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Wien, 26.05.2017, 07:28   DEUTSCH / ENGLISH




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Leitartikel der Woche

Homo Ludens

Autor/in: Sabrina Zehetner (DWP)

(Auch diesmal steht unsere Journalistin unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Treat it like a game. Das 21. Jahrhundert ist gekennzeichnet von einer kulturellen Gamification. Mit ludischen Technologien wird die virtuelle Realität zur realen Virtualität. Aus psychoanalytischer Sicht versprechen virtuelle Identitäten auf unbewusster Ebene vollkommene Autonomie, aber es besteht ein inhärenter Unterschied zwischen dem bloßen Spiel und der Rationalität eines Games.

Obwohl die Vorstellung des sub specie ludi recht antik ist, verlangt Erfolg im digitalen Zeitalter ein gewisses Maß an Verspieltheit - Du sollst Spaß an deiner Arbeit haben! Ludifizierung und Game Design sind zu den dominierenden Konzepten in der Bildung, der Kunst, der Politik, der Ökonomie und der Kriegsführung geworden – sogar die menschliche Identität selbst befindet sich in einem konstanten Zustand des Spiels. Johan Huizingas Werk „Homo Ludens“ (1938) erfährt zurzeit eine Art Renaissance ungeachtet der Tatsache, dass Technologie und Spiel in Huizingas Theorie praktisch nichts gemeinsam haben. Johan Huizinga war ein holländischer Philosoph, der die Bedeutung des Spiels als prägendes Element in der Kultur erörterte. Besonders verbreitet sind seine Theorien bei Überlegungen im Game Design. Huizinga bezieht sich auf die Aktivität des verspielten Vortäuschens als „Bewusstsein, das sich vom alltäglichen Leben“ unterscheidet und vorübergehend Ordnung und Perfektion erschafft. Worauf Huizinga jedoch nicht eingeht, ist die Tatsache, dass Spiel in einer Zwischenwelt zwischen der alltäglichen Welt und der Welt des Vortäuschens stattfindet. Die Fähigkeit zwei widersprüchliche Erfahrungen zugleich zu haben, wird in der Psychoanalyse Ichspaltung genannt. Wenn man sich einen Horrorfilm ansieht, empfindet man vermutlich Angst, während ein anderer Teil des Ichs sich bewusst ist, dass der mordende Serienkiller auf dem Bildschirm nicht real ist. Das Auftreten dieser zwiespältigen Gefühle – Angst und Vergnügen – wird als „Angstlust“ bezeichnet – ein Begriff, der auf antike Tragödien und Mythen zurückgeht. Auf Grund der schieren Menge an Möglichkeiten, die sie bieten und den ihrer Natur zu Grunde liegenden Eigenschaften, spielen digitale Medien bei der Fragmentierung des Selbst eine wesentliche Rolle.
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Kalender

 

Feuilleton

Das Leben der Mädchen in Entwicklungspsychologie und Psychoanalyse

Autor/in: Sabine Schreckenthaler

Vorweg

Nachdem 2015 im selben Verlag die „Psychoanalyse des Jungen“ von Hans Hopf erschien, gab es in Rezensionen immer den Ruf nach einem Buchpendant für das weibliche Geschlecht. Seiffge-Krenke kommt diesem Appell jetzt nach und bezieht im Vorwort zu dem Buch folgendermaßen Stellung: „Ich habe lange gezögert – schließlich gibt es ja schon so viel über Weiblichkeit und Psychoanalyse, und dies seit Jahrzehnten: (…)“ Trotzdem fand Seiffge-Krenke eine Reihe an Themen, die in der Psychoanalyse noch wenig Beachtung fanden. So wurde wenig über die Tochter an sich, Freundschaftsbeziehungen, körperliche Entwicklungen oder spezielle Mädchenspiele geschrieben. „Insgesamt gibt es in der Psychoanalyse zwar viel über die Weiblichkeit, aber nur sehr wenig über Mädchen.“ (S. 52)

Buch

Der erste Blick ins Inhaltsverzeichnis verrät dem/der Leser_in dass das Buch einer durchdachten Linie folgt: Beginnend mit dem Wunsch ein Mädchen zu gebären und dessen gesellschaftlichen Besetzungen folgen die Kapitel den Entwicklungsstufen des Mädchens bis zur Adoleszenz. Danach folgen Ausführungen über die Beziehung von Mädchen zu Müttern, zu Vätern, zum Elternpaar, zu Geschwistern, zu Freundinnen, zum eigenen Körper und zur Sexualität. Dem Thema „Bindung“ wird ein eigenes Kapitel zuträglich, genauso wie ein Kapitel über Mädchen als Täterinnen und eines über die Vernachlässigung bzw. Gefährdung von Mädchen in anderen Kulturen. Abschließend findet sich ein Abschnitt über die Behandlungstechnik von Mädchen in der Psychotherapie.
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Radio

Willkommen zur ersten psychoanalytischen Radiosendung live aus Wien!
UNBEWUSST- die Lust am freien Sprechen findet jeweils am zweiten Mittwoch jeden Monat auf Radio Orange 94.0, um 20 Uhr statt!
Die Sendungen können jederzeit HIER nachgehört werden.



Rätsel

Wo. 19/2017


Was genau meinte Anna Freud wenn sie in ihren Briefen das Motiv vom "Ritt über den Bodensee" verwendete?

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News


PODCAST der aktuellen Radiosendung ist nun online!

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Schreiben Sie uns doch, wenn Ihnen
S. Freud im Urlaub begegnet ist!

Aus unserem Forum!


Im FORUM werden wir unsere LeserInnen über die Details zu unserer bevorstehenden WEB - SENDEREIHE auf dem Laufenden halten!

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