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(21.10.2015)
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Seit 2004 finden in Österreich jeden Juli sogenannte peacecamps statt.
Sie bringen an die 40 Jugendliche und etwa 15 Erwachsene in der Ruhe und Beschaulichkeit der Natur, fernab von Tagesgeschäft, Alltag und Konsum zusammen und bieten Raum für eine Begegnung besonderer Art. Ein Wald, ein Feld, ein Hügel, ein Berg stecken den Übergangsraum ab, in welchem die anwesenden Personen  Gelegenheit bekommen, sich selbst in der Begegnung mit anderen zu erfahren, zu entdecken, das eigene wie das „nicht-eigene“ Selbst zu ergründen, sich im Spiegel dieser Begegnung mit gerade diesen Anderen auf vielleicht neue Art zu finden. Es kommen Andere, denen sie bislang nur mit Furcht, meist aber noch nie begegneten: nahe, fremde, ferne Nachbarn, magisch vergrößerte, phantasierte, zu Leben gewordene Feindbilder, Projektionen eigener unliebsamer, weggedrängter, abgespaltener Anteile, aber auch zu Fleisch und Blut gewordene, ganz reale, lebendige und bedrohliche Andere, die aber gleichfalls nach Projektionsflächen für ihre gewaltigen, gewaltbereiten, schwer zu bändigen Impulse und nach Auffanggefäßen für das ungezähmt ausufernde Drängen nach Rache und Vergeltung darben.

Israelis, Palästinenser, Ungarn, Österreicher, Slowenen, Moslems, Juden, Christen,  bilden die Zusammensetzung der peacecamps, Gruppen also, die sich über Zugehörigkeit und Abgrenzung, über einschließen und voneinander abgrenzen definieren. Die Beziehungen dieser Menschen und Gruppen zueinander ist von kollektivem Bewusstsein, von tradierten Vorstellungen über die der eigenen Gruppe zugehörigen,  „Guten“ und die Anderen,  ausgegrenzten,  „Bösen“ geprägt, von der Wahrnehmung der eigenen Gruppe als Opfer und der anderen – als potentielle oder reale Angreifer oder Täter. Diese Spaltungen sind der Motor für sich zwanghaft wiederholende, mit jedem Mal eskalierende Kreisläufe von Gewalt, Rache und Vergeltung....





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