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Wien, 31.08.2016, 00:32   DEUTSCH / ENGLISH




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Leitartikel der Woche

Der Widerspruch im Subjekt - Zum 100. Geburtstag von Paul Parin

Autor/in: Emilio Modena

(Auch diesmal steht der Autor unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Der 2009 verstorbene Jubilar wäre am 20. September 2016 hundert Jahre alt geworden. Zur Erinnerung an sein Werk und an seine liebenswerte Persönlichkeit finden in Wien und in Zürich mehrere Veranstaltungen statt, die sich mit den verschiedenen Aspekten seines Schaffens als Arzt, Neurologe, Psychoanalytiker, Ethnopsychoanalytiker und Schriftsteller auseinandersetzen. Wir nachgeborene PsychoanalytikerInnen sind ihm besonders für die Erneuerung der Psychoanalyse und für sein lebenslanges gesellschaftskritisches Engagement dankbar. Er war ein unerschrockener Kämpfer gegen Faschismus und Stalinismus und zugleich ein begnadeter Geschichtenerzähler.

Er habe bereits als Adoleszenter noch auf dem herrschaftlichen väterlichen Gut in Nowikloster in Slowenien Hitlers „Mein Kampf“ gelesen und fortan gewusst, was kommen werde. Kurze Zeit später erlebte er auf dem Gymnasium in Graz die ersten Judenverfolgungen. Nach dem Übertritt an die Universität studierte er die marxistischen Klassiker und wurde zum unorthodoxen Marxisten. Klarsichtig unterbrach er sein Medizinstudium noch vor dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland und übersiedelte als Auslandschweizer nach Zürich. Hier verkehrte er in antifaschistischen Kreisen und lernte seine aus Graz stammende spätere Frau Goldy Matthèy kennen, die nach dem Zusammenbruch der spanischen Republik, wo sie sich den Internationalen Brigaden angeschlossen hatte, ebenfalls flüchten musste. Es dauerte nicht lange, bis die beiden auf den gleichgesinnten jungen Schweizer Arzt Fritz Morgenthaler stiessen, woraus eine lebenslange Freundschaft hervorging.

Paul Parin hatte sich schon vor seiner Übersiedlung nach Zürich für die Freudsche Psychoanalyse interessiert, er wandte sich aber nach dem Staatsexamen der Chirurgie zu, da er sich im Krieg gegen die Achsenmächte nützlich machen wollte. Dank der Unterstützung durch die Centrale Sanitaire Suisse (heute Medico International Schweiz) kam eine Ärzte-Mission zustande, die unter abenteuerlichen Umständen zu den Tito-Partisanen reiste. Die drei Unzertrennlichen betrieben in Bosnien zusammen mit anderen Gleichgesinnten eine Poliklinik mit angegliederter chirurgischer Station bis zur Machtergreifung der Revolutionsarmee. Nun mussten sie aber erkennen, wie sich die meisten ehemaligen selbstbewussten Freiheitskämpfer im neuen, von der kommunistischen Partei bürokratisch verwalteten Jugoslawien in angepasste BürgerInnen verwandelten, die es nicht wagten, gegen die Parteidoktrin aufzubegehren. Enttäuscht kehrten die drei Freunde nach Zürich zurück und wandten sich jetzt der Psychoanalyse zu, um die subjektiven Faktoren besser zu verstehen, welche die Menschen unter den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen von innen heraus zu einer derartigen Verhaltensänderung veranlassen konnten.
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Kalender

 

Feuilleton

Die Psychotherapeuten von 1946

Autor/in: Lea Dohm

Sigmund Freud beschrieb sich als Psychoanalytiker 1937 in „Die endliche und die unendliche Analyse“ als in einem von drei „unmöglichen Berufen“ – neben Erziehern und Regierenden: Man sei sich von Anfang an des ungewissen Ausgangs bewusst.

Dieses Zitat, an das der Titel angelehnt ist, ist bereits ein erster Hinweis auf den Inhalt: Tatsächlich stehen vorrangig die Psychoanalytiker im Fokus, die Kollegen anderer Verfahren werden eher am Rande erwähnt. Dies ist insofern auffällig, als dass von den drei Herausgebern nur Otto Kernberg klar der Psychoanalyse zugeordnet werden kann. Birger Dulz ist auf stationäre tiefenpsychologisch fundierte Borderline-Behandlungen spezialisiert, Jochen Eckert ist Gesprächspsychotherapeut.

Was erwartet mich?

Das Buch erscheint in nüchterner Aufmachung, die vielen dünnen Seiten blättern beim Lesen immer wieder schnell zurück. Die 609 Seiten sind in drei Hauptkapitel unterteilt: „Theoretisches“ (22 Artikel), „Institutionalisiertes“ (16 Artikel) und „Persönliches“ (21 Artikel). Umrahmt werden die Kapitel von einem Vorwort der Herausgeber (sehr lesenswert!) sowie zuletzt einem umfangreichen Autorenverzeichnis mit sämtlichen Kontaktadressen. Im Buch kommen 62 überwiegend namhafte Autoren zu Wort. Es entsteht der Eindruck einer vertrauten Autorengemeinschaft – und tatsächlich kennen sich mehrere Autoren untereinander persönlich.
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Radio

Willkommen zur ersten psychoanalytischen Radiosendung live aus Wien!
UNBEWUSST- die Lust am freien Sprechen findet jeweils am zweiten Mittwoch jeden Monat auf Radio Orange 94.0, um 20 Uhr statt!
Die Sendungen können jederzeit HIER nachgehört werden.



Rätsel

Wo. 34/2016


Welche(r) PsychoanalytikerIn versteckt sich hier?

Viel Glück!

(Bitte loggen Sie sich ein, wenn Sie mitraten möchten!)

Freud Hysterie - Notizbuch




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News


Warum eine Webvisitenkarte Sinn macht!

Grossen Dank an das Österreichische Kulturforum BUDAPEST!

Wir SUCHEN! 
mehr unter KARRIERE!
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Rarität



FREUD Meister und Freund
von Hanns Sachs, 1950
Privatverkauf: EUR 63,-
bei Interesse bitte mail an:
antiquariate@derwienerpsychoanalytiker.at

Kostbarkeit



KRIEGSKINDER
von Dorothy Burlingham und Anna Freud
(Imago Publishing Co. Ltd), 1949
Privatverkauf: EUR 48,-
bei Interesse bitte mail an: 
antiquariate@derwienerpsychoanalytiker.at

Aus der Schatztruhe



ÜBER DIE SYMBOLIK DER KOPFTROPHÄEN
von Marie Bonaparte
(Internationaler Psychoanalytischer Verlag), 1928
Privatverkauf: EUR 52,-
leider schon vergeben
bei Interesse bitte mail an:
office@derwienerpsychoanalytiker.at


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