dass die von Freud entwickelte Sexualtheorie, nicht dazu da ist, die Fragen im Zusammenhang mit der menschlichen Sexualität zu lösen, im Gegenteil, sie ist in sich selbst eine Art, eine Frage zu stellen. In der Tat, die psychoanalytische Theorie der Sexualität sagt nichts Neues über Sex aus, Lacan selbst sagt: "Sie [die Psychoanalyse] bedeutet keine Anerkennung von irgendeiner Substanz dessen, auf dem sie behauptet, zu arbeiten, auch die der Sexualität. Mit der Sexualität, in der Tat, arbeitet sie sehr wenig. Sie lehrt uns nichts Neues über den Vorgang von Sex"[1]. Nach der Theorie der Psychoanalyse, ist die Sexualität kein verborgener Sinn unseres inneren Lebens, sondern ist selbst von einem bestimmten Sinn beraubt.

Um die Bedeutung der psychoanalytischen Theorie der Sexualität zu verdeutlichen, sollten wir uns Freuds "Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie" zuwenden. Alenka Zupančič fasst die, in diesem Werk angegebene Theorie, wie folgt zusammen: "Sexualität ist ein Paradox, eine geschüttelte Abweichung von einer Norm, die nicht existiert" [2].



Ламелла без кота, или психоаналитическая теория сексуальности

Вопрос сексуальности, как известно, является основным вопросом психоанализа. Размышляющие в контексте психоанализа философы уже устали повторять, что выдвинутая Фрейдом теория сексуальности не призвана разрешать проблемы, связанные с сексуальностью человека, напротив, она сама по себе является способом постановки проблемы. Психоаналитическая теория сексуальности не говорит ничего нового о самом сексе — Лакан утверждает, что “никакой субстанции, на которую он (психоанализ) претендовал бы воздействовать, в том числе субстанции сексуальной, он, даже молчаливо, не признает… О том, как работает сексуальность, мы от него ничего нового не узнали” [1]. В соответствии с теорией психоанализа, сексуальность также не является неким скрытым смыслом нашей внутренней жизни, она сама лишена какого-либо определенного смысла.

Чтобы прояснить значение психоаналитической теории сексуальности, нам следует обратиться к “Трем очеркам по теории сексуальности” Фрейда. Аленка Зупанчич, ведущий представитель Люблянской школы психоанализа, следующим образом суммирует изложенную в этой работе теорию: “сексуальность — это основанное на парадоксе отклонение от нормы, которой не существует” [2].
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IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: JULIE RESHE / DWP

(23.12.2015)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Julie Reshe zu begrüßen:

Sie ist ein hervorstechende junge Philosophin, Intellektuelle und Künstlerin. Sie ist zurzeit eine der Direktoren des Instituts für Psychoanalyse (The Global Center for Advanced Studies). Durch Erkenntnisse aus der Philosophie, Psychoanalyse, Neurowissenschaften und der Kunst, fokussiert sie ihren multidisziplinären Ansatz auf Fragen des kulturellen Posthumanismus. Artikulation des nicht-menschlichen, des Subjekt-Übergreifenden und des Modifizierbaren, beanstandet ihre Kritik die traditionelle Lebensweise. Ihre Forschungsinteressen umfassen sowohl die Evolution der Sprache und der Kultur, Bildung, Studien über Kindheit, als auch Gender und Sexualität. Julie Reshe veröffentlicht regelmäßig in Mainstream-Zeitschriften und geschätzten Fachzeitschriften. Sie hat einen MA-Abschluss in Philosophie von der Nationalen Taras-Schewtschenko-Universität Kiew. Julie studierte auch Kulturtheorie an der Nationalen Universität Kiew-Mohyla Akademie. Sie erhielt ihren Doktortitel in Philosophie und Psychoanalyse in Slowenien, wo sie unter der Aufsicht von Alenka Zupančič am Institut für Philosophie der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste studierte.


Жюли Реше – незаурядный молодой философ, интеллектуал и фотограф. В настоящее время она является директором Института психоанализа Глобального центра передовых исследований. Исходя из философии, психоанализа, нейронауки и теории искусства, ее междисциплинарный подход сосредоточен на теме культурного постгуманизма. Артикулируя не-человеческое, транс-субъективное и модифицируемое, ее критика оспаривает традиционные способы жизни. Ее научные интересы включают эволюцию языка и культуры, теорию образования, а также исследования детства и сексуальности. Жюли регулярно публикуется как в публицистических, так и в научных изданиях. Она имеет степень магистра философии Киевского национального университет имени Тараса Шевченко. Жюли также изучала теорию культуры в Национальном университете "Киево-Могилянская академия" . Она получила докторскую степень в области философии и психоанализа в Словении, где она училась под руководством Аленки Зупанчич в Институте философии Словенской академии наук и искусств. >> weiter


(16.12.2015)

(Auch diesmal steht die Autorin unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Die Traumerzählungen einer Vierjährigen

Als ich, als Versuchsleiterin, die Kamera einschalte, sieht sich B bereits die Tiere an und setzt sie in die Sandkiste; sie nimmt ein Krokodil und einen Strauch heraus – der Strauch ist stachelig;

B: „Aua! Aua! Aua!“ (Min 0:13, Interview B)
ruft B laut ,als sie auf den Baum greift, und lacht;

Sie sucht den Blickkontakt zu mir, lacht mich an, zeigt immer das Tier her, welches sie aus dem Behälter nimmt; zum Krokodil und mehreren, stacheligen Bäumen setzt sie einen Stier, den sie als „böse“ (Min 0:55, Interview B) bezeichnet; die anderen beiden Tiere seien aber Freunde;
Auf die erste Frage, ob B schon einmal etwas geträumt hat, sagt sie zustimmend:

B: „Mhm!“ (Min 1:08, Interview B)
Und ohne weiteres Nachfragen sagt sie laut:

B: „Mama ist in Pool fallt.“ (Min 1:09, Interview B)
Sie macht schwimmende Bewegungen mit den Armen und folgender Dialog ergibt sich (ab Min 1:09, Interview B):
B: „Und dort ver ...ver...swindt schwimmt ist.“
V: „Dass die Mama in den Pool gefallen ist und dort schwimmt, hast du geträumt?“
B: „Und dann weiter schwimmt wieder.“
V möchte etwas sagen, B unterbricht mich: „Und dann auf die Wasserrutsche kle... kl...klettert.“
V: „Die Mama?“
B: „Mhm.“
V: „Was dann runterrutscht?“
B: „Mhm. Weil da war Wasser drauf.“
V: „Ein schöner Traum?“
B: „Mhm.“

B spielt weiter mit den Figuren, sie drückt alle ganz fest in den Sand hinein und kommentiert das:

B: „Ich bin ganz stark. Hab den D (einen Jungen, Anm. der Verfasserin) schon umsmissen. Und die E (ein Mädchen, Anm. der Verfasserin), wie sie sechs war.“ (Min 1:50, Interview B)
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(09.12.2015)

(Auch diesmal steht die Autorin unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Sigmund Freuds „Traumdeutung“ ist das Herzstück der Psychoanalyse. Über die psychoanalytische Sichtweise der Traumerzählungen von Erwachsenen wurde viel geschrieben. Allerdings scheint es, als wären Traumerzählungen von Kindern nie großartig in den Vordergrund getreten. Der folgende Artikel beschäftigt sich mit der Frage, welche Bedeutung Kinderträume haben und ob sie zu Recht wenig Platz in Falldarstellungen und theoretischen Abhandlungen finden.

Bevor wir uns der theoretischen Beschaffenheit der Träume von Kindern zwischen drei und sechs Jahren widmen, müssen wir uns ein Bild von ihrer momentanen psychischen Entwicklung machen. Die Entwicklung, die ein Kind in diesen drei Jahren vollzieht, ist eine enorme. Es sollen kurz die wichtigsten Entwicklungsphasen und -aufgaben genannt werden, um eine Idee davon zu bekommen, was Kinder in dieser Phase beschäftigt. „It is essential that any study of children’s dreams be undertaken in the context of child development.“ (Luria Ablon & Mack, 1980, 180)

Mit drei Jahren beginnt für viele Kinder der Eintritt in den Kindergarten. Der Kontakt zu gleichaltrigen und älteren Kindern wird häufiger. Die Geschwistergruppe vergrößert sich ab diesem Moment. Um den Rahmen des Artikel nicht zu sprengen wird hier nur eine stichwortartige Aufzählung Platz finden: anale Phase (Sauberkeitserziehung, Autonomie, anal-sadistische Lust), Eintritt in die genitale Phase, Bildung von Geburtstheorien, Kastrationsängste, magisches Denken, Allmachtsfantasien, Fortschreiten der Triangulierung, präödipale und ödipale Phase, Aus- und Weiterbildung des Über-Ich, uvm. Anhand der kleinen Aufzählung kann der Leser und die Leserin erkennen, wie viele Entwicklungen in dieser Lebensphase stattfinden. Es handelt sich also um einen explorativen und expansiven Lebensabschnitt.
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IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: SABINE SCHRECKENTHALER / DWP

(02.12.2015)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Sabine Schreckenthaler aus Wien, Österreich zu begrüßen:

Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision (Psychoanalyse)
Psychotherapiewissenschafterin

In freier Praxis in 1010 Wien und 2412 Wolfsthal
Psychotherapeutische/Psychoanalytische Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Familien
Angestellt im Verein Kinderhilfswerk seit 2012

2012 Abschluss „Bakkalaurea“ (Psychotherapiewissenschaften an der Sigmund Freud Privatuniversität): „Die Bedeutung des psychotherapeutischen Kinderspiels aus psychoanalytischer und pädagogischer Sicht“

2015 Abschluss „Magistra“ (Psychotherapiewissenschaften an der Sigmund Freud Privatuniversität):
„Träume von Kindern im Vorschulalter -Eine qualitative, tiefenhermeneutische Untersuchung nach psychoanalytischen Gesichtspunkten“ >> weiter


(25.11.2015)


(Auch diesmal steht der Autor unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Etwas Hintergrundgeschichte:

Ich wurde 1966 in Oslo, Norwegen geboren. Meine Eltern waren beide sehr stark in die Hippie-Bewegung eingebunden. Mein Vater war ein berühmter Musiker, Bjørn Morisse, er gründete die legendäre Band „The Young Norwegians“. Er war eine der führenden Persönlichkeiten Norwegens, die die sechziger Bewegung ins Land brachten, zusammen mit Volksmusik, langen Haaren und Schlaghosen. Er war auch bi-polar und ein wenig narzisstisch.

Ich bin aufgewachsen gekleidet wie ein Mini-Hippie-Blumenkind, umgeben von Kunst und Leonard Cohens Musik. Zu der Zeit war ich ganz anders, als die meisten Kinder in Norwegen, und ich erkannte bald, dass es viele verschiedene Arten gibt die Welt wahrzunehmen. Das hat mein Interesse geweckt, zu verstehen, wie Menschen denken, mich selbst eingeschlossen.

Ich hatte ein bisschen über Sigmund Freud gehört. Zu der Zeit war der allgemeine weitverbreitete Wissensstand, dass er berühmt war, deine Gedanken lesen konnte und dir sagte, dass alles, was du gemacht hast, wegen deiner Mutter oder deinem Penis oder beidem ...

Schon als kleines Kind, habe ich immer gezeichnet und gemalt, es war meine Art mit der Welt umzugehen. Eine Möglichkeit eine gewisse Kontrolle, Macht oder Einfluss auf das, was vorsichging zu haben.

Ich besuchte die Rudolf Steiner Schule in Oslo, wo wir unsere Hausaufgaben in Caran d‘Ache Farben machten. Ich verbrachte auch einige Zeit an der umstrittenen English School: Summerhill in Leiston. Mit 19 Jahren ging ich nach Los Angeles und begann, am  Art Center College of Design zu studieren. Dort besuchte ich auch Klassen in Meditation, Buddhismus und Psychologie.
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IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: DWP / ANDRE VON MORISSE

(18.11.2015)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Andre von Morisse aus Oslo, Norwegen zu begrüßen:

Geboren 1966 in Oslo kam er 1978 nach Amerika. Im Jahr 1990 schloss er sein Studium mit Auszeichnung an der Art Center College of Design in Pasadena, Kalifornien ab und zog im Jahr 1991 nach New York. Seine Werke wurden in amerikanischen Galerien und Museen im Zuge von vielen Gruppenausstellungen vorgestellt, er hatte außerdem Einzelausstellungen bei McKenzie Fine Art (2005 & 2003) und James Graham & Sons (2000, 1997) in New York, NY. Rezensiert in Art News (2007), Art in America (2005), New York Magazine (2003), Artnet (2000) und Review (1997), seine Kunst wurde auch oft von Norwegens Tageszeitungen Aftenposten und VG gezeigt, als auch in Kunst einer Kunstzeitschrift (2013), sowie der norwegischen-amerikanischen Zeitung, Norway Times. Von Morisse's Gemälde findet man in den USA sowohl in prominenten Privatsammlungen, als auch und in Kunstsammlungen von Wirtschaftsunternehmen. Aktuelle Ausstellung: Pink Freud & The Pleasant Horizon (NY) >> weiter


(11.11.2015)

(Auch diesmal steht der Autor unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Subjektivität: Gründungsmythen, Kultur, Identifizierung und Idealisierung.

Wenn solch ein gewaltsames Ausrasten auftritt, anscheinend unabhängig von der persönlichen Geschichte und ziemlich sinnlos, denken wir, dass es sich nicht um etwas Vergessenes (Unterdrücktes) in der Psyche handelt, dass auf die Wirklichkeit trifft. Es geht um etwas radikaleres, eine echte Spaltung; eine Abtrennung, in der der Affekte einfach nicht in der Psyche verarbeitet werden kann. Der Affekt kann nicht mit einer Darstellung verknüpft werden, zu der bereits aufgebauten symbolischen Referenz, dadurch wird er in der Psyche auf die Seite gedrängt und explodiert in einem Akt der Gewalt.

Wie  verschiedene Psychoanalytiker heutzutage, in absoluter Übereinstimmung mit zeitgenössischen Philosophen und Soziologen, bezeugen, ist, dass es möglich sei, zu postulieren, dass wir heute in einer Krise von Vermittlung von Werten und symbolischen Referenzen leben, die von entscheidender Bedeutung für die Psyche und für das alltägliche Leben sind. Diese symbolischen Unterstützer dienen als Ausgangspunkt, um das bewältigen von Situationen, die für Menschen als Existenzfragen gelten, zu schaffen: Sexualität, Tod, Gemeinschaft, Trennung, Verbindung, Verwandtschaft, usw. Ein Beispiel dafür; sie werden durch Herkunftsmythen, Mythen über unsere Ahnen, gemeinsame soziale Projekte (Utopien) oder symbolische Kennzeichen, die die Zugehörigkeit zu einer Gruppe bezeichnen, übermittelt.



Violências contemporâneas: de súbito, o ato. (Parte II)

Subjetividade: mitos fundadores, cultura, identificação e ideal.

Quando ocorre uma passagem ao ato tão violenta, descolada da história pessoal e bastante sem sentido, pensamos que não se trata de algo esquecido (recalcado) no psiquismo e que ganha contornos na realidade. Trata-se de algo mais radical, uma verdadeira clivagem, uma separação na qual o afeto simplesmente não tem em que se "agarrar" no psiquismo. O afeto não consegue ligar-se à nenhuma representação, aos referenciais simbólicos já constituídos, portanto fica forçosamente deixado de lado e explode em ato.

Tal como afirmam diferentes psicanalistas hoje, em franco acordo com filósofos e sociólogos contemporâneos, é possível postularmos que na contemporaneidade vivemos uma crise na transmissão de valores e referenciais simbólicos que são fundamentais para a sustentação do psiquismo e da vida em comum. Os suportes simbólicos servem como base para a elaboração de situações relacionadas às temáticas fundantes do ser humano: sexualidade, morte, união, separação, filiação, parentesco, etc. Eles são transmitidos, por exemplo, através de mitos sobre nossas origens, nossos antepassados, projetos sociais em comum (utopias), ou marcas simbólicas que denotem o pertencimento a um grupo.
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(04.11.2015)

(Auch diesmal steht der Autor unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

In letzter Zeit sahen wir eine erstaunliche Reihe von Gewalttaten überall  in unserem Land: Brasilien. Wir verweisen auf die Gewalt als Aggressionen, Schläge und Morde, sowie extrem offensive Worte und Gesten. Die Szenen die in Fußballstadien, bei Karneval Märschen, auf öffentlichen Plätzen der Stadt oder sogar in Familienhaushalten, mit scheinbar günstigen sozialen und emotionalen Bedingungen passierten.

Wir halten es ist nicht für erforderlich, jede dieser Gewalt Nachrichten zu erklären, nachdem die Medien darüber schon ausgiebig berichten. Neben dem Schock-Faktor, bewegen uns diese Gewaltakte dazu, Informationen zu suchen und diese mit unseren Partnern zu teilen. Gemeinsam oder alleine wir führen eine psychische Verarbeitung durch, um zu versuchen eine Vorlagen zu finden, mit anderen Worten, Gründe, die diese Phänomene, die mehr Ähnlichkeit mit einem Film oder einem Albtraum haben, als mit der Wirklichkeit, rechtfertigen könnten. In der Regel dauert es immer ein paar Wochen, um diese Art von Nachrichten zu "vergessen", es sei denn, wir sind die direkten Trauma Opfer, in diesem Fall, braucht es einen langen und mühsamen Aufarbeitungsprozess.



Violências contemporâneas: de súbito, o ato. (Parte I)

Nas últimas semanas, acompanhamos com espanto uma série de atos violentos ao redor do país. Nos referimos à violência tanto no que diz respeito a agressões, espancamentos e assassinatos, como também a palavras e gestos extremamente ofensivos. As cenas ocorreram em campos de futebol, blocos de carnaval, nos espaços comuns da cidade, ou mesmo dentro de apartamentos habitados por famílias de condições sociais e emocionais aparentemente favoráveis.

Pensamos que não cabe aqui recapitular cada uma dessas notícias, já que todos tivemos acesso a elas; além da mídia explorá-las amplamente, o fator chocante presente em todos esses atos de violência nos impele a buscar essas informações e comentá-las com nossos pares. Sozinhos ou coletivamente realizamos um trabalho psíquico na tentativa de encontrar representações,  ou seja, encontrar razões que justifiquem fenômenos que mais se parecem com filmes ou pesadelos do que com a realidade propriamente dita. Em geral, demoramos algumas semanas para esquecê-los – isso quando não somos nós mesmos as vítimas diretas do trauma, pois nesse caso a exigência de elaboração torna-se muito mais demorada e trabalhosa.
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IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: BRUNO ESPOSITO / DWP

(28.10.2015)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Bruno Esposito aus São Paulo, Brasilien zu begrüßen:

Ausbildung und Berufserfahrung:
Psychoanalytiker mit eigener Praxis (seit 2011), arbeitet mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen bei São Paulo (Brasilien).
Mitbegründer von Conexões Clínicas (www.conexoesclinicas.com.br), brasilianische Website über Psychoanalyse und psychische Gesundheit.
Gruppenpsychologe bei „Projetos Terapeuticos“ (seit 2014): Privates psychisches Gesundheitsinstitut, psychosoziale Rehabilitation
CRIA / UNIFESP (seit 2012): Psychologe am “Child and Young Reference Center of the Federal University of São Paulo (Brasilien)”. Einzel-, Familien- und Gruppenpsychotherapeut.
CAPS (2010-2012): Psychologe an einem psychosozialen Attention Center (ein öffentlichen Dienst geführt für schwere psychische Störungen). Einzel-, Familien- und Gruppenpsychotherapeut.
Sedes Sapientiae Institut (2011-2015): Psychoanalytisches Training.
DMPS / UNICAMP (2009-2010): Teilnahme am Interdisziplinären Residenz-Programm im “Mental Health and Collective Health” an der Staatlichen Universität von Campinas.
PUC / SP (2004-2008): Abschluss und Bachelor in Psychologie an der Katholischen Universität von São Paulo.


Experiência formativa e profissional:
Psicanalista em consultório particular (desde 2011), atendendo crianças, adolescentes e adultos na cidade de São Paulo (Brasil).
Co-fundador do Conexões Clínicas (www.conexoesclinicas.com.br), website brasileiro de psicanálise e saúde mental.
Projetos Terapêuticos (desde 2014): Psicólogo de grupo desta Instituição privada destinada ao atendimento de pacientes em reabilitação psicossocial e suas famílias.
CRIA/UNIFESP (desde 2012): Psicólogo do Centro de Referência da Infância e da Adolescência da Universidade Federal de São Paulo. Terapeuta individual, de família e de grupo.
CAPS (de 2010 a 2012): Psicólogo de um Centro de Atenção Psicossocial (serviço público de atendimento a pacientes portadores de transtornos mentais graves). Terapeuta individual, de grupo, de família e acompanhante terapêutico.
Instituto Sedes Sapientiae (de 2011 a 2015): Formação em Psicanálise.
DMPS/UNICAMP (de 2009 a 2010): Residência multiprofissional em “Saúde Mental e Saúde Coletiva” no Departamento de Medicina Preventiva e Social da Universidade Estadual de Campinas.
PUC/SP (de 2004 a 2008): Graduação e bacharelado em Psicologia pela Pontifícia Universidade Católica de São Paulo. >> weiter


(21.10.2015)

(Auch diesmal steht die Autorin unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Seit 2004 finden in Österreich jeden Juli sogenannte peacecamps statt.
Sie bringen an die 40 Jugendliche und etwa 15 Erwachsene in der Ruhe und Beschaulichkeit der Natur, fernab von Tagesgeschäft, Alltag und Konsum zusammen und bieten Raum für eine Begegnung besonderer Art. Ein Wald, ein Feld, ein Hügel, ein Berg stecken den Übergangsraum ab, in welchem die anwesenden Personen  Gelegenheit bekommen, sich selbst in der Begegnung mit anderen zu erfahren, zu entdecken, das eigene wie das „nicht-eigene“ Selbst zu ergründen, sich im Spiegel dieser Begegnung mit gerade diesen Anderen auf vielleicht neue Art zu finden. Es kommen Andere, denen sie bislang nur mit Furcht, meist aber noch nie begegneten: nahe, fremde, ferne Nachbarn, magisch vergrößerte, phantasierte, zu Leben gewordene Feindbilder, Projektionen eigener unliebsamer, weggedrängter, abgespaltener Anteile, aber auch zu Fleisch und Blut gewordene, ganz reale, lebendige und bedrohliche Andere, die aber gleichfalls nach Projektionsflächen für ihre gewaltigen, gewaltbereiten, schwer zu bändigen Impulse und nach Auffanggefäßen für das ungezähmt ausufernde Drängen nach Rache und Vergeltung darben.

Israelis, Palästinenser, Ungarn, Österreicher, Slowenen, Moslems, Juden, Christen,  bilden die Zusammensetzung der peacecamps, Gruppen also, die sich über Zugehörigkeit und Abgrenzung, über einschließen und voneinander abgrenzen definieren. Die Beziehungen dieser Menschen und Gruppen zueinander ist von kollektivem Bewusstsein, von tradierten Vorstellungen über die der eigenen Gruppe zugehörigen,  „Guten“ und die Anderen,  ausgegrenzten,  „Bösen“ geprägt, von der Wahrnehmung der eigenen Gruppe als Opfer und der anderen – als potentielle oder reale Angreifer oder Täter. Diese Spaltungen sind der Motor für sich zwanghaft wiederholende, mit jedem Mal eskalierende Kreisläufe von Gewalt, Rache und Vergeltung.
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IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: EVELYN BÖHMER-LAUFER / DWP

(14.10.2015)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Evelyn Böhmer-Laufer aus Wien, Österreich zu begrüßen:

1950 als  Kind von Shoah Überlebenden geboren.
1968 Matura und Bacchalauréat am Lycée Français de Vienne.
1968 – 71: Studium an der Universität Wien (Psychologie, Judaistik, Romanistik)
1971 – 73: Studium an der Hebräischen Universität Jerusalem (Hauptfach Psychologie). Master of Arts (Hebräische Universität) und Magistra Phil. (Universität Wien).
Zeitlebens vom Wunder des Überlebens geprägt, verweigert sich Evelyn Böhmer-Laufer dem Gedanken, dass etwas unmöglich sei und neigt zum Brückenbau zwischen scheinbar unvereinbaren Polen.
1971 Emigration nach Israel, 1991 Rückkehr nach Wien.
1974 - 76 Ausbildung zur Verhaltenstherapeutin (ÖGVT, Wien)
19991 – 95: Psychoanalytische Ausbildung (WAP, Wien)
1970– 90: Psychotherapie - Erziehungsberatung und Kinder- und Erwachsenen Psychotherapie, sowie Lehr- und Supervisionstätigkeit (Hebräische Universität).
1992: Gründungsmitglied der Psychoanalytischen Beratungsstelle des WAP
1992-98: Gründung und Leitung des Böhmer-Laufer Psychosozialen Praktikums im Maimonides Zentrum (BLPP/Senioren)
Seit 2004: Gründung und Leitung des Projekts Peacecamp (BLPP/Jugend)
Oktober 2013: Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst >> weiter


Auf dem Weg in eine defensive Psychotherapie

Autor/in: Wolfgang Schmidbauer

(7.10.2015)

(Auch diesmal steht der Autor unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Nach den Ärzten droht auch den Psychotherapeuten eine Überregulierung ihrer Arbeit

Die ärztliche Heilkunde hat sich in den letzten Jahrzehnten in eine defensive Medizin verwandelt, und die Psychotherapie macht sich gerade auf den  Weg, es ihr gleich zu tun. Schadenersatzprozesse und Medienkritik setzten seit geraumer Zeit Ärzte, Pharmaindustrie und Kliniken unter Druck. Der Arzt verschreibt ein Medikament; der Patient liest den Beipackzettel und nimmt es nicht: er hat Angst vor den Nebenwirkungen. Exakte Zahlen sich schwer zu gewinnen, aber Kenner schätzen, dass ungefähr die Hälfte der verschriebenen Medikamente in den Müll wandert.
Aber darf ein Arzt oder Apotheker empfehlen, den Beipackzettel des Medikaments nicht zu lesen, um nicht den negativen Suggestionen der dort pflichtgemäß verzeichneten Nebenwirkungen zu erliegen? Vermutlich nur unter der Hand. Wie lästig defensive Beratung werden kann, wissen inzwischen auch die meisten Bankkunden. Ich möchte einen Geldbetrag anlegen, weiß genau, was ich will und muss doch viel Zeit mit den Formalien vergeuden. Der Berater meiner Sparkasse will dokumentieren, dass er mich über alle Risiken aufgeklärt hat, und er ist ein pflichtbewusster Mann.
Der freundliche Augenarzt hat mir gesagt, dass die von ihm vorgeschlagene Staroperation eine winzige Komplikationsrate hat. Ich sehe ihr beruhigt entgegen, bis mir seine Sprechstundenhilfe ein Formblatt aushändigt, dessen Empfang ich quittieren soll. Darin steht, dass ich mich über die Gefahr einer Erblindung habe aufklären lassen. Ich schlafe nicht mehr so ruhig in den Nächten vor dem Eingriff.
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IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: WOLFGANG SCHMIDBAUER / DWP

(30.09.2015)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Wolfgang Schmidbauer aus München, Deutschland zu begrüßen:

Geboren am 15. Mai 1941 in München als zweiter Sohn von Eduard Schmidbauer und Elisabeth Schmidbauer, geb. Günther. 1944 ausgebombt, Umzug nach Passau/Ndb.
Studium der Psychologie an der LMU München 1960 bis 1966. Parallel  zum Studium Arbeit als Reporter und Redakteur eines Ärztemagazins (Selecta).
Anschließend Promotion bei Albert Görres in München mit Hilfe eines Stipendiums der Stiftung Volkswagenwerk über „Mythos und Psychologie - Methodische Probleme, aufgezeigt an der Ödipussage“. Übersiedlung nach Italien, Tätigkeit als freier Schriftsteller. 1971 Rückkehr nach Deutschland. In Zusammenarbeit mit Günter Ammon Gründung eines psychoanalytischen Instituts in München. Ende 1972 Trennung von Ammon; Weiterarbeit mit einer Gruppe von Ärzten, Psychologen  und „Laien“ in einer neu konzipierten psychoanalytischen Ausbildung mit starker Akzentuierung von gruppen- und familientherapeutischen Elementen.
Im Lauf dieser Aufbauarbeit entstehen zwei Vereine, in denen Schmidbauer verschiedene Funktionen ausübt; gegenwärtig ist er Ehrenvorsitzender der Gesellschaft für analytische Gruppendynamik, in der Gruppenleiter, Supervisoren und Familientherapeuten ausgebildet werden und Lehranalytiker der Münchner Arbeitsgemeinschaft für Psychoanalyse, die inzwischen als Ausbildungsinstitut für Psychoanalytiker  von  der Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie anerkannt ist. Seit 1973 arbeitet Schmidbauer neben seiner Tätigkeit als Autor in freier Praxis als Einzel-und Gruppentherapeut.
1976 bis 1980 ist er Lehrbeauftragter  und Prüfer im Fach klinische Psychologie an der LMU München; 1986 Gastprofessor für Psychoanalyse an der Gesamthochschule Kassel.
Neben Sachbüchern, von denen einige Bestseller wurden, hat Schmidbauer auch eine Reihe von Erzählungen, Romanen und Berichten über Kindheits- und Jugenderlebnisse geschrieben. Er ist Kolumnist des ZEIT-Magazins und regelmäßiger Mitarbeiter von Fachzeitschriften und Tageszeitungen.

Einige  wichtige Titel:
Rowohlt-Verlag: Die hilflosen Helfer. Über die seelische Problematik der helfenden Berufe; Helfen als Beruf. Die Ware Nächstenliebe; Die Angst vor Nähe; Alles oder nichts. Über die Destruktivität von Idealen; Weniger ist manchmal mehr. Die Psychologie des Konsumverzichts; Eine Kindheit in Niederbayern; Ein Haus in der Toscana; Die Kentaurin. Erzählung
Herder-Verlag: Das Geheimnis der Zauberflöte; Dranbleiben. Die gelassene Art, Ziele zu erreichen; Lebensgefühl Angst; Drei Generationen – Psychogramm der Bundesrepublik
DTV: Die einfachen Dinge; Persönlichkeit und Menschenführung.
Gütersloher Verlag: Das Mobbing in der Liebe; Die psychologische Hintertreppe; Paartherapie – Konflikte verstehen, Lösungen finden. >> weiter


(23.09.2015)


(Auch diesmal steht die Autorin unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Die Frage nach Subjekt und Objekt beschäftigt die Menschheit seit geraumer Zeit. Dass keine subjektunabhängige Erfassung eines Objekts denkbar ist, thematisierten bereits Philosophen wie Hegel oder Nietzsche.
In der Hegel’schen Dialektik wird zudem die Spaltung zwischen Subjekt und Objekt idealistisch aufgehoben (Herr-Knecht-Dialektik).

Auch vom Philosophen Friedrich Nietzsche gibt es bahnbrechende Anschauungen hinsichtlich der Dialektik zwischen Subjekt und Objekt: „...dass es zwischen Subjekt und Objekt keine Entsprechung, keine Causalität, keine Richtigkeit, keinen Ausdruck, sondern höchstens ein ästhetisches Verhalten gibt.“ {Nietzsche, F., Zwischen Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn, In: Ders.: Werke in 3 Bänden. Hg. v. Karl Schlechta, Hanser: München 1956, Band 3, S. 316}

Die schlichte Unmöglichkeit an dieser Stelle ins philosophische Terrain der Subjekt-Objekt-Dialektik einzutauchen, will ich hier festhalten und notieren, dass die Dialektik von Subjekt und Objekt - insbesondere im ontologischen Sinne - früher wie heute von höchster Aktualität ist und immer sein wird.

Es mag nach einem Paradoxon klingen, wenn wir Sigmund Freud und die Objektbeziehungstheorie unter einen Hut bringen wollen.
Doch Sigmund Freud verwendete den Begriff Objekt häufig. Er spricht von Objekten, wenn er andere und nicht das Subjekt meint. Wie er den recht mechanischen Begriff Objekt konstituiert sieht, wird aus der Lektüre nicht ganz klar.
Auch der offenkundigsten Kritik an der Begrifflichkeit ’Objekt’, nämlich, dass andere Menschen ja auch Subjekte sind, muss man naturgemäß zustimmen.
Wer sich an dem Umstand, Menschen als Objekte zu bezeichnen, stößt, hebt den nicht zu leugnenden Beigeschmack hervor, der suggeriert:
Der Mensch, das (Forschungs)Objekt. 
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IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: ANNA SCHANTL

(16.09.2015)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Anna Schantl aus Wien, Österreich zu begrüßen:

Geboren in Leoben, mehr oder weniger groß geworden im Rheingau und in Graz. Philosophie-, und Germanistik-Studium an der Karl-Franzens-Universität Graz.
Seit 2010 Studium der Psychotherapiewissenschaften an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien – Fachausbildung Psychoanalyse. Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision seit Februar 2015.
Arbeit mit PatientInnen an der Sigmund Freud Universitätsambulanz.
Moderatorin der psychoanalytischen Radiosendung ’Unbewusst – Die Lust am freien Sprechen’. >> weiter


(09.09.2015)

(Auch diesmal steht der Autor unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Im Jahr 2001, als ich anfing meine private psychiatrische Praxis in New York City aufzubauen, wurde ich mir des Paradoxons bewusst, dass ich die meiste Zeit mit vielen Leuten interagierte, aber das Gefühl hatte, eigentlich in Isolation zu arbeiten. Etwa zur gleichen Zeit, nach einem lang gehegten Wunsch mich kreativ auszudrücken, wandte ich mich meiner anderen Leidenschaft zu, der Fotografie, um ein spontanes, künstlerisches Gegengewicht zu meiner stark strukturierten klinischen Arbeit zu ermöglichen. Ich belegte Kurse am „International Center of Photography“, engagierte einen fotografischen Supervisor, der mir dabei half meine technischen Fähigkeiten zu verbessern, und machte mich auf die Suche nach einem langfristigen Projekt. Ich fand fotografische Bücher über Künstler und Schriftsteller in ihren Ateliers, aber ich konnte keine fotografische Dokumentation über Therapeuten in ihren Praxisräumen finden. Diese Entdeckung entzückte mich, da es eine ganz neue Idee war.

Ich begann damit meine Freunde und Kollegen zu fragen, ob ich sie in ihren Büros fotografieren dürfte und sie willigten mit Freuden ein. Die Foto-Sitzungen waren für beide Seiten sehr angenehm, und bald war ich auf der Suche nach mehr. Von Anfang an war mein Ziel, einen Bilderband zu schaffen, auf den nicht nur Profis, sondern auch die an Psychologie Interessierten, also Laien ansprechen würden. Ich hatte auch beschlossen, die sich entwickelnde Vielfalt unseres Feldes zu erkunden und beschloss eine breite Palette von Praktizierenden der verschiedenen Schulen und Orientierungen zu erfassen - von bekannten Koryphäen zu motivierten Auszubildenden. Wie sich der Kreis von Therapeuten, die ich fotografierte, erweiterte, wurde ich neugierig auf die größere Gemeinschaft. Wir sind alle, durch unseren Wunsch den Geist und die Seele zu heilen, vereint, aber was sind unsere Unterschiede? Und was, wenn überhaupt, haben wir gemeinsam, außer der Behandlung unserer Patienten?
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IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: SEBASTIAN ZIMMERMANN / DWP

(02.09.2015)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Sebastian Zimmermann aus New York, U.S.A. zu begrüßen:

Psychiater in privater Praxis an der Upper West Side von New York City und ein preisgekrönter Fotograf. Nach seinem Abschluss an der medizinischen Fakultät an der Freien Universität Berlin, zog er nach New York City. Er wurde am Mount Sinai Medical Center in Manhattan ausgebildet, in Erwachsenen-, Kinder- & Jugendpsychiatrie. Dr. Zimmermanns Buch "Fifty Shrinks" wurde in zahlreichen Magazinen und Medien wie die New York Times, die New York Post, Der Spiegel, Wiener Zeitung, Datum, Falter und Marie Claire, Taiwan präsentiert. >> weiter


(26.08.2015)

(Auch diesmal steht die Autorin unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Durch gesellschaftliche Veränderungen haben Traditionen und Konventionen ihren Einfluss weitgehend eingebüßt. Vieles ist ungewisser geworden, die Zukunft offener. Anders als früher ist der Einzelne im Arbeitsleben unablässig mit Wandlungen konfrontiert, denn um nicht zu veralten muss der Mensch mobil und flexibel sein (vgl. Busch, 2009, S.35).

Die schöne neue Welt bietet viele Möglichkeiten, allerdings fordert sie auch ihren Tribut in Form von massiver Symptombildung ein:

-) Depression und Antriebslosigkeit: Das Individuum verliert aufgrund des unaufhörlichen Drucks, sich als selbst auf dem Markt anbieten zu müssen, seine Motivation. Infolge dessen wird es antriebslos, was letztlich Depression und Handlungsunfähigkeit als Folge nach sich zieht (vgl. Busch, 2009, S.39).

-) Dumpfheit und Apathie: Bedingt durch die Beziehungsarmut, die empfunden wird, erfolgt eine Förderung von Dumpfheit und Apathie. Somit wird ermöglicht, dass die Arbeitswelt unberührt mit vollzogen oder zumindest über sich ergehen gelassen wird. „Bei Krankheits - und Todesfällen fragen wir nicht selten als Erstes: Was hat derjenige falsch gemacht?“ (ebd., 2009, S.47)



Современный прекрасный новый мир:проблемы и походы к их решению

В результате изменения обществ традиции и конвенции потеряли их влияние. Многое стало неизвестно, так как и будущее стало открыто. В отличие к прошлому, появилось вынуждение быть мобильным и гибким человеком, чтобы не являться устаревшим кадровым ресурсом (см. Буш, 2009, стр.35).

Прекрасный новый мир предоставляет много возможностей, но он также призывает к их дани в качестве массивного образования симптомов:

-) Депрессия и апатия: Из-за напряжения, которое исходит из-за постоянной потребности предлагать себя и свои услуги на рабочем рынке, человек теряет мотивацию. В результате появляется равнодушие к событиям окружающей действительности, что в конечном итоге приводит к депрессии и к неспособности действовать (см. Буш, 2009, стр.39).

-) Затмение и апатия: недостаток в отношениях вызывает затмение и апатию. Таким образом появляется возможность присутствовать рабочей практики нетронутым, по крайней мере подчиниться под нее. Первый вопрос, который возникает при заболевании/смерти: «что тот сделал не так»(там же, 2009, стр.47)?
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IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: LOUISA ABRAMOV / DWP

(19.08.2015)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Louisa Abramov aus Wien, Österreich zu begrüßen:

Abgeschlossenes Studium der Betriebswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien, abgeschlossenes Studium der Psychotherapiewissenschaften an der Sigmund Freud Universität, Ausbildung zur Psychoanalytikerin am PSI Innsbruck, OPD-2 Zertifizierung (Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik). Psychoanalytikerin in freier Praxis, Finanzvorstand der Akademie Löwengasse, Assistentin im Lighthouse – Verein für Menschen in Not.


Магистр делового администрирования - Венский университет экономики, магистр научной психотерапии - университет Зигмунд Фрейд, психоаналитик - ПСИ Инсбрук, ОПД-2 сертификация (оперативная психодинамическая диагностика). Психоаналитик в частной практике, финансовый директор Академии Лёвенгассэ, сотрудник Лайтхаус Вена - организация для людей, нуждающихся в помощи. >> weiter


(12.08.2015)

(Auch diesmal steht der Autor unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Der Traum beschäftigt Menschen seit Jahrhunderten – egal, ob es der Glaube an göttliche Eingebungen und Zukunftsvisionen ist, oder, wie es Freud sagt, 'der Königsweg zur Erkenntnis des Unbewussten‘. Die nächtlichen Traumbilder beeinflussen unser Leben.

Vor allem in der Psychoanalyse sind die Deutung und das Verständnis von Traumbildern zentrale Werkzeuge. Die innerpsychischen Prozesse, die an der Erschaffung und Gestaltung der Träume beteiligt sind, haben – auch wenn sie die eigentliche Bedeutung oft verschleiern – einen Sinn.

Einer, der der Funktion und der Entschlüsselung des Traumes einen Teil seines Lebenswerkes widmete, war Sigmund Freud, dessen Anfangs verkannte und abgelehnte Schriften mittlerweile die Grundlage jeglicher Forschung des Phänomens bilden.


Freuds Traumdeutung

In seinem umfassenden Werk ‚Die Traumdeutung‘ führt Freud erstmals wesentliche Elemente der Psychoanalyse zusammen. Besonders hervorzuheben sind hier seine Theorien über das Unbewusste sowie die Bewusstmachung verborgener Konflikte als therapeutische Methode.

Er postuliert, dass der Traum kein somatisches, sondern ein psychisches Phänomen und somit eine Leistung und Äußerung des Träumers sein muss. Zur Auflösung der Frage nach dem Sinn des Traumes bedient er sich also der Analyse und fragt den Träumer nach seiner subjektiven Bedeutung.

Um die oft wirren, unverständlichen Bilder der Träume zu erklären, führt er die Begriffe manifester Trauminhalt – also der Traum, wie er in Erinnerung geblieben ist – und latenter Traumgedanke – das durch die Psychoanalyse hervorgebrachte, zugehörige Material – ein. Die Umwandlung des latenten Traumgedankens in den manifesten Trauminhalt, zum Beispiel durch Verdichtung, Verschiebung und Symbolisierung, bezeichnet Freud als Traumarbeit.
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IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: MICHAEL WILIM / DWP

(05.08.2015)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Michael Wilim aus Österreich, Wien zu begrüßen:

2015 Bakkalaureatsabschluss in Psychotherapiewissenschaften mit dem Schwerpunkt Psychoanalyse an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien

Berufserfahrung:

Selbstständiger Psychotherapeut in Ausbildung unter Supervision (seit 2014)
Praktische Arbeit als Psychoanalytiker an der Sigmund Freud Ambulanz Wien (seit 2015)
Praktische Arbeit im psychiatrischen Bereich im AKH Wien (2014)
Praktische Arbeit mit alten Menschen im Landespflegeheim Berndorf (2013)
Praktische Arbeit mit drogenabhängigen Menschen in der Drogentherapieanstalt „Zukunftsschmiede“ (2009)

Analyse:
Psychoanalyse bei Frau Mag. Luger (seit 2012) >> weiter


(29.07.2015)


“The deepest thing in a man is his skin"
Paul Valery

 



(Auch diesmal steht der Autor unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)
 
Wussten Sie, dass die Haut das größte Organ des Körpers und ihre Oberfläche rund 18.000cm² groß ist? Dass sie eines der ersten Organe ist, das der Fötus entwickelt - irgendwann zwischen dem 2. und dem 3. Monat der Schwangerschaft - wie extrem wichtig sie ist für unser Überleben? Wussten Sie auch, dass die Haut, wie das Gehirn aus der gleichen embryonalen Struktur, dem Ektoderm hervorgeht?

Es ist auf der Haut, wo wir Schmerz und Lust fühlen. Mit der Haut können wir die Erfahrung einer Berührung erleben - unser erster und primärer Sinn - so dass wir die Welt und uns selbst erkennen, durch aufeinander folgende Erfahrungen und Reize, wie das Vergnügen einer Wärme und den Schmerz einer Verbrennung. Die Haut erfüllt viele andere lebenswichtige Funktionen ohne unsere Wahrnehmung, die Erhaltung und den Schutz unseres Körpers, Atmung, Schwitzen, und eine entscheidende Rolle in der Sexualität.

Von einem erweiterten Blickwinkel bemerken wir, dass die Bedeutung der Haut weit über den Körper hinausgeht. Sie stellt eine Art der Kommunikation dar, individuelle und kollektive Werte, entweder durch Narben, Tätowierungen oder Körperschmuck; in ähnlicher Weise verwendet die aktuelle Sprache die Haut dauerhaft als eine Metapher, wenn wir zum Beispiel sagen,: "wohl in meiner Haut", "jemanden unter die Haut gehen", "eine dicke Haut haben", und viele mehr.


A Pele na formação da subjetividade

Você sabia que a pele é o maior órgão do corpo, alcançando em torno de 18.000cm² de superfície? Que ela é um dos primeiros órgãos a se desenvolver no feto - algo em torno do 2º e 3º mês de gestação - o que denota sua extrema importância em nossa sobrevivência? Que pele e cérebro provém da mesma estrutura embriológica, o ectoderma? Que a pele, inclusive, está absolutamente irrigada de terminações nervosas, portanto em contato direto com o cérebro?

É na pele que sentimos dor e prazer. Através dela temos a experiência do tato - nosso primeiro e principal sentido -, permitindo-nos conhecer o mundo e a nós mesmos, através de sucessivas experiências e discriminações, como por exemplo entre o prazer de um calor e a dor de uma queimadura. A pele realiza outras inúmeras funções vitais, sem que tenhamos essa percepção corriqueiramente, sustentando e protegendo nosso corpo, respirando, transpirando, além de ter um papel decisivo na sexualidade.

De um ponto de vista mais amplo, podemos constatar a importância da pele para além do organismo. Ela representa um meio de comunicação de marcas e valores individuais e coletivos, seja através de cicatrizes, tatuagens ou adereços; da mesma maneira, a linguagem corrente utiliza a pele permanentemente como metáfora, quando dizemos, por exemplo: "sentir na pele", "se pôr na pele do outro", "fulano é casca grossa", dentre muitas outras.

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IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: TOMÁS MORAES ABREU BONOMI / DWP

(22.07.2015)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Tomás Moraes Abreu Bonomi zu begrüßen:

2013/2015: Magisterabschluss in klinischer Psychologie, Schwerpunkt Psychoanalyse. PUC - Sao Paulo, Brasilien
2005/2009: Hochschul- und Bachelorabschluss in Psychologie an PUC - Sao Paulo, Brasilien
Veröffentlichungen: BONOMI, T; LOTUFO, F. Psychopathology at the comics books. Psychiatry journal Clinical V. 37 N. (6): 291-295. 2010 .
Berufserfahrung:
Private Praxis: führt psychoanalytische Privatpraxis für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. (seit 2011)
Das „A Casa“: Teil des Teams von therapeutischen Begleitern und der klinischen Versorgung. (Seit 2011)
Comunidade IPÊ: Institution vom Krankenhaus, das sich auf Sucht spezialisiert ist. Auf Abruf für 24 Stunden pro Woche, als verantwortlicher Psychologe. (02-05 von 2011)
Le Courtil: Institution in Belgien, das Kinder und psychotische Jugendliche aufnimmt.
Teilgenommen im allgemeinen Rahmen in der von der Klinik vorgeschlagenen, therapeutischen Gruppen, einzelnen Aktivitäten, therapeutischen Überwachung, klinischen Konferenzen und theoretischen Seminare psychoanalytischen. Wöchentliche Aufsicht: Philippe Bouillot (05-09, 2010)
DERDIC- Abteilung Rehabilitation Bildung und Kommunikationsstörungen
Kinder betreut und nahm an Seminaren und Diskussionen über die klinischen Symptome der Kinder mit Sprech- und Sprachstörungen mit der Betreuerin Sandra Pavone teilgenommen. (02-11, 2009)
Clinic Maia - Brazilian System für den Bereich psychische Verfassung.
Koordinator der Gruppe für Drogenabhängige und Patienten mit psychischen Störungen durch Psychodrama und Arbeitsgruppen. Gründung und Umsetzung des "Caring“ Projekts der Betreuungspersonen, zusammen mit den Krankenschwestern und Mitarbeitern der Reinigung und Wartung. Leitung: Marcia Baptista und Antonio Lancetti - 880 Stunden (10/2005-12/2007)
Gruppen:
Lacan-Studiengruppe
Freud-Studiengruppe
Analyse:
Analytische Psychotherapie mit André Pinheiro (2002-2008) - einmal in der Woche
Psychoanalyse mit Beatriz Oliveira (2009) - zweimal pro Woche.
Psychoanalyse mit Luiz Carlos Menezes (2011-2014) - zweimal pro Woche.
Sprachen: Portugiesisch, Englisch und Französisch.


2013/2015: Mestrado em psicologia clínica no núcleo de psicanálise. PUC-SP.
2005/2009: Graduação e bacharelado em psicologia pela PUC-SP
Publicações: BONOMI, T; LOTUFO, F. Psicopatologia nas Histórias em Quadrinhas. Revista de Psiquiatria Clínica V. 37 N. (6): 291-295. 2010. >> weiter


(15.07.2015)

(Auch diesmal stehen die Autoren unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Im folgenden Artikel wollen wir unsere Überlegungen dazu teilen warum wir, vor mittlerweile mehreren Jahren, eine „Märchen- und Sagengruppe“ im Maßnahmenvollzug angeboten haben, wie diese bei den forensisch-psychiatrischen Patienten ankam und welche Schlüsse wir daraus zogen.

Kurz zur Erklärung: Maßnahmenvollzug bedeutet, dass Patienten, die ein Delikt begangen haben und zum Tatzeitpunkt eine psychiatrische Erkrankung hatten, nicht in eine reguläre Justizanstalt eingewiesen werden, sondern in den Maßnahmenvollzug. Dort erhalten sie eine ihrer psychiatrischen Erkrankung entsprechende multimodale Therapie und werden bei anhaltender Stabilisierung, nach Begutachtung vom Richter wieder entlassen.
Der Großteil der Patienten hat eine Diagnose aus dem schizophrenen Formenkreis und ist männlich. Die Deliktarten umfassen alle ein Strafausmaß von mindestens einem Jahr. Und decken ein Spektrum von gefährlicher Drohung, über unterschiedlich ausgeprägte Gewaltdelikte bis zu mehrfachem Mord ab.

Unsere Idee war folgende, basierend auf dem Buch Bruno Bettelheims „Kinder brauchen Märchen“ stellten wir die Überlegung an, ob nicht psychotische Patienten, in unserem Fall also solche mit Verurteilung wegen eines Deliktes durch Märchen zur psychischen Reifung angeregt werden könnten. Also eine Nachreifung forciert werden könnte.
Wenn man Kindheit als Psychose versteht und Psychose als Regression, dann wäre diese Überlegung doch nicht ganz fern.
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IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: SEVERO ORSI / DÉSIRÉE PROSQUILL / DWP

(08.07.2015)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Severo Orsi und Désirée Prosquill zu begrüßen:

Severo Orsi. Geboren im Juli 1975, studierte Psychologie an der Uni Wien, Schwerpunkt Klinische Psychologie. Nach der postgraduellen Ausbildung zum Klinischen und Gesundheitspsychologen arbeitete er in freier Praxis mit Hauptaugenmerk auf Sexualstörungen, hat Psychologie in einer Krankenschwesternschule unterrichtet und betreute im Rahmen des psychosozialen Akutteams Menschen direkt nach einem traumatischen Erlebnis. Des Weiteren ist er über 13 Jahre im Maßnahmenvollzug tätig.

Désirée Prosquill. Geboren und aufgewachsen in Wien, Österreich, Studium der Humanmedizin (Medizinische Universität Wien), Studium der Psychotherapiewissenschaft (Sigmund Freud Privatuniversität Wien), Ausbildung absolviert an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Wien, im Maßnahmenvollzug, sowie an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Wien, SFU/PSI; mittlerweile als Fachärztin für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin, sowie als Psychoanalytikerin in eigener Ordination tätig. Herausgeberin von DER WIENER PSYCHOANALYTIKER, Mitinitiatorin der psychoanalytischen Radiosendung UNBEWUSST – die Lust am freien Sprechen. >> weiter


Liebe Leser!

Autor/in: DWP

(1.07.2015)


Diese Woche möchten wir darauf aufmerksam machen, dass unsere Rubrik “FILME” hiermit eröffnet ist!

Den Start machen wir zum einen mit Hörbüchern aus den „Gesammelten Werken“ von Sigmund Freud in Englisch und Deutsch.

Zum anderen, haben wir noch Filme, buntgemischt aus dem Bereich der Psychoanalyse für Sie zusammengestellt.

Herzlich rufen wir dazu auf uns auch Videos zuzuschicken, die wir Ihrer Meinung nach noch unbedingt in unsere Sammlung aufnehmen sollten.

Gute Unterhaltung!

DER WIENER PSYCHOANALYTIKER




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(24.06.2015)

(Auch diesmal steht die Autorin unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Einleitung

Die Religionstheorien von Sigmund Freud und Carl Gustav Jung zählen zu den wichtigsten und einflussreichsten der Psychologiegeschichte. Beide Seelenforscher sind ihr ganzes Leben hindurch nicht müde geworden, sich ausgiebig und unermüdlich in zahlreichen Aufsätzen, Vorlesungen und Briefen mit dem Phänomen der Religion und der psychologischen Einbettung ihrer Entstehung zu beschäftigen.
Der vorliegende, dreiteilige Aufsatz behandelt ein Thema, das in der deutschsprachigen Fachliteratur bereits von zahlreichen Psychoanalytikern, Theologen und Kulturwissenschaftlern rezipiert wurde: Es existiert eine Vielzahl an Publikationen, die gesondert entweder Freuds religionskritische Werke oder Jungs religiös gefärbte Archetypenlehre zum Inhalt haben. Auch in dieser Arbeit wird in den Teilen I und II das Religionsverständnis beider jeweils separat beleuchtet. Vergleichende Überlegungen zur Religionsauffassung der beiden Ärzte, wie sie im Folgenden in Teil III vorgestellt werden, wurden in der Fachliteratur indes selten vorgenommen – vielleicht, weil der Anschein einer grundsätzlichen Unvereinbarkeit zwischen Freud und Jung ein solches Vorhaben oft von Anfang an im Keim erstickt hat. Darstellung und Vergleich des Religionsverständnisses der beiden Protagonisten erfolgen selbstredend in der Denkart des jeweils zugrundeliegenden tiefenpsychologischen Systems, bei Freud also im Sinne der Psychoanalyse, bei Jung im Sinne der Analytischen Psychologie.
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IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: SONJA LIENHART / DWP

(17.06.2015)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Sonja Lienhart zu begrüßen:

Geboren 1988, studiert Medizin an den Universitäten Freiburg und Wien. Studentische Mitarbeiterin u.a. in der kinder- und jugendpsychiatrischen Abteilung der Universitätsklinik Freiburg (bis 2013) und an der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung (seit 2015). Promotion zum Thema „Das Religionsverständnis von Sigmund Freud und Carl Gustav Jung in Darstellung und Vergleich“. Sie ist Stipendiatin des Cusanuswerkes. >> weiter


Meine Beziehung zu Anna Freud

Autor/in: Jeffrey Moussaieff Masson

(10.06.2015)

(Auch diesmal steht der Autor unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Für kurze Zeit schien es, als ob ich eine große Zukunft in der Psychoanalyse hätte: Durch meine Freundschaft mit dem formidablen Kurt Eissler, wurde mir eine Position in den Freud Archiven angeboten. In der Tat, war ich dazu bestimmt von Eissler in ein oder zwei Jahren zu übernehmen. Inzwischen wollte er, dass ich mit Anna Freud arbeiten sollte, so dass ihr Haus schließlich ein Forschungszentrum für Freud Studien werden könnte.

So traf ich Anna Freud im Jahr 1980 und entwickelte eine Arbeitsbeziehung mit ihr und eine Art von Freundschaft. Neben meiner Arbeit für die Freud Archive, interessierte ich mich für die Erforschung der Gründe, warum Freud seine Meinung über Kindesmissbrauch verändert zu haben schien: zuerst glaubte er seinen Patienten und deren Erinnerung an einen echten Missbrauch; später änderte er seine Meinung und beschloss, dass fast alle sexuellen Missbräuche, vor allem, wenn der Vater beschuldigt wurde, nur eine Phantasie oder ein Deckerinnerung sein könnten, das eine Erinnerung, die eine frühe Sehnsucht/Begierde nach dem Elternteil des anderen Geschlechts verdeckt/vernebelt/versteckt.
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IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: JEFFREY MOUSSAIEFF MASSON / DWP

(03.06.2015)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Jeffrey Moussaieff Masson zu begrüßen:

Nun, ich wurde 1941 in Chicago, USA, geboren. Viele Jahre lang habe ich Sanskrit an verschiedenen Universitäten (UC Berkeley, U von Toronto) unterrichtet und wurde in Toronto im Jahr 1971 als Psychoanalytiker ausgebildet und graduierte als Vollmitglied der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung im Jahr 1979. Ich war kurze Zeit Projektleiter des Sigmund Freud Archives. Ich wurde 1981 entlassen und meine Mitgliedschaft in der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung wurde widerrufen. Ich veröffentlichte „Assault on Truth: Freud's Repression of the Seduction Theory im Jahr 1984, und die Freud-Fließ Briefe in 1985. Seitdem habe ich ca. 27 Bücher veröffentlicht einige über Psychiatrie, andere über Tiere und einige über andere Themen. Ich bin verheiratet mit einer Deutschen Kinderärztin und habe eine Tochter aus früherer Ehe, die in Kalifornien als Gesundheits- und Krankenpflegerin lebt und zwei Jungen mit Leila Masson, Ilan 18, der an der Universität von Melbourne ist und Manu 13, der mit uns in Berlin wohnt. Wir werden nach Sydney, Australien, im Januar 2016 ziehen. Zurzeit schreibe ich einen Roman über den Holocaust, der vorläufig den Titel Évian 1938 hat und in Wien, Genf, Berlin, Málaga und Évian stattfindet. >> weiter


IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: JEANNE WOLFF BERNSTEIN / DWP

(27.05.2015)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Jeanne Wolff Bernstein zu begrüßen:

Sie ist praktizierende Psychoanalytikerin in Wien. Davor war sie Praesidentin und Lehranalytikerin in San Francisco/Berkeley, California am Psychoanalytic Institute of Northern California, (PINC). 1985 erwarb sie  ihren Doktor in Klinischer Psychologie am The Wright Institute, Berkeley, California und schrieb ihre Doktorarbeit ueber das Werk von Edouard Manet. Sie unterrichtete an verschiedenen  Universitaeten und psychoanalytischen Instituten in Berkeley und San Francisco und arbeitete dort in privater Praxis als Psychoanalytikerin. 2008 war sie die Fulbright Visiting Scholar am  Sigmund Freud Museum in Wien. Waehrend dieser Zeit in Wien, hielt Jeanne Wolff Bernstein einen Vortrag in Der Akademie der Bildenden Kuenste ueber das Werk von Eva Hesse und schrieb ihren Fulbright Vortrag ueber  Freuds Zugang zur Moderne Kunst. Im Jahre 2009, war sie die wissenschaftliche Beraterin fuer die Kunstausstellung Eros und Thanatos im  Sigmund Freud und Liechtenstein Museum. Seit 2010, lebt und arbeitet Jeanne Wolff Bernstein in Wien. Sie unterrichtet und supervidiert an der Sigmund Freud Universitaet, Wien, und ist seit 2014 Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats der Sigmund Freud Privatstiftung und Museum, Wien. Sie nimmt regelmaessig als Diskussantin an der Film Noir Serie im  Sigmund Freud Museum teil.  Ihre letzteren Publikationen beinhalten;
Unlocking Diane Arbus, Studies in Gender and Sexuality,  2007,Vol.8, #4, pp.33-336
In Search of her Own Language: Eva Hesse Show, SFMOMA Museum, Studies in Gender and Sexuality, Vol. 6, #4, 2002, pp. 345-368.
Beyond the Bedrock in Good Enough Endings, (2010) ed. by Jill Salberg, Routledge Press and The space of transition between Winnicott and Lacan in Between Winnicott and Lacan, (2011) ed. by Lewis Kirshner, Routledge Press. Sie schrieb das Kapitel on Jacques Lacan,  to the (2012) Textbook of Psychoanalysis, Second Edition, edited by Glen Gabbard, Bonnie E. Litowitz & Paul Williams, American Psychiatric Publishing und eine Rezension ueber Danielle Knafo’s Buch, Alone Together: Solitude and the creative encounter in art and psychoanalysis., Psychoanalytic Dialogues, 2012.
Tattoos/hysteria, Body Image and Identity in Contemporary Societies, (2015) Routledge. Introduction to Narcissus in Mourning, by Paul Verhaege, (2015) by Thuria and Kant. >> weiter


CONCHITA WURST

Autor/in: Jeanne Wolff Bernstein

(20/05/2015)


Anmerkung der Redaktion:
Sehr geehrte Damen und Herren!
Anlässlich des Eurovisions Song Contest Vienna 2015 ziehen wir diesmal den Leitartikel vor und werden daher erst nächste Woche das Interview von Jeanne Wolff Bernstein, Ph.D. bringen!
Viel FREUD beim Lesen!


Conchita Wurst ist eine Sensation in Oesterreich und Europa geworden seitdem sie den Eurosongtest im Mai 2014 in Kopenhagen gewonnen hat. Ueberall gruesst ihr Bildnis einen in Oesterreich, sei es auf den Illustrierten –Covers, Modezeitschriften, oder sogar als Werbung fuer eine der groessten Banken in Oesterreich. Wie kann man ihren immensen Erfolg verstehen und darueber hinaus ihre riesige Anerkennung in einem Land, das nicht unbedingt dafuer bekannt ist, sich als  offen und tolerant gegenueber Gruppen von Menschen zu zeigen, die etwas “fremdes”, oder “anderes” in diese Alpenrepublik bringen, egal, ob diese Fremdheit sich auf einer, sexuellen, politischen oder kulturellen  Ebene  ausdrueckt . Aber Conchita Wurst ist nun mal “anders” sehr anders. Ist sie eine baertige Frau oder ein Junge mit  falschen Wimpern. Sie kann keiner Kategorie zugeordnet werden und hat mit ihrer Erscheinung  viele Menschen anfangs verwirrt, die wissen wollten was sie denn nun ist:  Mann oder Frau, Tom oder Conchita, homosexuell oder “trans”, echt oder falsch? In welche Schublade kann sie gesteckt werden um dem menschlichen Drang nach Klarheit und Sicherheit entgegen zu kommen? Trotz dieser vielen offenen Fragen und Verwirrungen, ist sie/er zu einer der idealsiertesten Figuren in den letzten zwei Jahren in Europa geworden.

Ihre eigene Darstellung der Verwandlung von Thomas Neuwirth (ihrem geborenen Namen) zu Conchita Wurst ist eine verblueffend einfache, denn mit ihrer “Kunstfigur” moechte sie hauptsaechlich der Welt zeigen, dass  jeder das sein kann was er/sie moechte. Conchita Wurst bekennt sich zu ihrer Kunstfigur, und fuehlt sich in ihr am wohlsten und erfolgreichsten. In einem englischen Interview im Jahr 2014, beschrieb sie ihren Werdegang mit den folgenden Worten: “As a young boy, I always tried to fit in and adapt to the world around me. I wanted to be part of the game, until I realized that it was up to me to create the game and this is how I created the bearded lady.”
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Freuds Zusammenarbeit mit Breuer (Teil II)

Autor/in: Juan José Rios

(13.05.2015)


Anwendung, Vertiefung und Abwendung von der Anwendung hypnotischer Techniken

Josef Breuer wurde durch seine Verbindung mit Freud bekannt, der Schöpfer der kathartischen Methode, dessen Name darum unauslöschlich mit den Anfängen der Psychoanalyse verknüpft ist. (Vgl. Freud1925g, S. 562) Freud beschreibt ihn als „einen Mann von reicher, universeller Begabung, dessen Interessen nach vielen Richtungen weit über seine fachliche Tätigkeit hinausgriffen“. (Freud 1925g, S. 562) Freud lernte Breuer 1881 am physiologischen Institut kennen, wo sie bald Freunde wurden. Freud schrieb über Breuer

„Mein Freund und Helfer in schwierigen Lebenslagen. Wir hatten uns daran gewöhnt, alle
wissenschaftlichen Interessen miteinander zu teilen. Natürlich war ich der gewinnende Teil
in diesem Verhältnis.“ (Freud 1925j, S. 43)

1892 beschrieb Freud einen „Fall von Hypnotischer Heilung“, eine Frau die über klassische hysterische Symptome wie Erbrechen, nervöse Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit klagte, über Erregungszustände, die sie hinderten, ihr Kind zu stillen. Nach zwei Behandlungen gab die Patientin die Symptome auf. Freud wiederholte das Gleiche ein Jahr später nach der Geburt ihres zweiten Kindes. Freud meinte bei der Hysterie, dass der Kranke sich nicht über seinen Widerstand bewusst wäre. Die Patientin hatte eine ständige Erschöpfung, was Breuer als hypnoiden Zustand bezeichnete. (Vgl. Freud 1895d, S. 3-17)

1895 veröffentlichte Freud gemeinsam mit Josef Breuer die „Studien über Hysterie“, danach benutzte er das erste Mal die kathartische Methode an einer gewissen Frau Emmy. (Freud 1895d, S. 99) Es wurde keine gründliche Untersuchung und Freud schien sich bei der Behandlung tatsächlich stark auf direkte therapeutische Suggestion verlassen zu haben, die er wie gewöhnlich mit Massage, Bädern und Ruhe verband. (Jones 1982, S.285)
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Freuds Begegnung mit Hypnose (Teil I)

Autor/in: Juan José Rios

(06/05/2015)


In den achtziger und neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts spielten in der diagnostischen und therapeutischen Neurologie sowohl die galvanische als auch die faradische Elektrizität eine wichtige Rolle. So beschäftigte sich Freud ebenfalls mit diesem Bereich:

„In der Ferne leuchtete der große Name Charcots und so machte ich mir den Plan, hier die Dozentur für Nervenkrankheiten zu erwerben und dann zur weiteren Ausbildung nach Paris zu gehen“. (Vgl. Freud 1925d, S. 40)

Freud hatte seinen ersten Kontakt mit der Hypnose als Student:

„Noch als Student hatte ich einer öffentlichen Vorstellung des ‚Magnetiseurs‘ Hansen beigewohnt und bemerkt, dass eine der Versuchspersonen totenbleich wurde, als sie in kataleptische Starre geriet und während der ganzen Dauer des Zustandes so verharrte. Damit war meine Überzeugung von der Echtheit der hypnotischen Phänomene fest begründet.“ (Freud 1925, S. 40)

Im Jahre 1885/86 reiste Freud nach Paris, wo er Charcot traf und 17 Wochen in seiner Klinik arbeitete. Charcot machte einen gewaltigen Eindruck auf Freud und man nannte die Salpêtrière mit Recht das Mekka der Neurologen. (Vgl. Jones 1982, S. 248) Freud beschrieb Charcot mit:

„(…) Zauber, der von seiner Erscheinung und Stimme ausging, der liebenswürdigen Offenheit, [...] der Bereitwilligkeit, mit der er seinen Schülern alles zur Verfügung stellte, und der Treue, die er ihnen durch das Leben hielt“ (Freud 1925d, S. 26f.)

Bald sollte sich für Freud über die Übersetzung einer Publikation Charcots ein intensiver Kontakt ergeben:
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IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: JUAN JOSÉ RIOS / DWP

(29.04.2015)

In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Juan José Rios zu begrüßen:

Geboren in Perú, Studium: Theologie und Pädagogik, Hypnosetherapie Ausbildung: Österreichisches Gesellschaft für angewandte Tiefenpsychologie und allgemeine Psychotherapie (Ögatap), Sexual Therapie: Institut Ziss Zürich, Psychoanalyse Studium: Sigmund Freud Privat Universität (SFU), EMDR (Traumabehandlung): EMDR Institut Austria Psychotherapie Wissenschaft: Sigmund Freud Privat Universität (SFU), Essstörung: Sowhat Medizinische Institut für Menschen mit Essstörung, Sozialmedizinisches Zentrum Ost ("Psychosomatische Ambulanz 2 Med. Abt. SMZO-Donauspital”): Von August 2000 bis Februar 2002 (Praktikum) Einzel und Gruppenbehandlung depressiver, angstneurotischer, Persönlichkeitsstörungen Suchterkrankungen, psychosomatische, chronische Schmerzen und schwere psychiatrische Erkrankungen sowie Störungen im Bereich der Gastroenterologie, Psychoonkologie. Eigene Praxis seit 2000. >> weiter


(22.04.2015)


Es war einmal vor nicht allzu langer Zeit, da trafen sich Bernhard Staudinger (Radio Orange) und Désirée Prosquill (DER WIENER PSYCHOANALYTIKER), um vielleicht einmal die Psychoanalyse ins Radio zu bringen. . .

Nach vielen Irr-, und Umwegen durch dunkle Wälder und tiefe Täler ist DER WIENER PSYCHOANALYTIKER besonders stolz und glücklich, verkünden zu dürfen, dass Wien ab 13. Mai 2015 nun endlich um eine psychoanalytische Live- Radiosendung bereichert wird.
Die Sendung wird in unserem Onlinemagazin DER WIENER PSYCHOANALYTIKER  für alle Radiolosen und alle an Psychoanalyse Interessierten weltweit zum Nachhören bereitgestellt!

Wie es zu dieser Idee kam, ist gar nicht mal so schwer nachzuvollziehen...
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Kulturelle Ideen und Ideale

Autor/in: Sudhir Kakar

(15.04.2015)


Kulturelle Ideen und Ideale, die sich in ihrer Erzählform als Mythen manifestieren, durchdringen die innerste Erfahrung des Selbst. Man kann also nicht von einer "älteren" oder "tieferen" Schicht des Selbst, die außerhalb von kulturellen Einflüssen liegen, sprechen. Als eine "Tiefenpsychologie" taucht die Psychoanalyse tief in die gleichen Gewässer ein, in denen die kulturellen Strömungen einfließen.

Die Fragen im Zusammenhang mit dem "Wie" in diesem Prozess, sind mit der größeren Frage nach dem Verhältnis zwischen den inneren und äußeren Welten, die von mehrjährigem psychologischem und philosophischem Interesse gewesen sind, verbunden. In Freuds „Entwicklungsphasen“ spielt der kulturelle Einfluss erst relativ spät in der psychischen Struktur eine Rolle, diese „Ideologie des Über-Ichs“ haben die anderen Lehrbuch-Verfasser immer weiter übernommen.
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IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: SUDHIR KAKAR / DWP

(08.04.2015)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Sudhir Kakar zu begrüßen:

Psychoanalytiker, Romanautor und ein Gelehrter auf dem Gebiet der Kulturpsychologie und der Religionspsychologie. Er war Dozent an der Harvard Universität, Senior Fellow am Zentrum für Studien der Weltreligionen an der Harvard Universität, als auch Gastprofessor an den Universitäten von Chicago, McGill, Melbourne und Hawaii. Er war auch ein Fellow am Institute of Advanced Study, Princeton, Wissenschaftskolleg, Berlin und Fellow am Zentrum für Höhere Studien für Geisteswissenschaften an der Universität zu Köln.
Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen gehören der Kardiner Award von der Columbia University, der Boyer Preis für psychologische Anthropologie der American Anthropological Association, Deutschlands Goethe-Medaille, Rockefeller Residency, McArthur Fellowship, und das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Er ist der Präsident der Delhi chapter of Indian Psychoanalytic Society und im Vorstand der Freud Archive, Kongressbibliothek.
Kakar ist der Autor von achtzehn Sachbüchern und fünf Romane. Sein neuestes Buch ist Young Tagore: The makings of a genius (Penguin-Viking, 2013). Seine Bücher wurden in zweiundzwanzig Sprachen übersetzt. >> weiter


(01.04.2015)


„La plancha de metal“ (Das Stahlblech)

Dieses Kapitel kulminiert in einer langen Reflexion über den Körper und die Wahrnehmung als ein Instrument der Entfremdung „…wahrnehmen ist wahrnehmen einer-beinahe-Welt-der-Rechten…“. Von dieser Reflexion stammt der Wunsch nach Transformation dieses Körpers in ein Vehikel der Beziehung „von jedem mit sich selbst und mit jedem aller anderen und mit allen anderen“ ab.
Um die Möglichkeit dieser Transformation zu erreichen macht er sich zu einer detaillierten Analyse der Termini dieser Entfremdung auf, jenen Einsatz durch die Theorie erneuernd, die eine der Insignien ist, die den Kurs seiner Arbeit beschließt. Es ist in dieser Analyse, in der er die Konsequenzen findet, die das Vorhaben der Entfremdung, die die Innerlichkeit dieser Krankenden formt. Auf der einen Seite „die Metallisierung des Seins“, der Stoss zum Weg des Schlechten (das Beispiel, das er darstellt ist die Denunziation von Astier), „sich zu Metall zu machen“ um zu erreichen „sich von allem und allen abzulösen“.
(Deutsche Übersetzung von Nastasja Stupnicki)


TREINTA AÑOS SIN MASOTTA: Silencio y Comunidad (Parte II)

La plancha de metal

Este capítulo culmina con una larga reflexión sobre el cuerpo y la percepción como instrumento de extrañamiento: “…percibir es percibir un-casi-mundo-de-derecha”. De esa reflexión se deriva un deseo de transformación de ese cuerpo en vehículo de relación “de cada uno consigo mismo y con cada uno de todos los otros y con todos los otros”.
Para alcanzar la posibilidad de esa transformación se lanza a un análisis detallado de los términos de ese extrañamiento renovando esa apuesta por la teoría que es una de las insignias que decide el derrotero de su trabajo. Es en ese análisis donde encuentra los efectos que soporta la empresa de alienación  que conforma la interioridad de estos apestados. Por un lado “la metalización del ser”, el empuje, por la vía del mal (el ejemplo que propone es la delación de Astier), a “hacerse de metal” para alcanzar “desapegarse de todo y de todos”
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(25.03.2015)


"... von unserem ersten Kontakt mit dem Sozialen und den Werten, die aus der herrschenden Ideologie entspringen, dergestalt sie sich in die Klasse unserer Herkunft eingebettet findet, erfahren wir, dass sie uns vor allem anderen lehrt, dass alles, was von der Gemeinschaft kommt, gerecht ist… "
                                                                                                                       O. Masotta
                                                                      

Vorwort

Was folgt, ist nichts weiter als der Versuch eine Hand voll Ideen zu ordnen, der die Form von Bemerkungen annimmt, die aus dem Projekt alle Publikationen von Oscar Masotta zu lesen, geboren wurde.  Die Behandlung von Text zu Text, die so ein Vorhaben impliziert, verwirklichte ich teilweise in einem Zyklus von Konferenzen in der Bibliothek „Homo Sapiens“ der Stadt Rosario (Argentinien, Bem. d. Ü.in)  im Jahr 2009. Es gab mir die Gelegenheit, eine symbolische Reduktion der Texte zu entfalten, und mein Verständnis für jene zu erweitern, die einen Eindruck in der Praxis der Psychoanalyse in Argentinien darstellen.
Der Titel: „Extimado Oscar Masotta“  war nicht meine Erfindung, und ich verdanke sie der Großzügigkeit des bereits international renommierten Psychoanalytikers Germán García, der u. a. die Wichtigkeit des Außen betont,  die zentrale Bedeutung der Peripherie, die so sehr jene "Stimmungen", die sich bis hin zur Wärme des Heimes neigen, beunruhigt.
(Deutsche Übersetzung von Nastasja Stupnicki)

                                     
TREINTA AÑOS SIN MASOTTA: Silencio y Comunidad (Parte I)

…desde nuestros primeros contactos con lo social y con los valores que emanan de la ideología dominante tal como ella se encuentra incrustada en nuestra clase de origen, aprendemos eso que se nos enseña antes que ninguna otra cosa, que todo lo que viene de la comunidad es justo…
                                                                                                                       O. Masotta
                                                                       

Palabras preliminares

Lo que sigue no es más que el esfuerzo de ordenación de un magro puñado de ideas que toma la forma de puntualizaciones, nacidas de un proyecto de lectura de la totalidad  de lo publicado por Oscar Masotta. El tratamiento texto por texto que esto implica, lo realicé parcialmente en un ciclo de conferencias que tuvieron lugar en la librería Homo Sapiens de la ciudad de Rosario a lo largo del 2009. Fue la oportunidad que me di para desplegar una reducción simbólica de algunos entre ellos que a mi entender hicieron una marca en la práctica del psicoanálisis en Argentina.
Su título: “Extimado Oscar Masotta” que no fue invención mía y que debo a la ya internacionalmente reconocida generosidad del psicoanalista Germán García, subrayaba, entre otras cosas, la importancia del exterior, la centralidad de la periferia que tanto inquieta a los “ambientes”, inclinados hacia el calor del Hogar. 
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IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: ÁNGEL DANIEL FERNÁNDEZ / DWP

(18.03.2015)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Ángel Daniel Fernández zu begrüßen:

Geboren 1970 in Argentinien. Lebt mit seiner Frau in Rosario in der Provinz Santa Fe. Psychoanalytiker, Psychologe (UNR), Dozent für Psychologie an der Universidad Nacional, Rosario. Vorlesungen zur Psychoanalyse, sein Interesse gilt seit jeher der Vermittlung von Psychoanalyse über das Wort, sei es im Gespräch, bei Konferenzen, Kursen.


Nato 1970, Argentina, Rosario, Psicoanalista, Psicólogo (UNR), Docente de la Facultad de psicología perteneciente a la Universidad Nacional de Rosario, Jefe de Trabajos Prácticos de la Cátedra “Discursos Psicológicos Contemporáneos”, Presidente y Director de enseñanza de La Biblioteca (Archivo, Investigación y Docencia), Conferencista, Ensayista, Dictante del Curso Anual de Psicoanálisis de La Biblioteca (Archivo, Investigación y Docencia). >> weiter


(11.03.2015)


Schweigend schleicht er mir näher,
Schlingt um mich seinen Arm;
Ich will entfliehen,
Er hält mich fester, ich rufe!
Doch niemand kommt...

(Donna Anna in Don Giovanni)

Röslein wehrte sich und stach,
Half ihm doch kein Weh und Ach,
Musst es eben leiden. 
                                                           
(Heidenröslein, Goethe)


Unordnung und frühes Leid: Nur zu bekannt ist die Geschichte
Freud sah sich in den frühen 1890er Jahren in seiner ärztlichen Tätigkeit häufig mit Patientinnen konfrontiert, die über erlittenen sexuellen Missbrauch durch nahe stehende Personen sprachen. Er nahm diesen Befund zunächst als Hinweis auf alarmierend verbreitete familiäre Gewaltverhältnisse. Doch dann wurde er skeptisch. Vielleicht waren manche Erzählerinnen gar nicht Opfer männlicher Gewalt? Vielleicht hatten sie als kleine Mädchen selbst sexuelle Neugier verspürt und erregende Nähe gesucht?

Freuds befremdliche Skepsis
Freuds Reserve gegenüber den Missbrauchserzählungen befremdet bis heute. Familiäre  und sexuelle Gewalt gegen Kinder und Frauen wurden, wie allseits bekannt, strafrechtlich unzureichend erfasst, ungenügend verfolgt und sanktioniert; Selbstzeugnisse von Betroffenen fanden unzureichende Beachtung. Freud schien den Opfern emotionale Teilnahme und unvoreingenommene Resonanz auf die biografische Mitteilung leidvoller Erfahrungen  zu verweigern.
Erzählungen über erlittene Gewalt können zu Unrecht ignoriert werden oder Unglauben finden. Auch gilt bekanntlich: Wer mit unmündigen oder abhängigen Personen sexuellen Kontakt aufnimmt, handelt verantwortungslos und macht sich strafbar, auch wenn das Gegenüber sich ermutigend oder verführend verhält.
Andererseits gibt es bekanntlich den sogenannten Missbrauch mit dem Missbrauch, die Falschbezichtigung, die erfundene Missbrauchs- oder Gewaltbiografie und die Falscherinnerungen, die ein Erzähler für wahr hält.

Warum stellten Erzählerinnen sich als Opfer dar?
Ein Hörer kann Erzählungen zu Unrecht glauben und zu Unrecht nicht glauben. Er kann sich von der Überzeugungskraft einer schlüssigen und kohärenten Darbietung zu Unrecht einnehmen lassen und einer befremdlichen Erzählung zu Unrecht den Glauben verweigern. Er kann eine schlüssige und kohärente Darbietung gerade ihrer Glätte und Transparenz wegen zu Unrecht unter Verdacht stellen oder ein Ringen um Worte zu Unrecht als aufrichtiges Darstellungsanliegen  begreifen.
Freuds Skepsis könnte - wir wissen es nicht - gelegentlich begründet gewesen sein. Dann aber ist zu fragen, warum bestimmte Erzählerinnen fingierte oder teilweise fingierte Übergriffe schilderten. Freud verstand jetzt gewisse Missbrauchserzählungen in funktionaler Perspektive. Sie seien nachträgliche Umarbeitungen im Sinn psychodynamischer Kompromissbildung. 

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IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: BRIGITTE BOOTHE / DWP

(04.03.2015)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Brigitte Boothe zu begrüßen:

Prof. em. Dr. phil., Psychoanalytikerin (vormals DPG, DGPT), Psychotherapeutin FSP

Emeritierte (seit 1.2.2013) Ordinaria für Klinische Psychologie an der Universität Zürich, Lehrstuhl für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Psychoanalyse.
Bis 2013 Leiterin der psychotherapeutisch-psychoanalytischen Praxisstelle im Psychotherapeutischen Zentrum der Universität Zürich.
Bis 2015 Leiterin der postgradualen Weiterbildung Master of Advanced Studies in Psychoanalytic Psychotherapy der Universität Zürich.
Bis 2012 Leiterin des Interdisziplinären psychoanalytischen Forums der Universität Zürich und der ETH.
Seit 2013 Psychoanalytikerin und Psychotherapeutin in der Gemeinschaftspraxis Psychotherapie Bellevue

Wissenschaftliche Interessen
Theorie und Empirie des Wünschens
Theorie und Praxis des mündlichen Erzählens in Psychotherapie und Alltag sowie des biografischen und literarischen Schreibens (fortlaufende Vortrags- und Seminarangebote)

Ausgewählte Buchpublikation
Boothe, B. (Hrsg.) (2013). Wenn doch nur - ach hätte ich bloss. Die Anatomie des Wunsches. Zürich: Rüffer&Rub. >> weiter


Die PA-Lerndatenbank

Autor/in: Karl Golling

(25.02.2015)


Abstract

Die PA-Lerndatenbank ist ein zeitgemäßes Tool für Lehrende und Studierende der Psychoanalyse. Sie enthält über 1500 Filmsequenzen und 4000 Labels in zwölf Sprachen, die nach psychoanalytischen Gesichtspunkten klassifiziert und kodiert wurden. Darüber hinaus sind sie mit dem Wissen aus fünf Standardlexika der Psychoanalyse hinterlegt. Individuelle Gestaltungs- und Erweiterungsmöglichkeiten machen ihren Einsatz als Anschauung und Ergänzung zur praktischen Erfahrung von Studierenden im Unterricht als auch beim individuellen Lernen und Recherchieren attraktiv.

Einleitung

Der Gedanke, die Grundlagen der Psychoanalyse, sowohl in ihrer interpretativen als auch in ihrer abstrakt-begrifflichen Perspektive, zu illustrieren, geht auf eine einfache Idee zurück.
Im Rahmen einer Feier zur Ehrung von Professor Dr. Shaked wurde ich eingeladen, ein paar Worte zu diesem Anlass zu sprechen, wobei mir etwas Neues, Aufheiterndes am passendsten erschien. Von seinem Leben außerhalb der Teilnahme an von ihm geleiteten Einzel- und Gruppensupervisionen war mir damals zu wenig bekannt, um daraus eine kleine Rede zu schmieden. Dann erzählte mir eine Kollegin, Dr. Regina Hofer, eine kleine Geschichte aus seinem Leben. Professor Shaked habe während seiner Studienzeit einige Jahre in New York gelebt und um sein Englisch aufzubessern, sei er oft ins Kino gegangen, wo er sich wiederholt und mit Vorliebe Hitchcock-Filme angesehen habe.
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IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: KARL GOLLING / DWP

(18.02.2015)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Karl Golling zu begrüßen:

1951 in Gars am Kamp, NÖ geboren. Als Kind langjährige Aufenthalte in Asien, Australien und Afrika.
Nach dem Psychologie – Philosophie Studium (Dissertation über 'Arbeiterbewußtsein in Tirol') in Innsbruck, längeres Praktikum in der Binswanger Klinik (Schweiz), Ausbildung zum Psychoanalytiker in New York.
1992 Rückkehr nach Österreich, dann Studium am Tavistock Institute in London.
Seitdem (vorwiegend selbständig) als Organisationsentwickler, Psychoanalytiker und Universitätslektor in Wien tätig. Studium der Psychotherapiewissenschaften (Dissertation über 'Neue Wege des Erlernen der Sprache der Psychoanalyse') in Wien. Aktuell: Leitung der Psychoanalyse an der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien. >> weiter


(11.02.2015)


Meine Überlegung ist ein Rückblick auf das, was Freud als Ursprung von Scham und Schuld in dem Mythos „die Tötung des Vaters“ durch alle seine Werke aber besonders in Totem und Tabu und Das Unbehagen in der Kultur anführte. Ich frage nur, ob Freud die Grundlage seines Verständnisses nicht zu stark auf der Blindheit der zeitgenössischen Wissenschaft legt, die auf dem starken menschlichen Verlangen basiert, Menschen und Natur voneinander  trennen zu wollen. In Totem und Tabu argumentiert Freud, dass der Ursprung zur Bildung der menschlichen Psyche, durch die Psychoanalyse und das Lesen über Mythen, Religion, Pathologie, Biologie und zeitgenössische Anthropologie vom späten 19. und 20. Jahrhundert (1) zugänglich gemacht werden kann. Dies hat zu einer Überfütterung von einer ganzen Reihe von psychosozialen Interpretationen von Tierstudien geführt, welche sich zu sehr auf Domination, Funktionalität, Verwandtschaft (wie moderne Familiengrößen) und Scham beziehen, wie z. B. die Interaktion zwischen dem Mensch und seiner Umwelt: der Natur. Für das Konzept des Verlangens bedeutet das ein „natürliches“ Verhalten der Aggression und Destruktion, das durch Scham/Kultur erst gezähmt werden muss, um eine neue „Natur“ zu formen. (Die Voraussetzung für das Hauptargument von Das Unbehagen in der Kultur).

Der Mythos von den „Söhnen, die den Vater töten“ ist von mehreren Quellen aufgegriffen, aber am wichtigsten finde ich, dass Freud sich von Darwin und J.J. Atkinson (Freud 19) die Hypothese des „Urzustands der menschlichen Gesellschaft“ ausgeborgt hat. Eine Hypothese, die eine, zu der Zeit weit verbreiteten Theorie unterstützt, ist das eine normale Struktur in der Tierhierarchie, so aussieht, dass ein Alpha- Männchen die Familie/Herde dominiert. (2) Diese Theorie kam zustande beim Studieren von Affen, Pferden, Vieh, Menschenaffen, Hühnern und fast allen größeren Säugetieren, die in Herden oder in der Horde leben. Diese hoch konkurrenzfähige Interpretation von Darwins Evolution wird zu Studien von Mythen des Ursprungs im griechischen und christlichen Gedanken und in anthropologischen Studien von Stammesgesellschaften verglichen.
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IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: MALTE TELLERUP / DWP

(04.02.2015)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Malte Tellerup zu begrüßen:

Geboren 1989, Masterstudium in Vergleichender Literaturwissenschaft an der Universität Kopenhagen und New School of Social Research, aktuell Thesis über das tierische Verlangen und das Verlangen eines Tieres. Artikel über den Künstler Rudolf Schwarzkogler, sowie dessen unveröffentlichte Notizen übersetzt. Außerdem seit mehreren Jahren Mitarbeit bei der literarischen Zeitschrift TRAPPE TUSIND.
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Felix Salten und Sigmund Freud

Autor/in: Désirée Prosquill

(28.01.2015)


Liebe Leser!

Aus terminlichen Gründen, war es Prof. Alfred Pritz leider bis heute nicht möglich seinen Artikel freizugeben. "Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben!"
DER WIENER PSYCHOANALYTIKER erlaubt sich daher Ihnen als Ersatz einen Artikel seiner Herausgeberin Désirée Prosquill anzubieten.
Wir hoffen Sie sind nicht zu sehr enttäuscht und können Sie mit unserer Planänderung auch erfreuen.
Im Folgenden können Sie nun über die Beziehung zwischen Felix Salten, dem Autor von "Bambi. Eine Lebensgeschichte aus dem Walde", und Sigmund Freud lesen.
Selbstverständlich wird auch dieses Mal die Autorin für eine Woche im Forum für Fragen und Diskussionen zur Verfügung stehen.

Mit freundlichen Grüßen
DWP



Felix Salten und Sigmund Freud


Jener Artikel, den Felix Salten in der Neuen Freien Presse vom 1. Jänner 1925 schrieb, ist chronologisch betrachtet der erste Beweis, dass Salten von Sigmund Freud mit Sicherheit wusste und zumindest im Groben Kenntnis von seiner Lehre hatte.

„Wenn später einmal Weltgeschichte nicht nach den blutigen Kriegen, sondern nach den geistigen Leistungen der Völker geschrieben wird, muß es geschehen, daß man weder die Marneschlacht noch die Schlacht von Tannenberg, sondern die Lehre Freuds, die Theorie Einsteins, die Forschungsergebnisse Steinachs, die Erfindung des Insulins als große Siege preist. Dann wird man an solchen Erkenntnissen, wird an Errungenschaften, wie am Flugzeug oder am Radio, das Wachstum der menschlichen Macht messen, wird an solchen Ereignissen die Historie der Menschheit erzählen. Dann wird man das erste Viertel des zwanzigsten Jahrhunderts getrost eine große Zeit nennen dürfen, wird mindestens sagen können, es sei der interessante Auftakt eines neuen, großartigen Zeitalters gewesen.“ {Salten, Felix: in: NFP vom 1.1.1925, S. 2. Morgenblatt.}

Auch wenn Beverley Driver Eddy in ihrem Buch ohne weitere Begründung angibt, dass Salten nur ein „passing interest“ {Eddy, Beverley Driver: Felix Salten: Man of Many Faces. 2010 Ariadne Press. S. 152.} an der Freudschen Lehre hatte, so belegt diese Textstelle trotzdem, wie hoch Felix Salten die Lehre Freuds damals einschätzte, sodass er diese sogar in der Reihung der „modernen Wunder“ an erster Stelle anführte.

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IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: ALFRED PRITZ / DWP

(21.01.2015)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Alfred Pritz zu begrüßen:

Geboren am 31.Oktober 1952 in St. Lorenzen bei Scheifling in der Steiermark, Österreich.
Studium der Psychologie, Psychopathologie und Pädagogik in Salzburg. Ordentlicher Professor und Rektor an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien.
Generalsekretär des Europäischen Verbandes für Psychotherapie (EAP);
Präsident des World Council for Psychotherapy;
Autor und Herausgeber von ca. 20 Büchern der Psychotherapie, z. B. Wörterbuch der Psychotherapie, Springer, 2000, Globalized Psychotherapy, Facultas, 2002; Rausch ohne Drogen, Springer, 2009 usw.
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Echte Liebe aus einer unechten Welt?

Autor/in: Dragica Stojković

(14.01.2015)


Wer nach einem Partner sucht, wird sein Glück mit größter Wahrscheinlichkeit online versuchen – es lässt sich nicht mehr leugnen, dass der heutige Flirt- und Heiratsmarkt zu einem großen Teil im virtuellen Raum vonstatten geht. Nicht nur die achtstelligen Umsatzzahlen der Partnervermittlungsagenturen sind beeindruckend, auch die Anzahl der registrierten Mitglieder spricht für sich – so zählt Parship über 11 Millionen Mitglieder, eDarling sogar über 15 Millionen (Baltzer, 2015). Hauptzielgruppe der leitenden online Partnervermittlungsagenturen sind ‚seriöse’ Singles (in anderen Worten: alleinstehende, liebessehnsüchtige, potente Akademikern, die ihr ansonsten erfolgreiches Leben mit einer gut funktionierenden, vorsätzlich monogamen Vorzeigebeziehung vollenden möchten). Und die Strategie scheint aufzugehen: Eine aktuelle Studie (Cacioppo et al., 2013) hat bei einer für die USA repräsentativen Stichprobe von 19'131 Teilnehmenden aufzeigen können, dass ein Drittel der amerikanischen Ehen ihren Anfang online genommen hat und dass der virtuelle Beginn zudem mit leicht höherer Ehezufriedenheit sowie mit leicht tieferen Trennungs- und Scheidungsraten korreliert.
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IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: DRAGICA STOJKOVIC / DWP

(07.01.2015)


In unserer Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Dragica Stojković zu begrüßen:

geb. 1988, studierte Psychologie sowie Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Zürich und dissertierte zum Thema Abschiedsbriefe von Suizidenten. Sie ist praktizierende Analytikerin in einer Gemeinschaftspraxis in Zürich und befindet sich am Freud-Institut Zürich in Ausbildung. Breite redaktionelle Erfahrung (aware, delirium, Journal für Psychoanalyse, Psychoscope), zahlreiche Publikationen, aktuell Herausgeberin der internen Zeitschrift des Lacan-Seminar-Zürich, genannt „che vuoi?“. Forschungsinteressen: Abschiedsbriefe; Struktur, Prozess und Funktion von Wünschen und Träumen; Sprachtheorien und Poetologie. >> weiter


(31.12.2014)


Liebe Leser!


Zum Ende des Jahres 2014, knapp vor Beginn des Jahres 2015, möchten wir Sie gerne auf zwei Gedichte aufmerksam machen, die Sigmund Freud an Wilhelm Fließ schrieb.


Das erste Gedicht wurde von Freud am 29. Dezember 1899, anlässlich der Geburt von Conrad, dem zweiten Sohn von Wilhelm Fließ, geschickt, dessen Geburtstag zufälligerweise mit dem Geburtstag seines älteren Bruders Robert zusammenfiel.

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FROHE WEIHNACHT!

Autor/in: DWP

(24.12.2014)


BEST OF FREUD


“Die Schöpferkraft eines Autors folgt leider nicht immer seinem Willen; das Werk gerät, wie es kann, und stellt sich dem Verfasser oft wie unabhängig, ja wie fremd, gegenüber.”

(Der Mann Moses und die monotheistische Religion, 1939 )


„Wenn wir nicht klar sehen können, wollen wir wenigstens die Unklarheiten scharf sehen.“

(Hemmung, Symptom und Angst, 1926)
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FAQ

Autor/in: DWP

(17.12.2014)


Liebe User!

Weihnachten und das Jahresende stehen vor der Tür.

Zeit zum Innehalten und eine gute Gelegenheit, um sich bei Ihnen, liebe User, für Ihr Interesse an unserem online Magazin und die zahlreichen Rückmeldungen zu bedanken. 

Wir nützen den Jahresausklang dazu, um heute auf Ihre meistgestellten Fragen einzugehen.


FAQ


Warum heißt das Onlinemagazin „DER“ WIENER PSYCHOANALYTIKER?
Warum nicht „DER/DIE“ Wiener PsychoanalytikerIn?


DER WIENER PSYCHOANALYTIKER versucht mit seinem Namen natürlich einen Kontext zwischen dem „großen“ Wiener Psychoanalytiker Sigmund Freud und der Stadt „Wien“, in der die Psychoanalyse entstanden ist, herzustellen. DER WIENER PSYCHOANALYTIKER kann natürlich, zum einen personifiziert werden, vielleicht aber doch vielmehr im übertragenen Sinn, als ein Bote beziehungsweise Kurier für internationale psychoanalytische Beiträge, direkt aus Wien, verstanden werden.
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(10.12.2014)


Zuallererst möchte ich bemerken, wie sehr ich mich über dieses psychoanalytische Onlinemagazin freue. Endlich gibt es im Internet einen adäquaten Platz, um auf die Aktualität der Psychoanalyse hinzuweisen.

In diesem Sinne und passend zur Jahreszeit möchte ich einige Gedanken zum Thema Geld und Geschenke ausführen.
Die Verbindung zwischen Ökonomie und Psychoanalyse erscheint auf den ersten Blick eine nicht besonders starke zu sein. Es gibt wenig psychoanalytische Auseinandersetzung mit diesem uns alle betreffenden Thema. Freud hat sich einiger Ausdrücke der Ökonomie bedient, mehr noch, sie stellen wesentliche Aspekte seiner Metapsychologie dar. Die Psyche funktioniert in Freuds Modellen weitgehend auch nach ökonomischen Prinzipien.

Andererseits haben sich wenige Ökonomen mit der Psychoanalyse beschäftigt. Ist das verwunderlich? Möglicherweise nicht besonders, denn diese Tatsache kann als Widerstand verstanden werden. Es kostet zu viel Überwindung, sich mit den psychoanalytischen Theorien auseinanderzusetzen, die relativ schamfrei von den Zusammenhängen zwischen Kot, Geld und Geschenk ausgehen. (Vgl. K. Gourgé, 2001, Psychoanalyse: Perspektiven einer psychoanalytischen Ökonomie)
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IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: NASSIM AGDARI-MOGHADAM / DWP

(03.12.2014)


In unserer neuen Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir ab nun kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Nassim Agdari - Moghadam zu begrüßen:

Geboren in Teheran, aufgewachsen in Wien, Studium der europäischen Wirtschafts- und Unternehmensführung, Studium der Psychotherapiewissenschaft. Psychoanalytikerin in privater Praxis und an der Ambulanz für Kinder – und Jugendpsychotherapie der Sigmund Freud Privatuniversität in Kooperation mit der Wiener Gebietskrankenkasse. Veröffentlichungen und Vorträge zum Messie-Syndrom. >> weiter


Wie viel Narzissmus braucht die Liebe?

Autor/in: Michaela Heger

(26.11.2014)


Der Begriff des Narzissmus stellt ein sehr vielschichtiges und oft verwirrendes Themengebiet in der Psychoanalyse dar. Wird dieser als Entwicklungsstadium verwendet, versteht man darunter den primären Narzissmus. Diesen beschrieb Freud als einen Zustand indem das Kind sich selbst genügte. (Freud, 1921) Der Säugling hat noch keine Ich Grenzen und erlebt sich mit seiner Umwelt als eins, anders gesagt es gibt noch keine Grenzen zwischen Selbst – und Objektrepräsentanzen. Hier liegt auch der Urzustand des ozeanischen Gefühls von dem Freud sprach. (Freud, 1930) Die Wiederherstellung dessen, ist ein lebenslanges Sehnen und die Entwicklung des Ichs besteht in einer Entfernung vom primären Narzissmus und dadurch wird ein Bestreben erzeugt diesen Urzustand wieder zu erlangen. (Freud, 1914) Eine Sehnsucht nach Aufhebung der Grenzen und nach einer Vereinigung mit dem Gegenüber, stellt einen essentiellen Bestandteil im Leben des Einzelnen dar.
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IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: MICHAELA HEGER / DWP

(19.11.2014)


In unserer neuen Interviewreihe "im Gespräch mit" stellen wir ab nun kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können.


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Michaela Heger zu begrüßen:

Geboren 1979 in Wien, absolvierte ihr Studium an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien, sowie im Psychoanalytischen Seminar Innsbruck. Sie arbeitet in privater Praxis, an der Ambulanz für Kinder – und Jugendpsychotherapie der Wiener Gebietskrankenkasse und als Konsiliarpsychotherapeutin des orthopädischen Spitals in Gersthof, Wien. >> weiter


Warum immer noch und wieder Freud?

Autor/in: Thomas Aichhorn

(12.11.2014)


Es ist wahrlich erfreulich, dass es von nun an ein Onlinemagazin mit dem Namen „Der Wiener Psychoanalytiker“ geben wird. Das Ersuchen, einen Leitartikel dafür zu verfassen, habe ich zunächst gern angenommen. Als ich allerdings über die mir gestellten Fragen nachzudenken begann, vor allem über „Was fasziniert Sie an der Psychoanalyse? Gibt es etwas an ihr, was Sie nicht schätzen? Wenn Ja, was?“, wurde mir nur allzu bald klar, dass ich auf manche der Fragen keine Antworten weiß. Gleich auf den ersten Teil der Frage, die Formulierung „Was fasziniert Sie an der Psychoanalyse?“, habe ich keine geeignete Antwort, weil ich nämlich der Überzeugung bin, dass es die Psychoanalyse, was immer das war oder sein sollte, längst nicht mehr gibt. Das hat mein Nachdenken in Bewegung gesetzt.
Zurück zum „Wiener Psychoanalytiker“. Wer anderer als Sigmund Freud sollte das wohl sein?
Aber, warum immer noch und wieder Freud?
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IM GESPRÄCH MIT

Autor/in: THOMAS AICHHORN / DWP

(05.11.2014)


In unserer neuen Interviewreihe "im Gespräch mit"  stellen wir ab nun kurz die Autoren der Leitartikel vor.
Damit wollen wir unseren Usern die Möglichkeit geben, die Leitartikel auch aus einer anderen Perspektive heraus lesen zu können. 


Diese Woche freuen wir uns ganz besonders Thomas Aichhorn zu begrüßen:

Psychoanalytiker in eigener Praxis; Mitglied der Wiener und der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung und der Société Européenne pour la Psychanalyse de l'Enfant et de l'Adolescent, Paris.
Archivar der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung und stellvertretender Vorsitzender des Vereins „Archiv zur Geschichte der Psychoanalyse“.
Veröffentlichungen und Vorträge zu Theorie und Geschichte der Psychoanalyse, zur „Allgemeinen Verführungstheorie“ von Jean Laplanche, zur Psychoanalyse der Adoleszenz und zur Biographie und Arbeit August Aichhorns. Herausgeber des Briefwechsels Anna Freud – August Aichhorn.
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Willkommen!

Autor/in: DWP

(01.11.2014)


Herzlich Willkommen, auf der Homepage des ersten psychoanalytischen Onlinemagazins direkt aus Wien.
Es wurde aber auch wirklich Zeit ... !

Dass das psychoanalytische Wien definitiv mehr vorweisen kann als nur Hüter seiner bedeutenden Geschichte zu sein, möchte dieses Onlinemagazin ab nun auch unter Beweis stellen.

DER WIENER PSYCHOANALYTIKER möchte ein deutliches Zeichen setzen, nämlich die Psychoanalyse in modernere Zeiten begleiten, indem es eine Plattform anbietet, auf der alle an Psychoanalyse Interessierten weltweit vielseitig informiert werden und sich in einem eigenen Forum miteinander rege austauschen können. Deswegen bieten wir die Inhalte bereits von Beginn an auf Deutsch und Englisch an. Weitere Sprachen sind in Vorbereitung.

Was gibt es schöneres, als einen Ort, an dem viele Gleichgesinnte miteinander jederzeit in Kontakt treten können?

Ob nun Psychoanalytiker (Freudianer, Kleinianer, Lacanianer, ...,), Ausbildungskandidaten, Historiker, Sammler, ..., Sie Alle dürfen gespannt sein, denn wir haben Viel für Sie vorbereitet! >> weiter



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