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Wien, 28.09.2016, 03:59   DEUTSCH / ENGLISH




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Leitartikel der Woche

I-Phone und ödipale Reife: Das Handy als Entwicklungshindernis

Autor/in: Moritz Pohlmann


(Auch diesmal steht der Autor unseren Usern im Forum wieder eine Woche lang für Fragen und Diskussionen zur Verfügung!)

Wenn ich in das Freiburger Starbucks-Café gehe, sitzen dort immer einige eifrige Medizin-Studenten, die fleißig repetieren, in den Ohren dicke Ohropax. Dann sitzen dort die genialen Autoren, die noch auf die Ernennung zu denselben warten und durch Nasenbohren, exzessiven Kaffeekonsum – der refill kostet ja nur 50 Cent - und häufige Toilettengänge ihre Schreibblockaden zu lösen versuchen. Es gibt in der Regel immer auch einen etwas Asozialen im Raum: Der heimatlose-Psychotiker, der arg riecht, einschläft und dann kurz aufspringt, um seinen Tisch zu verteidigen; der etwas abgehalfterte Hundebesitzer, der sein Felltier rumsträunen lässt, auch an die Tische verschreckter Mütter mit hundehaar-allergischen Kindern; in letzter Zeit eine junge Frau, die alle 5 Minuten einen schrecklichen, durch Mark und Bein gehenden Fluch ausstößt, so dass sich mir unweigerlich Fantasien einstellen, was sie mit den Männern anstellen könnte, denen diese Flüche gelten. An den von den Individualisten freigelassenen Tischen sitzen Paare, Freundinnen oder französische Familien.

Und man kann sich so daran gewöhnt haben, dass es einem nicht mehr auffallen mag: Von denen, die gemeinsam am Tisch sitzen, ist mindestens die Hälfte im Augenblick des Hinblickens mit ihrem Handy beschäftigt: Die junge Frau mit dem strengen Parfümgeruch tippt die ganze Zeit auf ihr I-Phone, zwischendrin beißt sie in ihren Muffin und lächelt dann kurz mit vollem Mund ihrem männlichen Gegenüber zu, der etwas lustlos selbst auf seinem Handy rumtippt. Da ist das zwanzig-jährige weibliche Zwillingspärchen, von denen jede auf ihr Handy tippt, jede mit Kopfhörern im Ohr. Da ist die französische Familie, Frau, Mann und die pubertierende Tochter: Der Vater streicht über sein I-Phone, offensichtlich etwas im Internet suchend, die Tochter tippt etwas in ihr Handy ein, die Mutter kontrolliert ihre Schminke im Handyspiegel.

Ein Gespräch ohne Seitenblick auf das Handy ist im Mikrokosmos des Starbucks eine Rarität. Dass es sich hier nicht um ein Artefakt eines Unterschicht-Nischen-Kosmos handelt, erfährt jeder, der schon einmal jungen Gymnasiasten bei einem Schulausflug im Zug begegnet ist: Er wird feststellen, dass fünfundsiebzig Prozent irgendwie mit ihrem Handy beschäftigt sind.
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Feuilleton

Psychoanalytische Häppchen

Buchrezension: Kinder- und Jugendlichen- Psychotherapie (KJP) 171, 3/2016 Facetten psychoanalytischer Begegnungen
Autor/in: Sabine Schreckenthaler

Vorweg...

Diese Zeitschrift erscheint im Brandes & Apsel Verlag vier Mal im Jahr. Die Serie begann im Jahr 1969 und erschien schon unter mehreren Titeln („Kind und Umwelt“ und „Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie“). Das Konzept wird auf der eigene Website wie folgt beschrieben: „Theorie und Praxis der Diagnostik, Rahmenbedingungen und deren Bedeutung für die Behandlung, Behandlungskonzepte und Techniken, störungsspezifische Interventionen und Therapie in besonderen Settings sind Inhalte der Zeitschrift. Die Beiträge vertiefen die Auseinandersetzung mit den verschiedenen psychoanalytischen Denkrichtungen und Theorieansätzen: der Triebtheorie, der Selbstpsychologie, der Objektbeziehungstheorie, der Bindungstheorie, den jungianischen, kleinianischen, postkleinianischen und intersubjektiven Ansätzen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie auch der psychoanalytischen Säuglingsbeobachtung, der Säuglings-Kleinkind-Eltern-Psychotherapie und der Arbeit mit Eltern und Beziehungspersonen.” Zwei von vier Heften jährlich erscheinenden Ausgaben sind Themenhefte.

Schwerpunktthema: „Facetten psychoanalytischer Begegnungen“

Die Ausgabe der Zeitschrift gliedert sich in ein Vorwort, sechs Beiträge, drei Buchbesprechungen, Informationen zu den Autoren und Autorinnen sowie Veranstaltungsankündigungen.

Gleich im Vorwort, von Martin Löffler, wird der Untertitel erklärt. Dieses Heft enthält verschieden Beiträge, die sich nicht unter einem Thema zusammenfassen lassen.

Die Beiträge umfassen zwischen zwölf und 28 Seiten. Sie beginnen mit einem deutschen Abstract und Schlüsselwörtern. Der Gliederung der Beiträge sind von den Autoren und Autorinnen gestaltet. Jedem Beitrag sind ein englisches Abstract, Literaturangaben und Kontaktdaten des Autors oder der Autorin beigefügt.

Diese sechs Beiträge fanden sich in der besprochenen Ausgabe:
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Radio

Willkommen zur ersten psychoanalytischen Radiosendung live aus Wien!
UNBEWUSST- die Lust am freien Sprechen findet jeweils am zweiten Mittwoch jeden Monat auf Radio Orange 94.0, um 20 Uhr statt!
Die Sendungen können jederzeit HIER nachgehört werden.



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Wo. 38/2016


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Rarität



FREUD Meister und Freund
von Hanns Sachs, 1950
Privatverkauf: EUR 63,-
bei Interesse bitte mail an:
antiquariate@derwienerpsychoanalytiker.at

Kostbarkeit



KRIEGSKINDER
von Dorothy Burlingham und Anna Freud
(Imago Publishing Co. Ltd), 1949
Privatverkauf: EUR 48,-
bei Interesse bitte mail an: 
antiquariate@derwienerpsychoanalytiker.at


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